Tri-Team Frankenalb startet in neue Saison

Triathlon lockt immer mehr Sportler

Die erste Garde des Tri-Teams Frankenalb mit Vorsitzendem Michi Kraus (oben links) ist in die Bayernliga aufgestiegen. | Foto: privat2017/02/7817647.jpeg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Schwimmen, Radfahren und Laufen und das bei diesem Wetter? Für die meisten ist an Sport draußen nicht zu denken, die Athleten des Tri-Teams Frankenalb können aber auch im Winter nicht von ihrem Sport lassen und stecken schon mitten in den Planungen für die kommende Saison.

Und die wird es in sich haben, schließlich hat die erste Garde des rund 30 Mann starken Triathlon-Teams aus Hersbruck für Hobbysportler und ambitionierte Triathleten den Aufstieg in die Bayernliga geschafft – nach nur einem Jahr in der Landesliga. Auch dort werden die Schwimmer, Läufer und Radler in diesem Jahr vertreten sein.

„Da wir jetzt so viele Mitglieder sind, können wir ein Team in der Bayernliga für unsere Spitzenleute und eines für die Landesliga für die, die in unseren Sport reinschnuppern wollen, aufbieten“, erklärt Vereinsvorsitzender Michael Kraus. Wer es in die erste Riege schaffen möchte, muss zwei Mindestvoraussetzungen erfüllen: 400 Meter Schwimmen unter sechs Minuten und fünf Kilometer Laufen unter 18 Minuten. „Wer das erreicht, ist im Kader dabei.“

Ob der Sportler dann tatsächlich bei den vier Wettkämpfen am 20. Mai in Weiden, am 18. Juni in Erding (mit bayerischer Meisterschaft), am 15. Juli in Grassau und am 6. August in Regensburg dabei ist, wird die Tagesfitness entscheiden. „Wir verfügen jedenfalls über 14 Startpässe beim bayerischen Triathlon-Verband für die Bayernliga, wovon wir etwa zehn bis zwölf sicher brauchen werden“, meint Kraus.

Starten dürfen in einer Mannschaft vier Athleten – das gilt ab dieser Saison auch in der Landesliga, die vorher keine Begrenzung festgelegt hatte –, drei kommen in der Regel in die Wertung. „Da die Wettbewerbe verschiedene Formen haben, kann das auch mal anders sein“, versucht Kraus das komplexe System einfach zu beschreiben.

Während die Bayernliga-Starter vier Herausforderungen vor sich haben, sind es in der Landesliga Nord nur drei, die sich aber teils mit den Rennen der höheren Klasse überschneiden. Zudem gilt die Regel: „Wer in der Bayernliga gestartet ist, darf in der laufenden Saison nicht auch niederklassiger antreten – anders herum geht das. „Daher brauchen wir auch zwei Kader.“ So findet die Landesliga am 18. Juni in Forchheim parallel zu Erding statt, am 5. August in Kitzingen kurz vor Regensburg. Dritter Termin ist am 23. Juli in Hof.

Bei diesen Gelegenheiten sollen die Newcomer, wie sie Kraus betitelt, „Wettkampfpraxis sammeln“. Unter diesen befinden sich viele Läufer, die zum Triathlon gewechselt sind. Sie, die als Team nichts zu verlieren haben, wie Kraus meint, stellen den Unterbau für die nächsten zwei bis drei Jahre dar. „Die mittel- und langfristige Perspektive für diese Athleten ist die erste Mannschaft“, sagt Kraus. Eben diese möchte sich unter 14 Konkurrenten einen Mittelfeld-Platz in der Bayernliga erkämpfen. Zwei können in die Regionalliga aufsteigen, vier sind dem Abstieg geweiht, erläutert Kraus. Da bleibe nur die Mitte als Ziel „Klassenerhalt“. Doch in der Zukunft will das ehrgeizige Tri-Team „vorne mitspielen“.

Und vielleicht brauchen die Hersbrucker auch noch einen dritten Kader. Es wird nämlich im Verband überlegt, Bezirksligen einzuführen. „Ich finde das super, weil das Ligensystem so weiter ausgebaut werden würde und es nicht so weite Fahrtstrecken gäbe“, äußert sich Kraus begeistert. Das Problem: Wird die Einführung – wie derzeit angedacht – den Bezirken überlassen, fürchtet Kraus eine Ungleichheit, weil einige Teams mit, andere ohne Zwischenschritt aufsteigen. Dennoch sieht er in einer Erweiterung prinzipiell eine Chance für kleinere Vereine.

Dazu zählt das Tri-Team mit seinen 30 Sportlern schon nicht mehr. Diese halten sich im Winter vor allem mit Schwimmen und Laufen fit, plaudert Kraus aus dem Nähkästchen: „Mittwochs wird gemeinsam in der Therme trainiert, freitags ist um 18 Uhr ein Lauftreff und zusätzlich organisieren sich die Jungs und Mädels noch spontane Einheiten.“ Die Profis trainieren zudem noch individuell – „jeder hat ja seine Stärken und Schwächen“, weiß der Triathlet. Aber genau diese Mischung aus Einzel- und Teamtraining macht Triathlon „derzeit so beliebt“, so Kraus.

Und das erkennen auch die heimischen Sponsoren: Dank Zweirad Teuchert, Fahrschule Hegel, Delling, XconCept und der Pizzeria Francesco können die Sportler in einheitlicher rot-schwarzer Rad- und Laufbekleidung antreten. Ist es nicht schwer, für Triathlon Sponsoren zu gewinnen? „Man muss es den Leuten meist entsprechend erklären, wenn man nicht direkte Kontakte hat“, erzählt Kraus.

Er hat sich dazu mit dem Thema befasst und in einer Studie gelesen, dass es beispielsweise im Radsport pro eingesetztem Euro Medienpräsenz im Wert von zehn Euro zurückgibt. Beim Fußball liegt das Verhältnis bei 1:4, der Formel 1 sogar nur bei 1:1,5. Wer sich wo engagiert, ist laut Kraus auch abhängig von der Zielgruppenerreichbarkeit: „Da wir aber hier bekannt sind, sind wir für lokale und regionale Geldgeber interessant.“ Und Erfolge in der Bayernliga können da nur helfen.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch