Mitspielen statt mauern
Bezirksliga-Aufsteiger SpVgg Hüttenbach will mit Anspruch zum Klassenerhalt.
HÜTTENBACH (pb) — Gut zwei Monate nach dem Aufstieg startet die SpVgg Hüttenbach-Simmelsdorf erstmals in die Bezirksliga. Auf die Neulinge aus dem Oberland wartet in der neuen „Gewichtsklasse“ eine harte Saison, an deren Ende der Klassenerhalt als großer Erfolg gefeiert werden würde.
Wer Trainer Joachim Müller nach der „Aufstiegs-Euphorie“ fragt und inwiefern dieser Schwung aus dem Aufstiegsjahr die junge Truppe aus der Gemeinde Simmelsdorf in der Bezirksliga Nord bringen könnte, erntet schon seit geraumer Zeit nur noch ein Augenrollen. „Das ist Vergangenheit – und kaufen können wir uns davon gar nichts“, weiß der 43-Jährige. „Diese positiven Erlebnisse müssen sich die Spieler - wie im Training - immer wieder neu erarbeiten“.
Die Gefahr, dass sich der eine oder andere vielleicht auf den Lorbeeren der vergangenen Saison in der Kreisliga ausruhen kann, besteht unter diesem Übungsleiter also schon mal nicht. Dazu kommt die Warnung, die Müller seinen Schützlingen in den letzten Wochen schon fast gebetsmühlenartig eingetrichtert hat: „Bezirksliga ist ein ganz anderes Kaliber als Kreisebene“. Nur gut Fußball spielen können reiche da schon manchmal nicht mehr aus, vielmehr sei die entsprechende Cleverness gefragt.
Deshalb hat Müller in seinem Vorbereitungsprogramm im Vergleich zum Vorjahr die Intensität spürbar nach oben geschraubt und alle bei Null anfangen lassen: „Jeder sollte wissen, dass er seine Chance bekommt“, betont er. Dabei hat er das Glück, mit einem weitgehend unveränderten Kader weiterarbeiten zu können und mit Timm Loch vom SK Lauf einen Spieler dazu bekommen, der das mitbringt, was der Meistertruppe fehlt: Langjährige Erfahrung auf Bezirksebene.
Hier sieht Joachim Müller auch die „Schwäche“ seiner Truppe: „Wir sind oft noch zu brav, gehen nicht energisch genug zur Sache“. Dabei will er beileibe keine Mannschaft von „Tretern“, aber eben eine Truppe, die begreift, dass manchmal kämpfen mehr bringt als gepflegt spielen.
Deshalb hat der Trainer, der selbst als Torwart bis auf Regionalliga-Ebene gespielt hat, in der Vorbereitung den Fokus auf Fitness und Kraft gelegt. „Nur wenn wir läuferisch und in Sachen Kampfbereitschaft top sind, haben wir eine Chance, die Klasse zu halten“, ist Müller überzeugt.
Dabei will er mit seiner Elf auch weiterhin attraktiven Fußball spielen lassen, in der Grundausrichtung weiter offensiv bleiben und nicht nur als vermeintlicher „Underdog“ gegen die Platzhirsche der Liga auf Passivität und Defensive setzen – ein Ratschlag, den er nicht selten zu hören bekommen hat.
Ebenso wenig beeindrucken lässt er sich von Kritik an der angeblich schlechten Chancenverwertung („wir spielen eben so viele heraus“) oder gar, dass die SpVgg Hüttenbach zu viele ihrer Tore bei Standardsituationen erziele. „Das ist doch ein Geschenk“, findet er. Andere Mannschaften arbeiteten verzweifelt daran, sich bei Standards zu verbessern.
Weiter pflegen will Joachim Müller die Stärken seiner Mannschaft, die in der Defensive wenig Gegentore zugelassen hat und für ihn einen „beispiellosen“ Zusammenhalt und Teamgeist zeigt. Das erleichtert ihm natürlich seine Arbeit enorm, schließlich ist er nicht nur für die erste, sondern auch für die zweite und dritte Mannschaft der SpVgg verantwortlich, mit denen er ebenfalls feste Ziele angepeilt hat.
Während für die erste Garnitur der Klassenerhalt „eine Riesensache“ wäre, zu der neben einem guten Start auch das nötige Quäntchen Glück gehöre, liebäugelt er für die zweite Mannschaft mit dem Aufstieg in die Kreisklasse. „Wir haben das Potenzial, um vorne mitzuspielen“, glaubt er. Für die dritte Mannschaft gehe es darum, in der A-Klasse zu bleiben – auch das ein aus seiner Sicht machbares Unterfangen.
Mitentscheidend für den Erfolg seiner Bezirksliga-Elf ist für Müller ein guter Start. Nach drei Partien ist der Aufsteiger bereits spielfrei, was vorerst in der Tabelle ein Abrutschen nach unten bedeuten dürfte. Wichtig seien Erfolge im Auftaktmatch gegen den SC Uttenreuth und ein gutes Heimspiel gegen die SpVgg Heßdorf, denn danach wartet mit dem ASV Pegnitz einer der Aufstiegsfavoriten.


Anmerkung hinzufügen