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Sport HZ
30.01.12 17:22 Uhr

Dem „Fluch“ gebeugt

sport(at)hersbrucker-zeitung.de

Wie beherzt die Röthenbacher Abwehr mitunter zugriff, bekam hier Ersatz-Kreisläufer David Benaburger zu spüren. Foto: Porta

HERSBRUCK (kp) — Es bleibt dabei: Die Handballer des HC Hersbruck können gegen den TSV Röthenbach einfach nicht gewinnen. Trotz einer sehr guten ersten Hälfte unterlagen die Schützlinge von Trainer Matthias Abrell ihrem Angstgegner dieses Mal in eigener Halle mit 22:27.

Der Trainer des HC Hersbruck zeigte nach dem Schlusspfiff deutlich, was er von der Vorstellung seiner „Jungs“ im total verkorksten zweiten Durchgang hielt: „Ich hab so einen Hals“, signalisierte Abrell mit zwei auf Schultermitte gehaltenen Händen. Entsprechend negativ fiel denn auch seine Bilanz aus: „Wir haben das Spiel nach der Pause einfach weggeworfen.“

Das war durchaus wörtlich zu verstehen: Gleich reihenweise landeten im zweiten Durchgang die Pässe von Michael Kettler, Victor Vogel und Co. im Nirgendwo und eröffneten den Gästen so etliche Gelegenheiten zu einfachen Gegenstoß-Toren. Kombinierten sich die Hausherren doch einmal erfolgreich durch die kompakte TSV-Abwehr, war der schlecht platzierte Abschluss zumeist sichere Beute des Röthenbacher Keepers oder brachte das Tor erst gar nicht in Gefahr.

In der ersten Hälfte hatte das noch ganz anders ausgesehen: Da machten die Hausherren schnell deutlich, dass sie den „Fluch“ gegen Röthenbach endlich brechen wollten. Schließlich war ihnen seit dem Aufstieg des TSV in die Bezirksklasse im Jahr 2007 kein Sieg mehr gegen diesen Gegner gelungen. Doch von Nervosität ob der schwarzen Serie war lange Zeit nichts zu spüren. Im Gegenteil: Seit Ende November in fünf Spielen ungeschlagen (9:1 Punkte), trat der HC selbstbewusst auf, agierte im Angriff variabel und kombinierte geduldig, bis sich offene Würfe ergaben.

Die zappelten zumeist im Netz, weil die Rückraumschützen um den mit acht Treffern erfolgreichsten Werfer Dominik Gross punktgenau zielten. Außen Moritz Keller und Kreisläufer Alexander Bust verwerteten obendrein hellwach die sich bietenden zweiten Chancen. So hatte sich der HC nach gut zehn Minuten eine klare 7:3-Führung erarbeitet, und hielt diesen Vier-Tore-Vorsprung bis zum 11:7 vier Minuten vor der Halbzeit.

Anschließend begann die Partie zu kippen. Zwar retteten die HC-Handballer noch eine 12:10-Führung in die Kabine, doch schon da unkten einige Beobachter auf der gut gefüllten Tribüne im Sportzentrum, dass „das heute wohl wieder nichts wird“.

Und sie sollten recht behalten. Die zweite Halbzeit hatte kaum begonnen, da musste Phillip Zinner für zwei Minuten auf die Strafbank und die Gäste glichen in Überzahl zum 14:14 aus. Zwar brachte Gross mit einem schönen Gegenstoßtor den HC noch einmal nach vorne, doch die Röthenbacher konterten gegen die nun längst nicht mehr so gut wie vor der Pause verschiebende und entschieden zupackende Hersbrucker Abwehr schnell zum 15:16. Nicht einmal sechs Minuten waren zu diesem Zeitpunkt im zweiten Durchgang absolviert.

Wenig später dann die (vermeintliche) Schlüsselszene in dem nun zusehends hitzigeren Lokalderby: Nach einem weiteren unnötigen Ballverlust des HC-Angriffs spielte der Röthenbacher Keeper einen langen Pass auf seinen Außen. Hersbrucks gewohnt sicherer Schlussmann Alex Vogel rempelte beim Abwehrversuch den durchgebrochenen Angreifer um und erhielt dafür eine Zweiminutenstrafe. 40 Sekunden später folgte ihm sein Ersatzmann Zinner wegen eines ähnlichen Vergehens.

„Ob diese doppelte Unterzahl meine Jungs endgültig aus dem Konzept gebracht hat, weiß ich nicht“, sagte Abrell. Immerhin überstanden seine Schützlinge die heikle Situation mit nur einem Gegentreffer. Andererseits mussten die Hausherren gut sieben Minuten warten, ehe Gross mit einem verwandelten Siebenmeter zum 16:19 endlich wieder etwas Zählbares auf die Anzeigentafel brachte.

Doch da war das Pendel längst zu Gunsten des „Angstgegners“ ausgeschlagen. Wie verunsichert die Hausherren nun waren, zeigte eine Überzahlsituation gut zehn Minuten vor Schluss - beim Stand von 18:23 die letzte Chance des HC, sich noch einmal in die Partie zu kämpfen. Doch außer einem schnellen Treffer von Bust standen am Ende der Zeitstrafe nur noch ein Pfostenknaller von Daniel Schiller und ein Fehlpass zu Buche. Kaum wieder komplett, setzte Röthenbach mit dem 19:24 den endgültigen K.o. „Jetzt müssen wir eben nächste Woche beim FSV Erlangen-Bruck gewinnen“, übte sich derweil Matthias Abrell angesichts der erneuten Derbypleite in Galgenhumor.

HC Hersbruck: A. Vogel; Benaburger, Kellner (1), Kettler (2), Zinner (1), Schiller (4/2), V. Vogel (2), Eber, Gross (8/2), A. Nürnberger, Bust (4), Donhauser.




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