HC Hersbruck gegen TSV Berching

Punkt entführt

Da hilft alles Strecken des Berchinger Verteidigers nichts: Marco Schmidt avancierte mit seinen sieben Treffern zum erfolgreichsten Werfer des HC Hersbruck und hielt sein Team vor der Pause fast im Alleingang im Spiel. | Foto: Porta2017/02/hc.jpeg

HERSBRUCK – Das Ergebnis spiegelt sehr gut wider, wie eng es bei dieser Handballpartie der Männer in der Bezirksliga West zugegangen ist: Denn die Handballer des HC Hersbruck trennten sich mit 17:17 vom TSV Berching.

Hersbrucks David Benaburger hatte bereits nach dem Aufwärmen eine dunkle Vorahnung für das anstehende Spiel beim direkten Tabellennachbarn Berching: Wie schon in den vergangenen Jahren war der Linoleumbelag in der Halle am Kanal extrem glatt und auch nicht gerade penibel gereinigt worden, was während der Partie zu teilweise grotesken Rutsch- und Stolpereinlagen führte. Diesen „Heimvorteil“ nutzten die TSV-Mannen auch durch ein spezielles Angriffssystem aus, das ihnen am Ende zum 17:17-Unentschieden reichte.

Nach einem Hin und Her mit herkömmlichen Schlagwurfpässen stellten die Gastgeber ihre Angriffstaktik plötzlich auf die schnelleren Druckpässe mit gleichzeitigem Einkreuzen eines Spielers zum Kreis um.

Der Hersbrucker Trainer Oliver Poeschel dagegen hatte wiederum nur eingeschränkte Möglichkeiten bei der Aufstellung, mit der er jedoch selbst Insider überraschte: Er beorderte den aufstrebenden Konstantin Stein – im Wechsel mit Jakob Ullherr – ins Gehäuse, stellte den etatmäßigen Torhüter Alex Vogel als Kreisläufer auf und gab selbst – zumindest auf dem Spielberichtsbogen – sein Debüt im HC-Dress.

Zunächst hatte der TSV die Vorteile auf seiner Seite. Über 3:1 und 5:3 legten die Hausherren vor, wogegen bei den Hersbruckern Marco Schmidt fast nur alleine eine Gefahr darstellte. Die HC-Mannschaft versäumte es hier bereits, ihren Werfer öfter in aussichtsreiche Position zu bringen, so dass er sich selbst kräfteraubend ins Spiel einbringen musste. Unterstützung erhielt er anfangs durch Tore von Moritz Kellner, „Johnny“ Fabry, Philipp Zinner, Chris Farr und Peter Donhauser. Der Halbzeitstand von 11:9 für Berching entsprach etwa dem Kräfteverhältnis.

Immer in Rückstand
Die zweite Hälfte begann mit drei Toren für die Gastgeber, nur unterbrochen von einem Treffer von Marco Schmidt zum 14:10. Was keiner der vier mitgereisten Hersbrucker Zuschauer zu hoffen gewagt hatte, trat tatsächlich ein: Der HC erzielte vier Erfolge hintereinander – und zwar durch Farr, Kellner und zweimal Schmidt – und glich zum 14:14 in der 42. Minute aus.

Zum Zungenschnalzen war die Partie sicher nicht, aber es wurde spannend. Bis zum Schluss legten die Gastgeber unter der Leitung der Schiedsrichter, die permanent vom entfesselt protestierenden TSV-Trainer beschallt wurden, jeweils ein Tor vor.
Doch Schmidt, Kellner und Fabry glichen bis zum 17:17-Endstand immer wieder postwendend aus, zuletzt in der 57. Spielminute. Die letzten drei Minuten waren dann geprägt von verschiedenen Unzulänglichkeiten beider Mannschaften und der HC Hersbruck entführte einen Punkt, ohne ein einziges Mal selbst in Führung gewesen zu sein.

HC Hersbruck: Stein, Ullherr, Vogel, Kellner (4/1), Benaburger, Zinner (1), Farr (2), Poeschel, Fabry (2), Schmidt (7), Donhauser (1), Trescher.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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