DSL für ganz Schnaittach
SCHNAITTACH — Knapp 90000 Euro müsste Schnaittach investieren, um alle seine Ortsteile mit DSL versorgt zu haben. So das Ergebnis einer Ausschreibung, nach der die Marktgemeinde wohl ebenfalls die Simmelsdorfer Lösung einkauft: die sogenannte IFC Technik, die das vorhandene Kupferkabelnetz nutzt.
José Banderas von der Firma Tic Gmbh stellte die technischen Möglichkeiten Schnaittachs und die dazu passenden Angebote verschiedener Anbieter vor. 190000 Euro würde die von ihm empfohlene Gesamtlösung der Firma Voxacom kosten, mit 100000 Euro Zuschuss, dem Maximalbetrag, ist zu rechnen: Die IFC Technik erhöht die Reichweiten des schnellen Internets im bestehenden Kupferkabelnetz.
Sie würde die Datenautobahn bis nach Kirchröttenbach und Großbellhofen sowie Osternohe verlängern. Bereits anderweitig versorgt sind die bisherigen übrigen „weißen Flecken“: Freiröttenbach und Lillinghof sind voraussichtlich ab Mai über Simmelsdorf abgedeckt, Hormersdorf könnte sich etwa ab Juli/August ins Betzensteiner Funknetz einwählen. Für alle gilt: Mindestens der Standard DSL 1000 wird erreicht, oft auch bis hin zu 4000. Voraussetzung ist allerdings, dass die Internetnutzer zum entsprechenden Anbieter wechseln.
Im Schnaittacher Vorwahlgebiet 09153 und im Eckentaler 09126 wäre ein Wechsel zu Voxacom nötig, um Geschwindigkeiten von 2000 bis 23000 Bits/Sekunde zu haben. Banderas versicherte, dass Privatkunden zwar keine Schnäppchen, aber marktübliche Preise erhielten. Firmen könnten S-DSL sogar ab 90 Euro erhalten.
Banderas umriss in der Sitzung knapp die aktuelle Situation. Die DSL-Versorgung im Hauptort sei gut, je weiter aber die übrigen 28 Ortsteile vom Hauptverteiler, der in Schnaittach liegt, entfernt seien desto mehr wirke sich die sogenannte „Kupferdämpfung“ aus. Die Datengeschwindigkeit werde langsamer. Ab fünf Kilometer gebe es selten noch DSL.
Alternativ komme wegen der hügeligen Landschaft Funk flächendeckend nicht in Frage, Kabel Deutschland ist nicht vorhanden. Banderas stellte weitere Alternativen vor, empfahl letztlich aber Voxacom und deren IFC Technik. Der Bauausschuss stimmte dem geschlossen zu, der Gesamtmarktrat muss aber letztlich darüber entscheiden.
Bürgermeister Georg Brandmüller hatte anfangs kritisiert, dass diese Investition eigentlich eine Sache der Daseinsvorsorge und damit „primär eine staatliche Aufgabe“ sei. Banderas sagte im Ausschuss auch klar: „Die Zukunft heißt Glasfaser.“ Ein eigenes Netz sei langfristig sinnvoll. Zumindest sollten bei jedem Tiefbauprojekt Leerrohre verlegt werden.


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