Lassauer deckt Familiengeschichte auf

Benefizlesung mit Walter Lassauer

Ingrid und Walter Lassauer lesen auf Burg Hohenstein. | Foto: Stefanie Camin2016/09/Lassauer.jpg

KIRCHENSITTENBACH – Wenn Walter Lassauer und seine Frau Ingrid am Samstag, 17. September, aus dem Buch „Annas Schwester – das Mädchen vom Inn“ lesen, erwarten den Besucher neben einem spannenden Roman über eine Chiemgauer Familiengeschichte auch Hackbrett- und Zithermusik sowie Häppchen. Und das alles für einen guten Zweck, denn den Erlös spendet Lassauer dem Verschönerungsverein Hohenstein und Umgebung für die Erhaltung der Burg.

Nach seinem Herzanfall im Jahr 1999 begann Lassauer mit dem Schreiben: „Ich hatte mit dem Leben abgeschlossen“, resümiert er inzwischen. Diese Erinnerungen an seine Nachkriegskindheit und -jugend namens „Chewing Gum“ liegen heute noch unveröffentlicht in der Schublade, doch in den Bann des Schreibens war er geraten.

Auslöser für das aktuelle Buch „Annas Schwester – das Mädchen vom Inn“ war die Information, dass Lassauers früh verstorbene Mutter nicht, wie ihm bis dato gesagt worden war, das 13. Kind seines Großvaters Georg Inninger war – sondern das 23. aus zwei Ehen: Nach dem Tod von Lassauers Mutter heiratete sein Großvater ihre Schwester und hatte mit ihr weitere zehn Kinder. Der damals 60-jährige Lassauer stürzte sich in die Recherche über die Familienchronik der Inningers – während der er auf viele Widerstände stieß. „Bei meinen Nachforschungen waren alle reserviert, aber nachdem das Buch rausgekommen ist, haben zwei Frauen aus der Chiemgauer Ecke wieder ihren Geburtsnamen ‚Inninger‘ angenommen“, erzählt er stolz.

Die Lesung von Walter Lassauer und seiner Frau Ingrid beginnt am Samstag, 17. September, um 18 Uhr im Langen Haus der Burg Hohenstein, Einlass ist ab 17 Uhr. Für Georg Maul, Vorsitzender des Verschönerungsvereins Hohenstein und Umgebung, stellt die Lesung eine „kulturelle Erfüllung“ dar. Und wofür die Spende genutzt wird, steht auch schon fest: „Wir wollen weiter die Burg erhalten und verschönern – als nächstes werden die Stufen am Aufgang renoviert.“

N-Land Stefanie Camin
Stefanie Camin