Reine Kopfsache
JAKARTA/HERSBRUCK — Diese Reise in die Hauptstadt Indonesiens hat sich für Maria Weiß nicht gelohnt: Beim dritten Premier League-Turnier der Saison in Jakarta belegte die Karatekämpferin des TV Hersbruck „nur“ den fünften Platz, verteidigte damit aber ihre Führung in der Gesamtwertung des prestigeträchtigen Wettbewerbs.
Nach ihren Siegen in Paris und Dordrecht (Niederlande) - den beiden ersten Turnieren der mit dem Weltcup im Radsport oder der „Diamond League“ in der Leichtathletik vergleichbaren Premier League-Serie - war es für die 29-Jährige Ehrensache, auch bei dem Turnier in Fernost anzutreten. Viele andere europäische Athletinnen in ihrer Gewichtsklasse bis 68 Kilogramm verzichteten dagegen auf die lange Reise. Insgesamt gingen nur elf Frauen auf die drei Tatamis (Wettkampfmatten), vor allem aus Indonesien, Malaysia und Australien.
In der ersten Runde zog Weiß ein Freilos, anschließend musste sie gegen die Iranerin Aghaei Mohadaseh ran. Gegen die hoch aufgeschossene, gut zehn Zentimeter größere, dafür aber nicht besonders schnelle Iranerin entschied sich die Hersbruckerin „erst einmal ihre Angriffe abzuwarten und direkt nach der Aktion selbst anzugreifen“. Prompt tat ihr die Kontrahentin den Gefallen - und schon führte Weiß mit 1:0. So musste Mohadaseh weiter den Vorwärtsgang einlegen und wurde von der Mannschafts-Weltmeisterin des Jahres 2008 eiskalt zum klaren 5:0 ausgekontert.
Im Halbfinale traf Maria Weiß dann einmal mehr auf die Französin Tiffany Fanjat, die sie zuletzt zweimal - darunter in Paris nach einem hochklassigen Duell per einstimmigem Kampfrichterentscheid - bezwungen hatte. Auch dieses Mal schenkten sich die beiden Kontrahentinnen nichts, am Ende setzte sich dieses Mal die amtierende Premier League-Gewinnerin Fanjat knapp mit 1:0 durch. „Ich war nicht so konzentriert wie bei unseren letzten Kämpfen“, sagte Weiß anschließend. Weil die Französin im Finale Kamila Warda aus Polen mit 2:0 bezwang, behielt die Hersbruckerin dennoch ihre Führung in der Premier League.
Auch in der Trostrunde haderte die amtierende Studenten-Europameisterin mit ihrer sonst nahezu sprichwörtlichen mentalen Stärke und unterlag der Australierin Stephanie Harris ebenfalls knapp mit 1:2. „Nach meiner langen ersten Jahreshälfte wohl normal“, resümierte Maria Weiß. Immerhin hat sie seit Januar neben den beiden Premier League-Turnieren bereits die Deutsche Meisterschaft sowie die Europameisterschaft auf Teneriffa (wir berichteten) in den Knochen.
Auch der Rest des Jahres hat es in sich: Vor ihrem zweiten Saisonhöhepunkt, der WM in Paris im November, stehen für die Nationalkader-Athletin noch die Premier League-Turniere in Istanbul und Frankfurt, der Weltcup in Moskau sowie ein Ländervergleichskampf auf dem Programm.


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