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Sport DB
05.02.12 17:10 Uhr

Alle Trends beim TSV wurden bestätigt

Von: Der Bote

FEUCHT – In der Ergebnisliste der Feuchter Volleyballer lesen sich einige gute Resultate, doch in Summe wurden alle Trends bestätigt. Die Bayernliga-Mädels verloren erneut nach phasenweise gutem Spiel, die Bezirksklassen-Männer zogen weiter durch und schlugen in einer echten Revanche sogar den Tabellenführer und die Kreisliga-Männer erfüllten die eigenen Ansprüche und punkteten weiter geregelt.

Die Hoefer-Mädels legten beim VC Katzwang-Schwabach los, als hätte es nie eine Krise gegeben. Mutig und geschlossen aus einem gut organisierten Kollektiv machte die Truppe vom Start weg Druck. Besonders der Aufschlag war für einige Punkte gut, aus einer stabilen Defensive und einem variablem Angriffsspiel heraus holte sich der TSV verdient den ersten Set mit 25:18. Herausragend in dieser Phase der Block, der die Gastgeberinnen immer wieder zur Verzweiflung brachte. Trainer Hoefer: „Das sah gut aus, und man konnte sich fragen, warum dieses Team so tief im Sumpf steckt und nicht herauskommt.“ Doch im weiteren Spielverlauf gab die Mannschaft immer mehr Antworten auf diese Frage.

Im ersten Durchgang waren alle Spielerinnen noch frisch, konzentriert und mutig im Kopf, den Schwung nahm der TSV mit in den zweiten Satz. Schnell und kämpferisch gut setzte sich Feucht mit 10:2 ab. Doch immer häufiger zeigte sich, dass die Defensive noch viel zu wenig Selbstvertrauen hat und damit schnell aus der Bahn zu werfen ist. Katzwang war in dieser Phase eigentlich noch deutlicher unterlegen, hielt aber mit starken, vor allem taktischen Aufschlägen den Anschluss. Mit einer Fünfer-Serie verkürzten die Gastgeberinnen, der TSV hielt nochmals dagegen, um Katzwang-Schwabach trotzdem wieder dank zweier Serien auf 19:20 herankommen zu lassen. Den Satz holte sich der Außenseiter mit 25:21, doch die Verunsicherung schlich sich wieder so langsam in die Aktionen des TSV ein, im Gegenzug nahmen die Gastgeberinnen immer mehr Fahrt auf.

Der TSV sammelte sich nochmals und wollte unbedingt den so wichtigen Erfolg erzwingen. Die kämpferische Startphase im dritten Durchgang wurde mit einer 13:7-Führung belohnt. Doch es war dieses Mal eine Siebener-Aufschlagserie, die den VC heranbrachte und dem TSV wohl endgültig das Genick brach. „Leider ist es so, mehr ist aktuell nicht nötig, um uns zu bezwingen“, registrierte Trainer Hoefer den Gang der Dinge. Dabei war die Defensive in dieser Phase zunächst nicht schlecht, doch das anfänglich gute Zuspiel wurde immer unsicherer und durchschaubarer, der TSV übte kaum noch Druck in der Offensive aus und musste immer häufiger zusehen, wie die nun rollende Offensive der Gastgeberinnen reihenweise die Dankebälle versenkte. Hinzu kam, dass alle Wechsel nicht den gewünschten Effekt brachten. Bei 17:17 gelang dem VC erstmals der Ausgleich, der TSV bäumte sich mit drei Punkten in Folge nochmals auf (23:24), um den Satzverlust dann doch zu quittieren.

Nun war wieder der TSV auf dem Parkett, der über die gesamte Saison kaum ein Bein auf den Boden bekommt und viel zu selten Aktionen auf Bayernliganiveau zeigt. Eine hohe Fehlerquote in Defensive und Zuspiel, fehlerhafter oder zu druckloser Angriff, hilfloser Block gegen einen nun souverän aufspielenden Gegner. „So spielt ein Team ohne jedes Selbstvertrauen und es gelingt uns nicht, uns da heraus zu spielen“, registrierte Co-Trainer Ronald Loos konsterniert.

Viele erfolglose Wechsel zogen sich durch den vierten Set, den die Feuchterinnen mit 13:25 um die Ohren bekamen. Nachdem sich keine Auswechselspielerin so richtig empfahl, ging Feucht mit dem Sechser der ersten beiden Sätze in den Tiebreak – eine verhängnisvolle Entscheidung der Trainergespanns. Ab dem 2:2 machten die TSVlerinnen Eigenfehler ohne Ende und brachten keinerlei Druck in die eigenen Angriffe, der Satz und das Spiel gingen am Ende glatt verloren (6:15).

Ganz anders präsentieren sich aktuell die so lange gescholtenen Bezirksklassen-Männer von Maik Rüdiger. Er hat scheinbar den Schlüssel gefunden, aus vielen Einzelkämpfern eine Einheit zu bilden. Denn dem Team gelang der dritte Spieltag in Folge mit jeweils zwei Siegen.

Wie stabil die Truppe mittlerweile auftritt, zeigte sich im Spiel gegen den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer VfL Nürnberg. In einem hart umkämpften ersten Set lag der TSV lange zurück, um am Ende dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit 25:22 die Nase vorn zu haben. Der VfL konterte und zog im zweiten Satz ab dem 17:16 unaufhaltsam davon. Der Faden war auf Feuchter Seite offensichtlich etwas angerissen und sollte im dritten Durchgang kapital reißen. Mit 10:25 flogen die Bälle dem TSV nur so um die Ohren. Doch es spricht für das Team, dass es weiter mutig zusammen stand und sich zurück ins Match kämpfte. Als ob die Truppe den Ritt auf der Rasierklinge bräuchte: Mit 29:27 gelang tatsächlich die Wiederauferstehung und der Satzausgleich.

Dass es dem TSV nicht eng genug zugehen kann, zeigte die Mannschaft schon die letzten Wochen. Auf tollem Niveau nahmen sich die Teams geregelt den Aufschlag ab. Beim Stand von 14:13 dann wirklich der erste Matchball für Feucht, der aber vergeben wurde. Doch die Partie war erst am Anfang einer echten Nervenschlacht. Das Spiel wogte hin und her, bis Feucht beim Stand von 20:19 und der Abwehr einiger Matchbälle selber den Dritten verwertete.

Der Jubel war groß, denn nach Siegen gegen den Ersten und Zweiten hatder TSV endgültig im Aufstiegskampf angeklopft. Die zweite Partie musste mit viel Konzentration angegangen werden. Solche Spiele sind oft die schwersten, doch der TSV ist aktuell einfach so stabil und stark im Team, dass die Mannschaft diese Aufgabe souverän löste. Gegen den TSV Neunkirchen 2 gelang ein klarer 3:0-Sieg (25:21; 25:10; 25:12).

Den Brand-Männern gelang zwar nicht der nächste Coup gegen einen Tabellenführer, der ASV Neumarkt setze sich deutlich mit 3:0 durch. Doch der TSV Feucht konterte zuverlässig mit dem gleichen Ergebnis gegen Egloffstein und holte damit wieder einen verdienten Sieg. AH/100




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