Hersbrucks Christen und Muslime laden zum 3. Begegnungscup

Hersbruck: Fußball ohne Grenzen

Mit feinem Hallenfußball holte sich der Türkisch-Deutsche Elternverein (schwarze Trikots) 2015 im Siebenmeterschießen gegen die Stadtkirche den „Begegnungscup“. Foto: Porta
Mit feinem Hallenfußball holte sich der Türkisch-Deutsche Elternverein (schwarze Trikots) 2015 im Siebenmeterschießen gegen die Stadtkirche den „Begegnungscup“. Foto: Porta2016/02/6983305.jpg

HERSBRUCK – Bei seiner dritten Auflage ist der Hersbrucker „Begegnungscup“ international wie nie zuvor: Am kommenden Samstag, 6. Februar, gehen dabei in der Dreifach-Turnhalle nicht nur Kicker der christlichen Gemeinden und der türkischen Glaubensgemeinschaften, sondern auch Flüchtlinge aus Somalia, Äthiopien, Syrien und dem Irak aufs Parkett. „Fußball verbindet eben“, sagt Ingbert Hautsch von der evangelischen Johanneskirche, einer der Organisatoren.

Das Fußballturnier soll wie schon in den beiden vergangenen Jahren ein Zeichen setzen – in Zeiten von Kriegen, Millionen Flüchtlingen weltweit und wachsender Fremdenfeindlichkeit in vielen Ländern Europas ein deutliches dazu. „Wir wollen Vorurteile abbauen und die Integration verbessern“, sagt Kemal Sapkaya von der islamischen Gemeinde Ditib, der wie Hautsch zu den Organisatoren des multikulturellen sportlichen Wettbewerbs gehört.

Die Idee des konfessionellen Kicks hat in Hersbruck inzwischen Tradition: 2006 wurde anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland erstmals ein „Kirchencup“ ausgetragen und später nach dem „Einstieg“ der muslimischen Glaubensgemeinschaften als „Relicup“ neu aufgelegt.

2014 luden Sapkaya und Hautsch – dem Fußball als aktive Schiedsrichter seit langem verbunden – gemeinsam mit Martin Knodt vom Kirchenvorstand der evangelischen Stadtkirche und langjähriger Betreuer der „Kirchenkicker“, dann erstmals zu einem Indoor-Kick, um „dazu beizutragen, die jeweils anderen wahrzunehmen und Schwellen abzubauen“, wie Knodt damals sagte.

Und das Konzept fruchtet: Im vergangenen Jahr zeigten die zwölf teilnehmenden Mannschaften einen ganzen Samstag lang rassigen Hallenfußball, an der Seitenlinie und auf den Tribünen kamen die Zuschauer miteinander ins Gespräch.
Titelverteidiger ist in diesem Jahr der Türkisch-Deutsche Elternverein, dessen Vorsitzende Hüriye Cinel 2015 zum Organisationsteam stieß, zu dem auch Helmut Renner (katholische Kirchengemeinde, Sieger 2014) und Guido Schmidt von der Stadtkirche zählen.

Auch bei der dritten Auflage des Turniers am kommenden Samstag liegt der Fokus nicht nur auf dem guten Miteinander von Christen und Moslems in Hersbruck, sondern auch auf dem Verhältnis zu den hier untergekommenen Flüchtlingen aus dem Nahen Osten oder Afrika.

So sind neben den Mannschaften der katholischen Pfarrgemeinde, der evangelischen Stadt- und Johanneskirche, der islamischen Gemeinschaften Ditib und Milli Görüs (zwei Teams), des Türkisch-Deutschen Elternvereins, der Freiwilligen Feuerwehr, des Freien Rathausblocks und des Altensittenbacher Kirwavereins auch drei Teams mit Asylbewerbern mit von der Partie: eines aus der Unterkunft in der Gartenstraße, eine Mannschaft des Hilfsvereins „Oase“ mit Kickern aus Äthiopien und Somalia sowie ein gemischtes Team mit dem bezeichnenden Namen „Frieden“.

Die erste Begegnung wird um 10.30 Uhr angepfiffen (die offizielle Begrüßung durch Bürgermeister Robert Ilg und Landrat Armin Kroder findet bereits um 10 Uhr statt). Gespielt wird in zwei Sechser-Gruppen, die jeweils ersten beiden Mannschaften treffen anschließend über Kreuz im Halbfinale aufeinander. Die Plätze drei bis zwölf werden jeweils per Siebenmeterschießen aus-gespielt, die ersten beiden Plätze in einem „richtigen“ Finalmatch.

Nach der Vorrunde zeigen die Bambini des 1. FC Hersbruck und des SV Altensittenbach bei einem Einlagespiel ihre Fußballkünste. Für das leibliche Wohl der Sportler und Zuschauer ist wie immer gesorgt – heuer mit einem „multikulturellen“ Büfett, das von allen Teilnehmerteams bestückt wird.

Neben der Begegnung steht bei dem sportlichen Wettstreit über Glaubensgrenzen hinweg auch der gute Zweck im Blickpunkt: Der Erlös aus Startgeldern, Sponsoreneinnahmen und Verkauf (vor Jahresfrist immerhin 3200 Euro) geht heuer an den Verein „Oase – Hilfe für Menschen in Not“.

 

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta