400 Besucher erlebten die Wood Brothers in der Laurentiuskirche

Begeisterung für die „Masters of Soulful Folk“

Herausragende Musiker aus Nashville: Die Wood Brothers: Chris Wood, Oliver Wood und Jano Rix ( v. l.). | Foto: Voss2016/05/wood-brothers-konzert.jpg

ALTDORF – Ihre mehr als dreijährige Erfolgsgeschichte als Konzertveranstalter setzten die Altdorfer SoulBuddies in der Laurentiuskirche mit einem mitreißenden Konzert der Wood Brothers aus Nashville, Tennessee, fort. Ob Blues, Folk, Gospel oder Back-Porch Funk mit berührender Schlichtheit der Arrangements: Gitarrist Oliver Wood, sein Bruder, Bassist Chris, und der kongeniale Multiinstrumentalist Jano Rix sind einzigartig in ihrer Kombination verschiedener Musikstile und Hingabe zur Musik. Die musikalische Brillanz, die unglaublichen bass chops von Chris Wood und der unter die Haut gehende Satzgesang, den die New York Times so schlicht wie treffend als „gripping vocals“ bezeichnet hat, machen das harmonische Gesamtbild des Trios aus, das die altehrwürdige Laurentiuskirche einen Abend lang in sanftes Südstaatenlicht taucht.

Die vielen Fans, die gekommen sind, um die Wood Brothers live zu erleben, genießen die Früchte dessen, was Vater Bill Wood gesät hat: Der Mikrobiologe und Harvard-Absolvent ist in den 50er Jahren als Sänger und Gitarrist in der Folk-Szene von Boston-Cambridge zu Hause. Und so klingt der erste Song des Abends wie eine Lebensphilosophie, die irgendwann in der gemeinsamen Kindheit der Wood Brüder ihren Anfang nahm: „If you get lost what you ought to do is sing“ – singe, um dich selbst wiederzufinden.

Nicht nur die Shuitar wird unter Jano Rix‘ Händen zum schier unerschöpflichen Percussion Instrument, auch Chris Wood entlockt seinem Bass sphärisch anmutende Klänge, diesem Bass, dem man ansieht, wie viel er gemeinsam mit dem jüngeren der Wood Brüder erlebt hat.

Das neue, gerade in Europa erschienene Album der Wood Brothers trägt den Titel „Paradise“ und erzählt von der Sehnsucht und dem Verlangen und den verschlungenen Wegen, die überall hin führen, nur nicht zur Erfüllung. Und dann singt er, und seine Stimme erfüllt die Weitläufigkeit der Laurentiuskirche, dieser Oliver Wood mit dem Vollbart und den langen Haaren, und es fühlt sich an wie eine Zeitreise in die frühen Siebziger. Er singt in der, wie er sagt, so ganz anderen Atmosphäre einer Kirche über die sündhafte Köstlichkeit. Von Schokolade. „If I die young, at least I got some chocolate on my tongue.“ Wenn ich jung sterbe, dann wenigstens mit Schokolade im Mund. Zu schön, um es kommentieren zu wollen.

„I got a soul that I won‘t sell.“

Der musikalische Auftakt nach der Pause gilt dem Gospel. Blues, Country, sogar Rock & Roll sei darin, sagt Oliver Wood, genug Inspiration, um daraus eigene Songs zu machen wie „One more day“. „Just when your faith is gone, give it one more day.“ Wenn du deinen Glauben verloren hast, gib ihm noch einen Tag. Aufrichtiges Wortspiel und zarte Reminiszenz an einen Südstaaten-Wertekanon. Auch wenn sich die Wood Brothers als „Positive Message Artists“ sehen, als Künstler der positiven Aussage, beziehen sie dezent und doch klar Stellung, wo und wie sie sich in ihrem künstlerischen Schaffen wahrnehmen: „I got a soul that I won‘t sell.“ Ich habe eine Seele, die ich nicht verkaufen werde. Yeah“, ruft nicht nur eine Stimme aus dem Publikum, das diese musikalische Reise hör- und fühlbar genossen hat und dessen Applaus nicht endet. Chapeau für die Masters of Soulful Folk.

Vom 22. bis 24. Juli laden die SoulBuddies zu ihrem ersten großen Musikfestival nach Altdorf ein. Rund um die alte Universität sind u. a. Stars wie Akua Naru mit Conscious Rap und Hip Hop aus den USA, Motha Foxy mit Neo Soul und Malia mit Afro Jazz und Malawi Blues zu hören und erleben.

Karten gibt es bei allen Eventim-Verkaufsstellen und der Buchhandlung Lilliput in Altdorf, Telefon 09187 902760, weitere Infos im Internet unter www.mia2016.de

N-Land Susanne Voss
Susanne Voss