Freiwillige Klassenreduzierung fällt durch

Tagung der Kreisklassenvereine

Für den SV Altensittenbach nahm Paul Bürner (links) von Kreisspielleiter Max Habermann (rechts) insgesamt drei Paar Fußballschuhe aus der BFV-Sozialstiftung für Flüchtlinge entgegen. Foto: M. Keilholz
Für den SV Altensittenbach nahm Paul Bürner (links) von Kreisspielleiter Max Habermann (rechts) insgesamt drei Paar Fußballschuhe aus der BFV-Sozialstiftung für Flüchtlinge entgegen. Foto: M. Keilholz2016/02/DSC06518-1.jpg

PEGNITZGRUND – Auch bei der Tagung der Kreisklassenvereine fand der Gedanke von Kreisspielleiter Max Habermann nur wenig Anklang, die Ligenstärke der vier Kreisklassen auf freiwilliger Basis von derzeit 16 Vereinen je Staffel zu reduzieren. Wie schon bei der Zusammenkunft der Kreisliga konnte sich nur eine Minderheit damit anfreunden; Von den 55 anwesenden Vereinsvertretern votierten nur 14 für kleinere Klassenstärken.

„Wir werden spätestens in zwei Jahren eine Reform angehen müssen, weil wir nicht auf Dauer mit dieser Spielstärke weiterspielen können“, hatte Habermann zuvor in seinem Plädoyer vergeblich für eine freiwillige, vorausschauende Ligengestaltung plädiert.  „Wir bekommen immer weniger Mannschaften und mehr Spielgemeinschaften“, zeichnete der Kreisspielleiter die Entwicklung voraus. Durch die demografische Entwicklung und Abwanderung von Jugendlichen in die Ballungszentren rechnet er für die nächsten beiden Spielzeiten damit, dass sich im Kreis bis zu 20 Vereine zu Spielgemeinschaften zusammenschließen.

Zu diesem Szenario passt, dass es in der laufenden Saison bisher vier Mannschaftzurückziehungen gegeben hat. Neben drei zweiten Mannschaften in der untersten Klasse hat der SV Hartenstein in der A-Klasse 4 seine Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet. Die Argumente des Kreisspielleiters fruchteten allerdings nicht; 41 Vereine (74,5 Prozent) sprachen sich dafür aus, bis auf weiteres bei 16er-Ligen zu bleiben.

Wie das Kreisoberhaus startet die Kreisklasse, ebenso wie die A- und B-Klassen, am Wochenende 5./6. März mit einem Nachholspieltag aus der Winterpause. Während der Ostersamstag für Nachholspiele bereit steht, wird an Himmelfahrt (5. Mai) und am Pfingstsamstag und -sonntag (14./15. Mai) nicht gespielt.

Die Saison endet am 12. Juni. Erster Termin für Entscheidungsspiele ist der 15. Juni und am 16. Juni startet die Relegation. Diese überschneidet sich mit der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich, die am 10. Juni beginnt. Die deutsche Fußballnationalmannschaft bestreitet ihr erstes Gruppenspiel am 12. Juni gegen die Ukraine.

Die Auf- und Abstiegsregelung ist wie in der vergangenen Saison. Die Meister der vier Kreisklassen-Staffeln steigen in die Kreisliga auf. Die Vizemeister spielen mit den zwei Kreisliga-Releganten um mindestens einen freien Platz im Kreisoberhaus.
Aus jeder Kreisklasse steigen die drei letztplatzierten Vereine ab. Aus den sechs A-Klassen steigen die Meister und Tabellenzweiten direkt auf und die jeweiligen Letzten und Vorletzten ab. Aus den sechs B-Klassen steigen Meister und Vize direkt auf.

Zwischen Kreisklasse und A-Klasse gibt es ebenso keine Relegation wie zwischen A- und B-Klasse. Werden in der Kreisklasse zusätzliche Plätze frei, spielen diese die Tabellendritten der A-Klassen aus. Analog haben die B-Klassendritten nur dann eine Chance zum Aufstieg, wenn in der A-Klasse die Gesamtzahl von 90 Mannschaften unterschritten wird.

Schiedsrichterobmann Stefan Stadelmann und der Chef der Gruppe Forchheim, Christoph Stühler, fanden deutliche Worte, was die Disziplin auf den Sportplätzen und den Umgang mit den Schiedsrichtern in den sozialen Medien betrifft. Beide sagten, dass Schiedsrichter in diversen Portalen an den Pranger gestellt würden, was teils anonym geschieht und bis zur namentlichen Denunzierung und Diffamierung gehe.
Stadelmann und Stühler wiesen auch darauf hin, dass die Ressourcen bei den vier Schiedsrichtergruppen im Kreis erschöpft sind. Wie die Fußballvereine, so haben auch die Schiedsrichter mit schwindenden Zahlen und fehlendem Nachwuchs zu kämpfen. Dies führt dazu, dass inzwischen Spiele in der B- und teilweise A-Klasse nicht mehr durch einen geprüften Unparteiischen besetzt werden können. Stadelmann: „Wir versuchen alles, um die Spiele zu besetzen, aber auch bei uns verlagern sich die Prioritäten in der Art und Weise, dass junge Schiedsrichter nicht mehr zwei oder dreimal am Wochenende pfeifen“.

Die Schiedsrichterführung setzt daher einmal mehr ihre Hoffnung auf neue Kameraden und warb bei allen Tagungen für Neulingslehrgänge. Die Schirigruppen Pegnitzgrund und Fränkische Schweiz starten am Freitag, 19. Februar, beim FC Hedersdorf einen gemeinsamen Kurs und die Gruppe Forchheim plant vom 8. bis 10. April einen Kompaktlehrgang.

Schließlich warb bei allen Tagungen Kreisehrenamtsbeauftragter (KEAB) Alexander Männlein für die Fortbildungsveranstaltungen für interessierte Vereinsmitarbeiter. Die nächsten Infoabende zum Thema „Verabschiedungskultur verdienter Vereinsmitarbeiter“ finden am Montag, 15. Februar, 19 Uhr, im Sportheim der SpVgg Sittenbachtal und am 25. Februar bei der SpVgg Heßdorf statt.

N-Land Manfred Keilholz
Manfred Keilholz