Thema „Artenvielfalt“

Ausstellung „StadtLandKunst“ im Hersbrucker Stadthaus

Karin Plank-Hauter, Angelika Eisenbrand und Anita Magdalena Franz haben die Ausstellung „Artenvielfalt“ im Stadthaus organisiert und begrüßen mit Hausherrn und Bürgermeister Robert Ilg (v. links) die Gäste. | Foto: U. Scharrer2019/07/Eroeffnung.jpg

HERSBRUCK – Im Stadthaus am Schlossplatz sind die Stiere los! Und die Hunde! Und die Fische! Nach dem großen Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ setzen die Macherinnen von StadtLandKunst 2019 auf „Artenvielfalt“ – allerdings als Motto für eine Jedermann-Ausstellung.

51 Kunstschaffende sind der Einladung gefolgt und so bevölkern nun Flügelwesen, Schwedenvogel und Strauchflechte die Wände des Gästesaals und des großzügigen Treppenhauses, und das in allen Techniken und Stilrichtungen, die man sich nur vorstellen kann.

Bürgermeister Robert Ilg, der zur Eröffnung neben den Künstlern und den Kunstinteressierten der Region auch zahlreiche Stadträte und Simone Bösch von der Sparkasse Nürnberg begrüßt, blickt in die Geschichte der StadtLandKunst-Schau zurück. Als die Sparkasse die Traditions-Austellung nicht mehr unterbringen konnte, habe die Stadt Hersbruck die Chance mit beiden Händen ergriffen und durchaus „risikobewusst“ die Türen weit aufgemacht. „Schließlich können da Dinge auftauchen, die wir nicht sehen wollen“, scherzt er.

Andrerseits hält er es für „kaum denkbar, dass jemand bei dieser Vielfalt nichts findet, das ihm gefällt“. Hersbruck sei mit seiner Anziehungskraft für Künstler das „Kunstherz“ der Metropolregion.

Die Organisatorinnen der unjurierten Schau im Zweijahresrhythmus, die neben den hochaktiven Künstlern auch nicht so etablierten Kreativen eine Ausstellungsmöglichkeit bieten wollen, freuen sich über ein halbes Hundert Einreichungen. Anita Magdalena Franz, Angelika Eisenbrand, die stets für hochästhetisches Design sorgt, und Karin Plank-Hauter, die die Anmeldungen verwaltete, haben aus den so unterschiedlichen künstlerischen Positionen eine sehr ansehnliche und unterhaltsame Schau kuratiert.

Boote in der Nacht

Sie haben die „Früchte des Zorns“ von Werner Taufer und den „Naturerlebnisgarten Kirchensittenbach“ zusammengebracht, unter dem Dach alle geflügelten Wesen versammelt und „Deep Blue“ passend mit „Azurblaue Boote in einer sternenklaren Nacht“ an eine Wand gegenüber dem „Orchideenwald“ und nahe einem schier undurchdringlichen „Dickicht“ positioniert.

Doch auch unter den Menschen herrscht „Artenvielfalt“: das „Erdenkind“ auf einem Sockel breitet seine Arme aus, die „Dada-Frauen“ zeigen sich als emanzipierte und sehr individuelle weibliche Wesen im Holzrelief. Ein versonnener Pepe Romero, fotografiert auf dem Gitarrenfestival, und in schlichter weißer Keramik verschiedene Ansichten eines weiblichen Körpers.

„Abstrakt und gegenständlich, Acryl und Öl, Kleinst- und Großformat, Keramik und Holz, mit und ohne Titel…“, Anita M. Franz und ihre zwei Mitstreiterinnen, die dem Plakatmotiv der vielfarbigen Karotten teils in Kleidung und Schmuck, teils mit Karottensaft und -muffins huldigen, freuen sich über die Vielfalt. Besucher haben fast vier Monate Zeit, die „Kunst-Arten-Vielfalt“ zu genießen.

Bis 8. November geöffnet von Montag bis Donnerstag 8–18 Uhr und Freitag 8–16 Uhr.

N-Land Ute Scharrer
Ute Scharrer