Der Schiedsrichtermangel wird spürbarer

NÜRNBERGER LAND – Auch bei der Tagung der Kreisklasse 4 und 5 sowie der heimischen A- und B-Klassen im Sportheim des SV Neuhaus nahm die Tatsache, dass auf den Sportplätzen der Gedanke des „Fair Play“ mit Füßen getreten wird, breiten Raum ein. Darüber hinaus nutzte Kreisschiedsrichter-Obmann (KSO), Stefan Stadelmann (Hersbruck), wie schon bei der vorangegangenen Kreisligatagung in Forth die Gelegenheit, um den Vereinsvertretern eindringlich die Situation eines sich immer deutlicher abzeichnenden Schiedsrichtermangels vor Augen zu führen.
Mit als Gast neben Kreisspielleiter Max Habermann und den Gruppenspielleitern Manfred Kressner und Thomas Beetz am Tisch der Kreisspielleitung saß Kurt Leonhard Vogl vom zuständigen Kreissportgericht aus Nürnberg. Zur allgemeinen Überraschung hatte allerdings kein einziger der Anwesenden, die trotz des schlechten Wetters fast vollzählig den Weg nach Neuhaus gefunden hatten, eine Frage an den für sie zuständigen Sportrichter.
Schlusslicht FSV Schönberg und der TSV Neunhof läuten in der Kreisklasse 5 mit ihrem Nachholspiel am 11. März den Saisonendspurt ein. Alle anderen Teams starten ebenso wie die A- und B-Klassen eine Woche darauf aus der Winterpause. Die Saison endet in allen Klassen des Kreises am 10. Juni.
Bei den sich anschließenden Entscheidungs- und Relegationsspielen spielen die fünf Kreisklassen-Zweiten im gewohnten Modus mit den beiden Rangdreizehnten der beiden Kreisligen zwei freie Plätze fürs Kreisoberhaus aus. Eine Relegation zwischen Kreis- und A-Klasse gibt es diesmal nicht. Wegen des Abbaus einer Spielklasse auf künftig vier Staffeln steigen allerdings aus jeder der fünf Kreisklassen die vier Letzten ab.
Die Vizemeister der fünf A-Klassen spielen um die freien Plätze in der Kreisklasse, wobei nur ein einziger Aufstiegsplatz sicher ist. Aus den A-Klassen 1 bis 3 steigen die letzten drei Teams ab; aus der Gruppe 4 und 5 die beiden Letztplatzierten. Zwischen A- und B-Klasse gibt es ebenfalls keine Relegation. Dafür steigen aus den B-Klassen die Meister und Zweiten direkt auf.
Kreisschiedsrichterobmann Stefan Stadelmann verdeutlichte den Vertretern der Vereine die dramatisch sich zuspitzende Personalsituation bei den Schiedsrichtern. Er betonte, dass die vier Schiri-Gruppen des Kreises bestrebt sind, alle Spiele zu besetzen, was mit Ausnahme von diversen B-Klassen und einigen unteren Klassen bei den Junioren momentan auch noch funktioniere.
„Das ist langfristig nicht mehr aufzufangen“, malte der Schiri-Obmann allerdings ein düsteres Bild und verwies auf die Tatsache, dass viele Kameraden jedes Wochenende drei bis vier Mal pfeifen. Nur so sei momentan eine Besetzung vieler Spiele mit einem neutralen Schiedsrichter überhaupt noch möglich.
Stadelmann machte darüber hinaus deutlich, dass eine Reihe von Schiedsrichtern über 60 Jahre als ist und damit abzusehen sei, dass sich diese zurückziehen. Er legte den Vereinen mit Nachdruck den anstehenden Neulingslehrgang ans Herz, der am 11. Februar bei Eintracht Hersbruck startet. Dafür haben sich bisher zwölf Personen angemeldet, in der Mehrzahl allerdings Kinder und Jugendliche. Lehrwart Kurt Linhardt würde sich dazu einen größeren Zulauf und vor allem Kameraden im Alter von 25 bis 50 Jahre wünschen, die die Schiedsrichterei zu ihrem Hobby machen.
Danach sieht es aber nicht aus. So sind Befürchtungen, dass sich Nichtbesetzungen schon alsbald auch in die A-Klasse und in noch größerem Umfang den Juniorenbereich hinein auswirken, nicht von der Hand zu weisen. mk


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