Handballer unterliegen in Buckenhofen mit 19:45

Derbe Pleite für HC Hersbruck

Auch seine vier Treffer konnten die 19:42-„Klatsche“ des HC Hersbruck in Buckenhofen nicht verhindern: Jonathan Fabry. Foto: Porta
Auch seine vier Treffer konnten die 19:42-„Klatsche“ des HC Hersbruck in Buckenhofen nicht verhindern: Jonathan Fabry. Foto: Porta2016/03/7053186.jpg

BUCKENHOFEN – Eine ganz bittere Pille hatten die Handballer des HC Hersbruck bei ihrem sonntäglichen Besuch des ungeschlagenen Tabellenführers SV Buckenhofen zu schlucken. Mit 19:45 verloren sie in selten erlebter Höhe und mussten neidlos einen Klassenunterschied anerkennen.

Zugegeben, die Voraussetzungen für die Hersbrucker waren abermals nicht gut: Trainer Oliver Poeschel musste passen (er wurde von Axel Dannhäuser vertreten) und Rückraumstratege Tobias Raum gesellte sich zu den anderen Langzeitverletzten ohne Aussicht auf einen weiteren Einsatz in dieser Saison. So herrschte auf der Auswechselbank der Gastgeber fast ein Gedränge, während sich auf der des HC nur zwei Feldspieler verloren.

Buckenhofens Trainer Georg Weymann hatte ein enges Match erwartet, in dem er den Ernstfall für das entscheidende Spiel um den Aufstieg gegen Amberg proben wollte. Doch Hersbruck hielt nach Toren von Axel Eber (2), David Benaburger und Philipp Zinner nur bis zum 4:4 mit – dann war es vorbei mit der Herrlichkeit der „Poeschel-Boys“.

Vor allem Buckenhofens Rechtsaußen Christoph Mach war Sonderklasse mit seiner Schnelligkeit und Genauigkeit (15 Treffer). Mit Spielmacher Marco Rost (5) besitzen die Gastgeber zudem einen Dirigenten der Sonderklasse, der die Spielzüge laut und deutlich ansagte. Das hätte eigentlich auch die HC Abwehr hören müssen, doch viel zu oft stand sie parallel am eigenen Wurfkreis, anstatt einmal überraschend quer gegen die Laufrichtung rauszutreten und zu stören.

HC-Torwart Alex Vogel hielt zwar wieder tadellos, konnte aber gegen teilweise meterweit frei stehende Angreifer oft nichts ausrichten. Sein an der Unterseite der Latte anstoßender Gegenüber nagelte dagegen sein Gehäuse fast zu und wäre wohl am ehesten mit Flachschüssen zu überwinden gewesen. So lagen die „Buckis“ nach 17 Minuten schon 12:7 vorne und vergrößerten den Vorsprung bis zur Pause auf 19:8.

Fehler des HC konterte der Tabellenführer mit teilweise nicht länger als fünf Sekunden dauernden Gegenstößen und einem versuchten Doppel-Kempa-Trick, der in der zweiten Halbzeit auch zweimal gelang. Die weiteren Hersbrucker Tore gingen auf das Konto von Moritz Kellner, Eber, Zinner, Jonathan Fabry und des aufstrebenden Leon Utz von Linksaußen.

Auch nach dem Seitenwechsel spielte Hersbruck weiter munter drauf los, ließ sich keine Zeit bei eigenem Ballbesitz und wurde Mal für Mal kalt erwischt von exzellenten Kontern des SV, der teilweise mit vier Akteuren blitzartig vorne war. Weymann nutzte die Gelegenheit, seinen „zweiten“ Sturm spielen zu lassen – ohne erkennbaren Unterschied. Er nahm auch den Torwarthünen heraus, ebenso wie später Dannhäuser den gut haltenden Vogel für Jakob Ullherr (50. Minute).

Der HC versuchte weiter mit zu powern anstatt die Uhr herunterzuspielen, hatte aber oftmals die schlechteren Karten und kassierte trotz zufriedenstellenden Einsatzes Tor um Tor. Die zweite Hälfte ging schließlich mit 10:26 verloren. Gute Aktionen der Schwarz-Weißen wurden von den Fans gerne genommen und bejubelt, zeigten sie doch, was in den Hersbruckern steckt. Buckenhofen ließ sich davon nicht beeindrucken und stellte sich auf die verbliebenen Rückraumschützen durch seitliches Abdrängen gut ein. Zum Schluss ergaben sich noch Chancen für David Benaburger am Kreis und Eber verwandelte einen Strafwurf sicher.

Der später kontaktierte Oliver Poeschel sagte, dass auch „kleine Schritte“ zum Ziel führen und der Gegner zu Recht (wahrscheinlich) aufsteigen wird. Er werde in dieser Woche die Aufgabe haben, seine Rumpftruppe wieder aufzurichten und auf das Match am Samstagabend gegen den zuletzt erstarkten SV Obertraubling einzustellen.

Franz Schmidt

N-Land Hersbrucker Zeitung
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