Abschied von der „BOL“
WENDELSTEIN (mk) — Die Halbzeittagung der drei Ligen des Bezirks Mittelfranken im Sportpark des FV Wendelstein war die letzte in dieser Zusammensetzung. Nach Auflösung der Bezirksoberliga (BOL), die ab der kommenden Saison in der neuen Landesliga aufgeht, werden in diesem Kreis bei der nächsten Tagung nur noch die Vertreter der beiden Bezirksligen zusammenkommen.
Bezirksspielleiter Ludwig Beer, der seinerseits seinen Rückzug für 2014 ankündigte, zeigte sich mit der sportlichen Zwischenbilanz rundum zufrieden. Die Spiele konnten bis zur Winterpause komplett abgewickelt werden.
Wenn es etwas zu monieren gab, dann war es die hohe Zahl von 90 roten Karten, die bisher in den drei Ligen verhängt worden sind. Beer appellierte an die Beteiligten, gegenzusteuern, damit nicht alles aus dem Ruder läuft und mahnte: „Die heiße Saisonphase steht erst bevor“. Der Vorsitzende des Bezirkssportgerichts, Manfred Zimmermann, appellierte ebenfalls, auf die Spieler einzuwirken, „damit die roten Karten nicht überhand nehmen“.
Den Spitzenwert mit 38 Feldverweisen auf Dauer hält die Bezirksliga 1 (Nord). In der Bezirksoberliga gab es 29, in der Bezirksliga 2 (Süd) 23 rote Karten. Die meisten „Bekanntschaften“ mit dem Sportgericht haben in der BOL der TSV Kornburg und der 1. FC Hersbruck mit je vier Fällen gemacht. In der Bezirksliga 1 liegen Bayern Kickers und der TSV Röttenbach mit je fünf Fällen vorne; in der Bezirksliga 2 hält der FV Uffenheim mit sieben Fällen klar den Spitzenwert.
„Weiße Westen“ haben in der BOL der BSC Woffenbach und Quelle Fürth, in der Bezirksliga 1 der SV Tennenlohe und TV 48 Erlangen und in der Bezirksliga 2 neben vier weiteren Vereinen der TSV Winkelhaid.
Negativer Höhepunkt war der Spielabbruch zwischen dem SC Schwabach und 1. FC Hersbruck in der Bezirksliga 1. Wobei Zimmermann einräumte, dass sich die Geschehnisse der Partie am letzten Spieltag vor der Winterpause nicht so klar darstellen, wie es nach Eingang der Schiedsrichtermeldung den Anschein hatte. Die Einschätzungen des Sportrichters haben sich in der Zwischenzeit bestätigt; das Spiel ist vom Bezirkssportgericht nämlich neu angesetzt worden.
BSA-Mitglied Siegmar Seiferlein appellierte an alle Fußballer, dem Schiedsrichter wieder mehr Respekt entgegen zu bringen: Auch Trainer und Übungsleiter seien verstärkt gefragt, dazu beizutragen, dass Gewalt und Eskalationen vermieden werden.
Roland Winkler, ehemaliger Landesliga-Schiedsrichter und Trainer des SC Rupprechtstegen, nahm dazu aus Trainersicht Stellung. Dieser findet fünf Fälle von Trainermeldungen bei 432 Spielen nicht viel und kritisierte, dass sich so mancher Schiedsrichter im Ton vergreift, wenn sich Trainer bei Entscheidungen emotional äußern, wie er selbst wenige Tage zuvor beim Hallenkreisfinale erleben musste. Winkler wünscht sich stattdessen, dass Schiri-Kollegen Trainern in einem angemessenen Ton gegenübertreten.
Sportlich ist, bedingt durch die Neustrukturierung der Spielklassen, ein spannendes Saisonfinale zu erwarten. Während der BOL-Meister um den Aufstieg in die neue Verbandsliga spielt und im Erfolgsfall eine Klasse überspringt, qualifizieren sich die Zweit- bis Sechstplatzierten direkt für die neue Landesliga.
Die Vereine auf den Rängen 8 bis 12 spielen zusammen mit den beiden Bezirksliga-Meistern um vier weitere Plätze. Die Auslosung ergab folgende Paarungen: BOL 8. – BOL 10, BOL 12 – BOL 7, BOL 11 – Meister Bezirksliga 1, Meister Bezirksliga 2 – BOL 9. Spieltermine sind unmittelbar nach Ende der Saison am 23. Mai und Pfingstsamstag 26. Mai. Gespielt wird in Hin- und Rückspielen nach dem Europacup-Modus. Die Sieger steigen auf, die Verlierer spielen in der kommenden Saison in der Bezirksliga.
Bezirksspielleiter Uwe Kunstmann stellte ausführlich das Sieben-Punkte-Programm für bayerische Amateurvereine vor, mit dem der BFV dem demografischen Wandel entgegenwirken will, der sich in den Regionen unterschiedlich bemerkbar macht. Der Fokus richtet sich dabei auf die Schulen, mit denen eine Kooperation angedacht ist, und Mädchen, um das Fußballangebot zu erhöhen und mehr Spieler zu rekrutieren.
Ludwig Beer ist, was die Zukunft des Fußballs in Bayern nach der Spielklassenreform betrifft, guter Dinge: „Es wird sich einspielen“. Vieles weitere wird sich ab der Saison 2012/13 ändern. So wird auf Verbandsebene der elektronische Spielberichtsbogen eingeführt, der bereits in der Rückrunde in der Bayernliga getestet wird. Der Schiedsrichterpool, den bisher Ehrenspielleiter Erich Schroll und seine Frau betreut haben, wird künftig ebenfalls zentral und online über München verwaltet.
Saisonstart schon am 20. Juli
Weil die beiden Bezirksligastaffeln in der kommenden Saison mit je 18 Mannschaften spielen, ist der Saisonstart bereits am 20. Juli. Das Eröffnungsspiel steigt bei der SG 83 Nürnberg-Fürth.



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