SV Schwaig kommt in Fahrt
DEGGENDORF (lap) — Wie bereits in Neumarkt gelang dem SV Schwaig zum zweiten Mal eine beeindruckende Revanche: Die Regionalliga-Volleyballer zeigten in Deggendorf ihre – laut Kapitän Christian Schwabe –„beste Saisonleistung, besser als gegen Herrsching“. Sie überwanden den Favoriten TSV Deggendorf deutlich mit 3:1 (25:18, 25:14, 18:25, 25:20) und machten die 0:3-Heimschlappe aus dem Hinspiel wett.
Auf dem Feld ein Humba-Tanz oder zwei, während der nächtlichen Heimreise Partystimmung im Mannschaftsbus: Nach dem unerwarteten und klaren 3:1-Triumph feierten die 13 Schwaiger Volleyballer um ihren Trainer Anto Juric ausgelassen ihren Sprung auf Tabellenplatz fünf. 81 Gesamtminuten währte das Spektakel beim TSV, das die Schwaiger von Anfang an dirigierten.
Der erste Satz dauerte 19 Minuten. Und obwohl die Gäste mit 1:6 zurücklagen und ihnen Übles schwante, retteten sie sich: Eine Auszeit brachte das Team zurück zum 9:9 und nach konsequenter Blockarbeit zum vorentscheidenden 25:18. Dieser Auftakt motivierte für den Rest; das Team war an diesem Abend in Höchstform. In den nur 14 Minuten des zweiten Satzes schienen die Deggendorfer folglich kein Bein aufs Parkett zu bekommen: Schwaigs gute Aufschläge, eine flinke, nimmermüde Abwehr und schnelles Spiel über die Mitte verschlug den Gastgebern und rund 60 Zuschauern beinahe den Atem.
Erst im dritten Satz forderte das hohe Tempo Tribut. Da lagen die Schwaiger 4:9 zurück; der TSV bewies, warum er verdientermaßen noch auf einem höheren Tabellenplatz steht. Die Franken fanden nicht konsequent genug ins dritte Viertel und schenkten den Durchgang mit 18:25 nach 22 Minuten her.
Der letzte Satz wurde für beide Seiten zum Schaulaufen auf Augenhöhe: Schwaig ging erneut in Führung und gab sie (bis auf ein 16:16) in den folgenden 23 Minuten nicht mehr ab. Der TSV hatte zwar aus dem vorherigen Satz Kraft geschöpft. Aber gegen die fulminant aufgelegten Schwaiger – mit ihrer tollen Ballannahme, Klasseangriffen über die Mitte und einem prima aufgelegten Mittelblocker Johann Holzer – waren sie an diesem Abend chancenlos. Für den SVS war es der dritte Auswärtssieg in Folge.
Nun gilt es; die Saison 2011/12 tritt in die entscheidende Phase. Auch das nächste Duell am 4.Februar wird zur Standortbestimmung: Die Hafeneinfahrt ins obere Tabellendrittel ist bereits weit geöffnet – der Schwaiger Tanker, der einst mit vier Niederlagen hintereinander zu sinken schien und dann ständig in unterer bis mittlerer Tabellenposition vor sich hindümpelte, kommt in Fahrt.
Zumal sich die Konkurrenten Blößen gaben: So unterlag Herrsching daheim Nittenau mit 1:3. Deshalb könnte ein SV Schwaig in der Form des denkwürdigen Deggendorf-Spieles für weiteres Aufsehen in der Liga sorgen. Denn es geht um 19.30 Uhr zum strauchelnden VC Eschenbacher Eltmann. Der nämlich verlor am Samstag zuhause gegen das offensichtlich unterschätzte Tabellenschlusslicht Mühldorf – das, was das Ganze noch prickelnder machte, sein erstes Spiel nach elf Niederlagen überhaupt gewann.


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