Handball: Bezirkstag in Winkelhaid

„Geld pfeift keine Spiele“

Die Handball-Bezirksspielleitung Ostbayerns für die kommenden drei Jahre: Der neue und alte Bezirksvorsitzende Werner Guzik (2. v. li.) sowie seine Stellvertreter Dieter Jaretzke, Maximilian Schaller, Robert Torunsky und Lothar Rauscher (v. li.). | Foto: privat2017/02/BezirksspielleitungHandballOstbayern2017-1.jpg

WINKELHAID – In Winkelhaid fand der siebte ordentliche Bezirkstag des Handball-Bezirks Ostbayern statt. Neben der Neuwahl der Bezirksspielleitung wurden zahlreiche verdiente Handballer geehrt. Der Bezirkstag wird satzungsgemäß alle drei Jahre abgehalten.

Neben Bürgermeister Michael Schmidt aus der Gastgebergemeinde waren auch der Landrat des Nürnberger Lands, Armin Kroder, der Vorsitzende des BLSV Oberpfalz Hermann Müller sowie Gerd Tschochohei, Präsident des Bayerischen Handball-Verbandes, und seine Stellvertreterin Brunhilde Bieswanger anwesend.

Landrat Kroder begrüßte die anwesenden Vertreter der 84 Vereine Ostbayerns, dankte für deren außergewöhnliches Engagement und wünschte sich die Übertragung der Welt- und Europameisterschaften des „großartigen Sports Handball“ im Free-TV.

Kroder unterstützte die ehrenamtliche Arbeit der Bezirksspielleitung ebenso mit einer Spende wie der BLSV-Vorsitzende Hermann Müller. Gerd Tschochohei hob in seiner Rede die Bedeutung der kleinen Vereine in der Ausbildung der Nationalspieler hervor. „In der Europameistermannschaft 2016 standen fünf Bayern“, freute sich der BHV-Präsident über den hohen Anteil von Spielern aus dem Freistaat.

Schiedsrichtermangel

In ihren Fachreferaten gingen BHV-Vizepräsidentin Bieswanger auf die Wichtigkeit und Förderung des Fair-Play-Gedankens in den Hallen sowie die Bedeutung des Mädchenhandballs, Tschochohei auf neue Wege zur Bekämpfung des Schiedsrichtermangels ein. „Geld pfeift keine Spiele“, sagte Tschochohei und deswegen solle künftig statt reiner Geldstrafen die in anderen Landesverbänden bereits erfolgreich praktizierte Androhung von Punktabzügen für die am höchsten spielende Mannschaft eines Vereins bei einer Untererfüllung seiner Schiedsrichter-Sollzahlen eingeführt werden.

Zusätzlich würden künftig auch Vereine belohnt, deren Schiedsrichter mehr Spiele als gefordert leiten würden. Als Meilenstein wertete der Präsident auch die anstehende Einführung des digitalen Passwesens, dass den Vereinen die Arbeit erleichtern und Strafen vermeiden würde, aber eine konsequente Datenpflege erfordere.

Nachwuchs fördern

Anschließend berichtete Ostbayerns Bezirksvorsitzender Werner Guzik von den vergangenen drei Jahren. Besorgniserregend sei der Rückgang der Mannschaften um jährlich etwa 3,5 Prozent. Dieser Trend sei durch die jüngsten Erfolge der Männernationalmannschaft zwar gestoppt worden, doch die Vereine seien immer stärker gefordert, über Schulkooperationen neuen Nachwuchs zu gewinnen und zugleich ihre Trainer zu qualifizieren. „Insgesamt haben wir zu wenig Mannschaften in den Leistungsligen. Wir sollten alles daran setzen, Jugendlichen ein höheres Spielniveau zu bieten. Nur so ist für sie ein Anreiz vorhanden“, sagte Guzik.

Doch der Bezirksvorsitzende hat auch den Breitensport im Blick: „Im D-Jugend-Spielbetrieb werden wir dieses Jahr zum Ende der Saison erstmals für die unteren Ligen einen Pokal ausspielen.“ Den Kleinen wolle der Verband nicht nur einen Turniertag mehr bieten, sondern auch ein weiteres Erfolgserlebnis ermöglichen.

Stolz war Guzik auf die Talentförderung und sah die aufgewendeten Geldmittel in diesem Bereich sehr gut angelegt: „Ostbayern war in den vergangenen Jahren bei den Vergleichsturnieren der erfolgreichste Bezirk Bayerns.“ Einige Talente hätten es auch in die Nationalmannschaft geschafft. Als Ritterschlag wertete Guzik nach 2015 die erneute Vergabe der EM-Qualifikation der U19-Juniorinnen nach Ostbayern, die von 17. bis 19. März in Regensburg ausgetragen werden und vom ESV 1927 Regensburg ausgerichtet wird.

Der nachfolgende Kassenbericht des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden, Finanzen Karl Span war wie gewohnt sehr erfreulich. Durch die „ausgewogene Haushaltführung des Bezirks“ (Guzik) konnte Span ein Gesamtplus von 38.321,62 Euro (Stand: 31. Dezember 2016) vermelden. Die Kassenrevisoren Christine Odemer und Kerstin Wölfel attestierten Karl Span eine vorbildliche Kassenführung und die Vereinsvertreter entlasteten den Obertraublinger auch einstimmig. Für Karl Span war es nach 18 Jahren in dieser Funktion der letzte Bericht als Finanzverantwortlicher.

Ehrungen und Neuwahlen

Bezirksvorsitzender Werner Guzik dankte Span für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement und „mehrere 1000 Buchungen pro Jahr“ und schlug ihn zur Wahl zum Ehrenmitglied des Bezirks Ostbayern vor. Die Versammlung folgte diesem Votum einstimmig. Auch Ehrenmitglied Anna Weinberger, zuletzt als Frauen-Referentin Ostbayerns tätig, wurde nach über 45-jähriger Tätigkeit gebührend verabschiedet.

Bei den Neuwahlen wurden Bezirksvorsitzender Werner Guzik (FC Schwarzenfeld) sowie sein Stellvertreter Robert Torunsky (Talentförderung, HG Amberg) einstimmig wiedergewählt. Ebenfalls einstimmig wurde Dieter Jaretzke (DJK Erlangen) als Vorsitzender des Bezirkssportgerichts bestätigt, Lothar Rauscher (HC Forchheim) wurde mit einer Gegenstimme als stellvertretender Bezirksvorsitzender, Spieltechnik wiedergewählt. Neu und ebenfalls einstimmig wurden Thomas Liebel (Finanzen, TV Altdorf), Georg Wittmann (Lehre, FC Neunburg vorm Wald) und Maximilian Schaller (Jugend, HG Amberg) zu weiteren Stellvertretern des Bezirksvorsitzenden gewählt.

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