Wie öko ist Öko-Strom?
RÖTHENBACH (as) — Es klingt paradox: Die Grünen im Röthenbacher Stadtrat haben als einzige Fraktion dagegen gestimmt, dass die Kommune auch weiterhin Öko-Strom von der N-Ergie bezieht. Ausgangspunkt ist die Frage, wie öko das Angebot des Nürnberger Energieversorgers eigentlich ist.
„Kommune Plus Öko“ heißt das Paket der N-Ergie, für das sich Röthenbach bereits vor drei Jahren zum ersten Mal entschieden hat (die PZ berichtete). Die Kilowattstunde kostet nach Angaben aus dem Rathaus bisher 7,6 Cent, künftig nur noch rund 7,3 Cent. Der Strom für „Kommune Plus Öko“, der in Röthenbach städtische Gebäude und Straßen beleuchtet, stammt vorwiegend aus Wasserkraftwerken in Norwegen. Das Paket trage sogar ein Siegel des Tüv Nord, berichtet Waldemar Munkert, Geschäftsführer der Stadtwerke. Mehrkosten im Vergleich zu „normalem“ Strom: 7000 Euro im Jahr.
Doch das Öko-Angebot, für das es auch eine Rahmenvereinbarung mit dem Gemeindetag gibt,die stabile Preise bis 2014 garantiert, sei eine Mogelpackung, meinen die Grünen. „Das Tüv-Zertifikat“, erklärt Fraktionssprecher Thiemo Graf, „schreibt keine Investitionen in Neuanlagen vor.“ Und das sei ein „wichtiges Element“, wenn man einen Öko-Strom-Vertrag abschließe.Stattdessen fließe das Geld in bereits abgeschriebene Kraftwerke. Für vergleichbar günstige Preise gebe es „richtigen“ nachhaltigen Strom bei anderen Anbietern.
Dass sich die Grünen im Rat gegen eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der N-Ergie ausgesprochen haben, stößt bei Bürgermeister Günther Steinbauer auf Unverständnis: „Wir sitzen mit der N-Ergie ja in einem Boot“, sagt er. Stimmt: Das Unternehmen hält 49 Prozent der Anteile an der Röthenbacher Stadtwerken. Den Strom für die Kernstadt bezieht Röthenbach von seinem hauseigenen Versorger, die Ortsteile werden direkt von der N-Ergie versorgt. Widerspruch gegen die Grünen auch aus der CSU: Der Gemeindetag besitze ja wohl genügend Experten, die den Öko-Strom geprüft hätten, glaubt Karl-Heinz Pröbster.
Alleine in der Kernstadt verbraucht die Kommune übrigens Jahr für Jahr etwa zwei Millionen Kilowattstunden.



Das ist typisches Stammtischgeplänkel. Also uninteresant.
Da wird Ihr Herr Nachbar nicht der einzige sein. Aber auch in der öffentlichen Verwaltung gibt es ähnliche Sachverhalte. Solange die Kohle kommt heisst "ausharren" die D€vise. Ab 14h wird doch in Ämtergebäuden nicht mehr gearbeiten. Da sind Dienstbesprechungen mit der Kaffeetasse angesetzt.Ähnlich wird es bei den EWAG - N-Ergie sein. Ja mei.
Der von Herrn Tralau angesprochene Rückkauf der Anteile von der N-Ergie wäre in der Tat der richtige Weg, um die Stadtwerke Röthenbach als eigenständigen, ökologisch orientierten und zukunftsfähigen lokalen Energieversorger zu etablieren. Der Stadtrat hat vor einigen Jahren beschlossen, einen weiteren Anteil an die N-Ergie zu verkaufen, so dass diese heute 49 Prozent an den Stadtwerken halten. Ich habe damals ebenfalls zugestimmt und halte dies heute für die größte Fehlentscheidung im Laufe meiner zehnjährigen Stadtratstätigkeit. Die Miteigentümerschaft der N-Ergie verhindert die notwendige strategische Neuausrichtung.
Er meint man soll sich am besten im Nürnberger Kommandozentrum so wenig wie möglich bemekbar machen. Da bekommste deine Kohle, Dein einen Strom bekommste zu einem Schleuderpreis nach Hause geliefert. Arbeiten musste wenig.
Ach ja und mit 58 Jahren gehst in den bezahlten Vorruhestand.
Prost Mahlzeit
Gleiches gilt für die regionalen Stadtwerke im Nürnberger Land an denen die N-ergie beteiligt ist. Kaum eins dieser Stadtwerke hat eine nenenswerte eigene Stromerzeugung sondern hängt immer noch am Tropf der N-ergie.
Die erfolgreiche Zukunft von kleinen Stadtwerken hängt aber einzig an der Frage wieviel Eigenstrom diese Stadtwerke erzeugen. Dieses gilt insbesondere für Röthenbach, eine Stadt, deren Arbeitsplätze zum Großteil an der sicheren und bezahlbaren Energieversorgung hängen.
Der Ökostrom der N-ergie kommt im wesentlichen aus österreichischen Pumpkraftwerken. Speicherwerke, die in der Nacht aus Deutschland den (AKW-) Strom de facto umsonst kriegen und diesen dann zu Hauptzeiten teuer an Deutschland zurück verkaufen können.
Ich wünsche mir, dass diese Diskussion, die die Grünen in Röthenbach angestossen haben zu einer nachhaltigen Diskussion führen. Ein Gedanke dabei wäre z.B. dass die Bürger und Firmen im Nürnberger Land die Anteile Ihrer kommunalen Stadtwerke wieder von der N-ergie zurück kaufen um eine autarke und zukunftsträchtige Heimat zu schaffen. Hier ist natürlich auch das Landratsamt gefordert. Ich freue mich auf zukunftsweisende Visonen.
Wenn es die Röthenbacher Grünen um Thiemo Graf geschafft haben die beginnende Diskussion im Landkreis weiter auf Zukunft zu stellen, dann haben sie meinen Respekt.
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