Kraftvolles Spiel triumphiert über Finesse

HERSBRUCK (kp) — Ihren dritten Sieg hintereinander haben die Basketballer des TV Hersbruck eingefahren: Gegen den SC Großschwarzenlohe gewannen sie sicher mit 77:67 und schoben sich damit am Gegner vorbei auf Rang sechs der Bezirksklasse.
Von der Philosophie her hätten die beiden Kontrahenten kaum unterschiedlicher sein können: Während die Turner wie gewohnt auf das kraftvolle Spiel ihrer großen Leute vertrauten, setzten die Gäste auf das gute Händchen ihrer Distanzschützen - und brachten die Hausherren phasenweise in arge Verlegenheit.
Zunächst sah alles danach aus, als ob der TV seine Gegner schlicht überrollen würde. Zwei Körbe von Routinier Dirk Servas und ein Dreier von Markus Wolf sorgten für die schnelle 7:0-Führung der Hausherren, ehe Großschwarzenlohe überhaupt die ersten Punkte auf die Anzeigentafel brachte. Und weiter ging s im Eilzugtempo - immer wieder dribbelten Servas, Alex Godau und Wolf energisch in die Zone der Gäste und brachten diese früh in Foulprobleme.
Hätten nicht Chris Jansen-Trejo und Florian Boyer ihr Wurfgefühl von jenseits der Dreierlinie unter Beweis gestellt, der Sportclub wäre schon da aussichtslos zurückgefallen. Die beiden flinken Aufbauspieler brachten die Gäste mit dem dritten ihrer insgesamt neun Dreier Mitte des ersten Quarters auf 15:11 heran - obwohl Trainer Heinz Prögel seinen Schützlingen in einer Auszeit einschärfte, „auf außen aufzupassen“.
Unter dem Korb jedoch hatten eindeutig die langen TV-Akteure das Sagen. Zwar schnappten sich die großgewachsenen Gästespieler etliche Rebounds (Abpraller nach Fehlwürfen), mit ihren Wurfversuchen scheiterten sie dagegen meist kläglich. So zog Hersbruck bis zum Ende des ersten Viertels mühelos auf 25:19 davon.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs wischten die nächsten Gäste-Dreier durch die Reuse und der Vorsprung der Hausherren schmolz bedenklich auf 28:25. Doch erneut überzeugte Hersbruck mit schnellen Passfolgen, gut gesetzten Blocks und genauen Anspielen auf die zum Korb ziehenden Center - vor allem der spielfreudige Alexander Schug drehte in dieser Phase mächtig auf und legte seinen Mitspielern Klaus Prögel, Servas und Godau gleich reihenweise leichte Körbe auf.
In den letzten eineinhalb Minuten vor der Pause verloren die Turner dann wieder etwas den Faden und ließen Großschwarzenlohe binnen 70 Sekunden von 40:32 auf 41:37 herankommen - auch weil die Hausherren von der Linie ihr bekannt zittriges Händchen offenbarten. Gerade einmal 16 von 30 Freiwürfen verwandelten Wolf und Co. (mäßige 53 Prozent).
Nach dem Wechsel schienen die Turner das Spiel vollends aus der Hand zu geben. Während nun die TV-Center unter dem Korb auch beste Gelegenheiten ausließen, attackierte Großschwarzenlohe energisch die Hersbrucker Zone und übernahm nach dreieinhalb Minuten im dritten Viertel beim 45:46 erstmals die Führung.
Es sollte ihre einzige in der Partie bleiben. TV-Coach Heinz Prögel nahm postwendend eine Auszeit und schwor seine „Jungs“ auf ihr bewährtes Centerspiel und eine aggressivere Verteidigung ein. Die beherzigten seine Anweisungen, ließen in den nächsten sechseinhalb Minuten keinen einzigen Feldkorb der Gäste mehr zu und trafen selbst nach Belieben - ob aus der Zone über Godau und den mit 18 Punkten besten Punktesammler Servas oder von außen über ihre Flügelspieler Wolf und Klaus Prögel (56:49).
Der SCG kam zum Start des vierten Viertels zwar dank eines weiteren Dreiers noch einmal bis auf 56:53 heran, dann aber legten die Großen auf Hersbrucker Seite wieder eine Schippe drauf. Mitte des Durchgangs brachte dann ausgerechnet der bis dahin eher mit fahrigem Spiel aufgefallene Markus Knörndel die Partie endgültig außer Reichweite der Gäste: In aller Seelenruhe verwandelte er in aufeinander folgenden Angriffen zwei Dreier zum vorentscheidenden 66:56.
Den Schlusspunkt setzte schließlich Alex Schug: Obwohl die Begegnung längst entschieden war, blockte der sprunggewaltige Youngster kurz vor Schluss mit einer spektakulären Flugeinlage noch einen Korb leger der Gäste - und versetzte den tapfer kämpfenden Großschwarzenlohern damit auch psychologisch den K.o.
TV Hersbruck: Servas (18), Ma. Wolf (17), Knörndel (13), Godau (12), Schug (8), K. Prögel (7), H. Prögel (2), Schombara.


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