Rockin‘ Röthenbach Opgen Air lockte 800 Besucher

Den Blues im Blut

Highlight: Robert Walker und die Century Band.2015/05/101017_rockinroethenbachrobertwalker_New_1431709564.jpg

RÖTHENBACH – Abrocken an Himmelfahrt bei Sonnenschein: Unter diesem Slogan standen vier hochkarätige Bands auf der Bühne im Röthenbacher Pegnitzgrund. Zum 22. Mal fand das „Rockin` Röthenbach“ Festival statt. Rund 800 Besucher waren begeistert von dem Traditions-Open Air.

Am frühen Nachmittag stand das Hannes Stegmeier Trio „on Stage“. Für viele noch ein unbeschriebenes Blatt, das begeistert. Für das fachkundige Publikum ein Name der in der heimischen Musikszene schon positiv bekannt ist. Sauber handwerklich auf der Bühne und mit jugendlicher Unbekümmertheit spielen sie ihre Songs.

Ein Mischung aus schnellem und langsamen Blues, bluesigem Pop und Funky Blues nennen die Drei ihr Genre. Titel wie „Derek´s Blues“, „Route66“ und „Dr. Funk“ spiegeln dies als sehr, sehr angenehmes Ohrenfutter wieder. Hannes Stegmeier, ist der singende Bassist. Dominik Bak sitz mit seinem Hosenträgeroutfit der Vollblutblueser am Schlagzeug.

An der Gitarre Eric Flach, äußerlich etwas schüchtern wirkend, aber in voller Hingabe mit seiner Fender Stratocaster. Die Festivalbesucher waren sehr positiv angetan über den Auftritt des Laufer Trios und sprachen von einem aufgehenden Stern am lokalen Blueshimmel.

Als der grüne Frosch des Bühnenbildes grinste, änderte sich der Musikstil am alten Festplatz schnell und grundlegend. Frog´n´Roll beschreiben Beatfrog ihren Musikstil. Freude an der Musik war den Froschmusikern anzumerken.

Viele elektronische Klänge, dazu klassisches Schlagzeug, gepaart mit elektronischen Drums, E- Gitarre, Synthesizer und Bass. Daran mussten sich die Besucher erst einmal gewöhnen. Die Nürnberger Band bemühte sich, Stimmung auf die Wiese zu zaubern.

Philipp Frank an den Drums, Tobias Sagolla Sänger an Keyboard und Gitarre und Michael Sagolla versuchten dies ausschließlich mit Eigenkompositionen wie „Ohio“, „Against it“ und „Lonely night“.

Ein Star am regionalen Rockhimmel ist der Gitarrist, Sänger und Songwriter Robert Walker. Jedoch standen mit seiner Century Band vier weitere absolute Vollblutmusiker auf der Bühne. Thomas Schieweck an den Drums, Oliver Weidner am satten Bass im Background zusammen mit Frank Erhardt an der filigran gespielten Gitarre. Musikalisch abgerundet von Benni Brand an den Keyboards.

„The Century Band“ stellte Songs aus der neuen CD „songs from rust and gold“ vor. Darunter auch den Song „Keep your eyes on the road“. Mit diesem Stück wurde auch die Jury des Deutschen Rockmusik-Preises überzeugt, welche das Stück zum besten Rocksong 2014 kürte. Die Fans waren begeistert von den virtuosen Gitarrensolis und der bluesigen Stimme. Ein abwechslungsreiches kurzweiliges Programm mit sehr erfahrenen Musikern.

Inzwischen war auch Dieter Quast mit seinen rund fünfzig Helfern von den „Quastlern“ mit den Besucherzahlen zufrieden. Immer noch kamen Musikbegeisterte von nah und fern. Dies spricht wieder einmal für gelungene Auswahl der Künstler zusammen mit Helmut Keller und Thilo Stockinger vom Röthenbacher Jugendzentrum. Die Bierbänke waren mit rund 800 Besuchern bis auf den letzten Platz besetzt. Dies sollte so nicht lange bleiben.

Als, wie schon im letzten Jahr, die Regensburger Tribute Band „Black Purple“ rockte, bevölkerten die Fans den freien Platz vor der Bühne. Optisch und musikalisch ihren Vorbildern der britischen Rockband Deep Purple nacheifernd, schafften sie dies auf Anhieb.

Ein Leckerbissen. Mit Originalinstrumenten aus den 1970er Jahren, auf die sie mit Recht sehr stolz sind, rockten Black Purple den Pegnitzgrund. Der typische Hammondsound mit einer original Lesliebox gehört dabei zum Feinsten. Aber auch die Bühnenshow der Musiker um Sänger Thommy Schuller erinnert an die legendären Vorbilder. Der nimmermüde Drummer Michael Heß und Charly Fuchs, am historischen Fender Jazz-Baß, bilden ein enorm starkes Fundament, auf dem sich Leadgitarrist Dieter Weilert und Obang Kessel an seiner Hammond austoben konnten.

Die tanzenden Fans dankten es ihnen. Die Stimmung kochte. Die Symbiose von Band und Besuchern war längst hergestellt und machte sichtlich Freude. Mit „Perfect Strangers“, „Strange Kind of Woman“, „Hush“ und „Smoke on The Water“ waren die Fünf auf der Bühne längst nicht so brav wie die Mutter des Bassisten betonte, als sie angetan von der Musik von den „fünf lieben Jungs“ sprach.

Das rhythmische Tanzen mit Hairbanging war mit der Zugabe ein weiteres Highlight des Festivals.

Bei „Highwaystar“ leuchtete das mitgebrachte Blaulicht zusätzlich zu einer tollen Lightshow auf der Bühne. Ein Festival der Extraklasse, ohne das die heimische Musikszene fast nicht mehr denkbar wäre, ging friedlich und in bester Erinnerung bleibend zu Ende. Die vielen Besucher dankten es den Bands aber auch den Veranstaltern mit lang anhaltendem Applaus.

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