Reise-Fotografien im Rathaus

Ausstellung von Friedrich Stucke in Happurg

„Unter dem Drachenblutbaum“ ist eine Aufnahme aus dem Jemen. | Foto: M. Münster2019/05/P1070208.jpeg

HAPPURG – Von beeindruckenden Fotografien aus verschiedenen Ländern werden aktuell die Besucher des Happurger Rathauses empfangen.

Friedrich Stucke, der semi-professionelle Fotograf, wie es Bürgermeister Bernd Bogner zur Eröffnung der Ausstellung formulierte, stellte verschiedene Eindrücke von seinen Weltreisen vor.

Insgesamt 32 Landschaftsbilder bezeugen die Reisefreudigkeit des Ehepaares Stucke sowie den grandiosen Blick des Fotografen für ausdrucksstarke Aufnahmen. Der Titel der Ausstellung „Die Welt mit meinen Augen“ mit dem Untertitel „In 6 Jahren um die Welt“ sagt eigentlich schon alles über Friedrich Stucke und seine beiden Leidenschaften aus.

Atemlose Stille

Die Besucher streifen durch die Räume des Rathauses und sind ein ums andere Mal fasziniert. Die Bilder nehmen den Betrachter schon in kürzester Zeit gefangen. Große Farbintensität, gelungene Aufnahmen von abstrakt geformten Felsen oder Pflanzen sowie mystische Wetterstimmungen sorgen bei etlichen Besuchern für atemlose Stille. Anschließend suchten jedoch viele Interessierte das Gespräch mit dem Fotografen oder seiner Gattin. Zu vielen Bildern hatten sie noch spannende Geschichten zu erzählen.

Die „taufrischen“ Bilder dieser Ausstellung stammen von der jüngsten Reise zum Dach der Welt, nach Tibet. Aber auch aus West- und Süd-Australien, China, Indien, dem Jemen, Neuseeland, Tasmanien und Dänemark sind faszinierende Aufnahmen dabei. Während die einen noch das Foto mit dem Titel „Dach der Welt“ oder „Nebel auf der Mauer“ betrachten, staunen die anderen schon über einen grandiosen und nicht alltäglichen „Sonnenuntergang“ bei Lökken in Dänemark.

Die Frage nach einem Lieblingsfoto wurde schnell beantwortet. Zielstrebig ging Friedrich Stucke zum Büro des Bürgermeisters. Dort hängt neben dem dänischen Sonnenuntergang eine Aufnahme aus Indien mit dem Titel „Stupa in Ladakh“. Natürlich war auch dies eine gelungene Aufnahme, aber persönlich hätte die Fragestellerin eine andere Auswahl erwartet. Mit der passenden Hintergrundgeschichte dazu, ist die Auswahl jedoch selbsterklärend.

Baumstämme als Zaun

Friedrich Stucke befand sich in einer Klosteranlage, die auf einem hohen Felsplateau erbaut war. Die Anlage war auf drei Seiten mit Baumstämmen „gesichert“. Hinter diesen Baumstämmen ging es 200 Meter senkrecht in die Tiefe. Stucke wagte sich an die äußere Kante, um das gegenüberliegende Gebäude, ebenfalls auf einem Plateau gelegen, und das Tal fotografieren zu können. Weiß man, dass der Fotograf nicht schwindelfrei ist und unter Höhenangst leidet, kann man annähernd erahnen, welch ideellen Wert diese Aufnahme für ihn haben muss.

Friedrich Stucke erzählte den Vernissage-Besuchern, dass er seit seinem zwölften Lebensjahr leidenschaftlich gerne fotografiert. Er zitierte Augustinus Aurelius mit der Aussage: „Die Welt ist ein Buch, und wer nicht reist, liest davon nicht eine einzige Seite.“ Für sich als passionierten Fotografen erweiterte er die Aussage: „Die Welt ist ein Bilderbuch, und wer nicht fotografiert, sieht davon nicht ein einziges Bild.“ Es ist ein echter Glücksfall, dass die beiden Hobbys des Ehepaars Stucke sich so gut miteinander verbinden lassen.

Bei Häppchen und Getränken wurden im Happurger Rathaus eifrig Meinungen und Ansichten über Perspektiven, Licht, oder Farben ausgetauscht. Zu den normalen Öffnungszeiten des Rathauses kann die Ausstellung gerne besucht werden.

N-Land Marita Münster
Marita Münster