Dora Hitz, 1856 in Altdorf geboren, erlangte Ruhm als Malerin

Altdorfer Gemälde in Rumänischem Schloss

Zwei Bilder vom Musikzimmer mit Gemälden der Altdorfer Künstlerin. | Foto: Hungershausen2016/10/hitz2.jpg

ALTDORF /SINAIA – Das Schloss Peles, das knapp zwei Kilometer westlich der rumänischen Stadt Sinaia in Rumänien liegt, wurde zwischen 1873 und 1883 durch einen Wiener Architekten für König Carol I. von Rumänien erbaut. Der Erker und die Fachwerkmauern erinnern auch an Hohenzollern, die Heimat des Königs, der bis zu seinem Tod 1914 das Schloss als Sommerresidenz nutzte. Der Bau enthält ein Theater mit 60 Sitzen. Mit den Wandgemälden wurde Gustav Klimt beauftragt. Nach Carols Tod nahm seine Gemahlin Königin Elisabeth zu Wied keine Veränderungen am Schloss vor, auch ihr Musikzimmer ließ sie unvollendet. Und in diesem Musikzimmer können Touristen heute noch wunderschöne Wandgemälde bewundern, die von der in Altdorf geborenen Malerin Dora Hitz stammen.

Dora Hitz wurde am 31. März 1856 in Altdorf geboren. Das Geburtshaus findet sich in der Feilturmgasse in einem ehemaligen Gerberhaus. Der Vater war Zeichenlehrer am Schulseminar in Altdorf. Taufpatin war die Frau des Altenthanner Pfarrers. Schon früh zeigte sich das zeichnerische Talent von Dora Hitz. Deshalb schickten die Eltern das Mädchen 1869 zur Ausbildung nach München an eine „Damenmalschule“, später wurde sie Schülerin bei bekannten Professoren. Nach sechs Ausbildungsjahren stellte Dora Hitz öffentlich aus. Auf der Industrieausstellung 1876 in München bewunderte Fürstin Elisabeth von Rumänien ihr Gemälde Rosenstilleben und lud Dora Hitz als Zeichnerin und Malerin an den rumänischen Hof ein.

Großzügige Förderin

Elisabeth von Rumänien betätigte sich unter dem Pseudonym Carmen Sylva literarisch. In der Fürstin hatte Dora Hitz eine großzügige Förderin gefunden. Als das rumänische  Thronfolgerpaar sich in Sinaia die Sommerresidenz bauen ließ, wurden zur Ausgestaltung viele Kunsthandwerker und Künstler herangezogen, auch Dora Hitz. Deshalb existieren in dem in den Karpaten gelegenen Schloss noch Wandgemälde von Dora Hitz.

Später lebte Dora Hitz bis 1890 in Paris. „Für die Fränkin Dora Hitz, die über München und Rumänien nach Paris gekommen war, bedeuteten Austausch und Begegnungen mit internationalen Kollegen ein Gewinn nicht nur in künstlerischer Hinsicht, sondern auch an Weltläufigkeit und Lebenserfahrung“, so schreibt Margrit Bröhan in einem Aufsatz über Hitz. 1892 zog die Malerin endgültig nach Berlin.

Dora Hitz war bekannt geworden. In mehreren nationalen und internationalen Künstlervereinigungen bat man sie um ihre Mitgliedschaft. Gemeinsam mit Käthe Kollwitz vertrat sie im Frauenkunstverband die sozialen Belange von Künstlerinnen, und stritt für die Zulassung von Frauen an der Akademie.
Dora Hitz hatte sich als Malerin durchgesetzt. Auf den wichtigen Kunstausstellungen stellte sie mit Erfolg aus. Ab 1897 waren ihre Werke in der Nationalgalerie vertreten. Am 20. November 1924 starb Dora Hitz in Berlin. In wenigen Worten hat Käthe Kollwitz das traurige Ende der Künstlerin festgehalten: „Dora Hitz ist gestorben. Ganz einsam, 71jährig.“

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