Laufspaß in Schnee und Regen
HERSBRUCK — Zum inzwischen dritten Mal ist das Marathon Team Pegnitztal zu seinem Winter-Trainingsmarathon aufgebrochen. Schon Tage zuvor saßen die Organisatoren vor den Wetterberichten und verfolgten jede noch so kleine Änderung. Doch das schon traditionell schlechte Wetter blieb den Läufern auch dieses Mal nicht erspart. Trotz starken Schneefalls fanden sich dennoch 55 Unentwegte beim Start in Hersbruck ein.
Noch größer war die Überraschung beim Blick in die Gesichter der Läufer: Jeder lachte und grinste. Läufer sind schon ein komisches Volk. Naja bei schönem Wetter kann jeder laufen! Auf ging es durch die Lohe, und in Altensittenbach den ersten Anstieg hinauf nach Lindelberg. Durch wunderbar verschneite Wälder führte die Strecke Richtung Reichenschwand. Mittlerweile hatte wirklich jeder aufgegeben, Schlamm, Matsch und Pfützen zu umlaufen. Die Schuhe waren bei allen längst durchnässt.
In Reichenschwand begann der erste längere Anstieg entlang des „Archäologischen Wanderweges“ über den Rötelberg nach Weißenbach zur ersten Verpflegung. Bei schönem Wetter hätten die Teilnehmer von hier bis Nürnberg sehen können - dieses Mal dagegen gerade einmal bis Kersbach.
Im Vorfeld kam von vielen Seiten die Anregung, an den Verpflegungsstellen nur kurz, maximal fünf Minuten, zu stoppen. So war es auch geplant. Als aber die Läufer die Verpflegungsstation mit all den Leckereien sahen, war es mit der Disziplin vorbei: Verschiedene Kuchen, Nussecken, Bierbrezen, Obst, Schokolade, Tee, Brühe und und und….. Keiner wollte weiter. Andrea Hagerer, die die Gruppe anführte, musste schon sehr energisch in ihre Trillerpfeife pusten, damit die Meute, wenn auch widerwillig, folgte.
Die nächsten Kilometer über Kersbach nach Schnaittach, wurden genutzt, um eifrig zu diskutieren, was besser war - Kuchen, Nussecken oder was auch immer. So abgelenkt, ging es nun bei Regen von Schnaittach aus durch den Wald, vorbei an einigen kleinen Seen, über Dehnberg nach Kuhnhof zur zweiten Verpflegungsstelle. Hier nutzten einige Teilnehmer die Möglichkeit, aus- oder neu einzusteigen. Das „Verpflegungsteam“ schaffte es auch hier, jeden zu versorgen und aufzumuntern.
Weiter ging es auf dem Radweg nach Lauf. Endlich hörte auch der Regen auf! Die Gruppe durchquerte die Kreisstadt und erklomm die Höhe zwischen Letten und Schönberg, um dort die dritte Verpflegungsstelle zu erreichen. Hier wartete schon das „Junior-Team“ des MTP mit Trainer Peter Meyer, um die letzten zehn Kilometer mit zu laufen.
So langsam wurden den Teilnehmern die Beine schwer. Schnee, Regen und Kälte zehrten doch an den Kräften. Aber immer noch war die Stimmung blendend und das Abenteuer ging weiter, Richtung Ottensoos und weiter auf dem Radweg nach Henfenfeld. Hier gab es als letzte Stärkung noch Glühwein für die tapferen Läufer. Und der machte nach 41 Kilometern scheinbar nicht nur warm, sondern auch schnell. Jetzt gab es kein Halten mehr. Das Tempolimit von sechs Minuten pro Kilometer wurde aufgehoben. Über Weiher zurück nach Hersbruck gab jeder nochmal alles.
Der Trainingsmarathon hatte heuer 44 Kilometer, aber das störte niemand. Die Gruppe startete als Team und kam als solches auch an, jeder war mit sich zufrieden, egal ob er 10 oder 44 Kilometer gelaufen war. Und genau das ist das Ziel der Veranstaltung. Insgesamt über 70 Teilnehmer aus den Landkreisen Bayreuth, Amberg-Sulzbach und dem ganzen Nürnberger Land, diszipliniertes und rücksichtsvolles Verhalten der Athleten und durchwegs positive Stimmen, trotz der widrigen Bedingungen - das motiviert die Organisatoren und Helfer, den Trainingsmarathon fest im Laufkalender zu etablieren.Frank Büttner



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