Silvestergala in Henfenfeld

„Schau, wie sich alles gut unterhält“

Sehens- und hörenswert: die Akteure Carolin Ritter, Alwin Adelmann und Franziska Stürzel in der Verwechslungskomödie „Eine Nacht in Venedig“ auf Schloss Henfenfeld. Foto: J. Dechant2013/01/5_2_3_2_20130103_SCHLOSS.jpg

HENFENFELD – Operettenklänge und Walzer gab es zum Jahreswechsel auf Schloss Henfenfeld. Sängerinnen und Sänger der Opernakademie präsentierten „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauss. Denette Whitter hatte die Gesamtleitung und sorgte für vorzügliche Klavierbegleitung. Die Premiere wurde begeistert gefeiert

„Eine Nacht in Venedig“, eine Verkleidungs- und Verwechslungskomödie, wurde 1883 in Berlin uraufgeführt. Auf dem Platz am Canale grande herrscht reges Treiben. Als Makkaronikoch Pappacoda trat Michael Aschke auf und bot lautstark und stilecht seine Nudeln an. Mit strahlendem Sopran pries Franziska Stürzel als Fischerstochter Annina ihre „Frutti di mare“ an. Dort flaniert auch Carolin Ritter als Ciboletta, die Zofe des Senators Delaqua, sie sang mit Aschke das bezaubernde Duett „S ist wahr, ich bin nicht allzu klug“. Richtige Sorgen hat im Faschingstrubel Senator Delaqua (Jerzy Michno), denn ihm ist zu Ohren gekommen, dass der Herzog von Urbino – ein Lüstling – seine Gattin Barbara (Susan Kudsi) beim Maskenball haben will. Dies gilt es zu verhindern, daher soll sie weggebracht werden. Doch diese ist überhaupt nicht mit den Plänen ihres Gatten einverstanden, sie bringt Annina dazu, in ihre Rolle zu schlüpfen.

Einen schneidigen Auftritt hatte Siddique Eggenberger, der in der Rolle des Leibbarbiers Caramello „Willkommen alte Freunde“ sang. Zusammen mit Franziska Stürzel begeisterte er das Publikum mit dem Lied „Pellegrina, rondinella“. Das bekannteste Lied der Operette sang danach Eggenberger: „Komm in die Gondel, mein Liebchen o steige doch ein“ – und nahm die falsche Barbara mit.

Mit der Huldigung „Sei mir gegrüßt, du holdes Venezia“ trat der Herzog von Urbino, dargestellt von Alwin Adelmann, auf. Mit vorzüglichem Gesang bekannte er auch gleich „Treu sein, das liegt mir nicht“.

Für die „Zufuhr“ von hübschen jungen Damen beim Herzog sorgt schließlich Agricola Barbaruccio (Sonja Schreiber). So nimmt das Wechselspiel seinen Lauf, denn auf einmal sind zwei Damen im Schloss des Herzogs. Barbara ist zwar nicht dabei, doch der Herzog ist amüsiert. Dank der örtlichen Begebenheit war es auch leicht, das Publikum bei „Schau, wie sich alles gut unterhält“ ins Geschehen einzubeziehen.

Das Schwipslied sang Franziska Stürzel nicht nur vorzüglich, sondern setzte es auch schauspielerisch perfekt in Szene. Jerzy Michno besang ausdrucksvoll die Glocken des Campanile von San Marco. Wunderschön war auch die Einlage aus „Hofmanns Erzählungen“, die berühmte Barcarole von Jaques Offenbach, die Susan Kudsi und Sonja Schreiber im Duett sangen.

In der Operette selbst ging es dann zum Markusplatz, wo der berühmte Karneval stattfindet. Das Lied von den „Tauben von San Marco“ und der Lagunenwalzer begeisterten das Publikum. Es dankte mit tosendem, minutenlangem Beifall. Johann Dechant

Weitere Aufführungen: 4. und 5. Januar, 19.30 Uhr, und 6. Januar um 17 Uhr. Eintritt: 30 Euro inkl. Sekt.

N-Land Alfred Eichhorn
Alfred Eichhorn