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Sport PZ
25.01.12 13:46 Uhr

Laufer Siegesserie in der Schach-Regionalliga

Von: Pegnitz-Zeitung

Erfolgreich schlugen sich die Regionalliga-Schachspieler des SV Lauf beim SC Windischeschenbach an den Spitzenbrettern. Das Bild zeigt in der linken Reihe die Laufer Spieler (von vorne) Christoph Kuhlmann, Friedrich Hanisch, Florian Walter und Christian Leopold. Foto: Privat
Erfolgreich schlugen sich die Regionalliga-Schachspieler des SV Lauf beim SC Windischeschenbach an den Spitzenbrettern. Das Bild zeigt in der linken Reihe die Laufer Spieler (von vorne) Christoph Kuhlmann, Friedrich Hanisch, Florian Walter und Christian Leopold. Foto: Privat

LAUF (pet) — Die Regionalligamannschaft des Schachvereins Lauf ist auf dem besten Wege, sich vorzeitig den Klassenerhalt zu sichern. Nach einer Siegesserie von drei gewonnenen Spielen in Folge – ein 6:2 im Heimspiel gegen SZ Fürth, ein 5,5:2,5 beim SC Windischeschenbach und zuletzt der Prestigeerfolg im Derby gegen den SV Altensittenbach mit einem 5:3 – steht der SV Lauf mittlerweile auf Rang drei der Tabelle.

Beim Heimdebüt in der neuen Spielstätte, dem Bildungszentrum in der Glockengießerstraße, gab es gleich einen Einstand nach Maß. Durch Siege von Florian Walter, Marius Bayer, Andreas Zach und Oliver Puschak sowie Remis von Christian Leopold, Friedrich Hanisch, Christoph Kuhlmann und Georg Petersammer wurde der direkte Abstiegskonkurrent SZ Fürth 6:2 bezwungen. Besonders glänzte an Brett 1 Christian Leopold (DWZ 1984) mit einem verdienten Remis gegen den fast 300 DWZ-Punkte stärker eingestuften Fidemeister Maksym Aronov (2254), dem er mit den schwarzen Steinen den Schneid abkaufte, so dass dieser in Zeitnot selbst Remis bot. Einen glanzvollen Kombinationssieg legte in Zeitnot auch Marius Bayer (DWZ 1932) gegen Mark Stolpynskyy hin.

SV Lauf überzeugt auswärts

Beim darauffolgenden Auswärtsspiel beim SC Windischeschenbach knüpfte das Team von Mannschaftskapitän Andreas Zach nahtlos an die Leistung gegen die Fürther an. Die klar favorisierten Windischeschenbacher (im Schnitt fast 100 Wertungspunkte stärker eingestuft) wurden von den furios aufspielenden Spitzenbrettern des SV Lauf überrascht. Sowohl Christian Leopold an Brett 1 gegen Johannes Laubert (2141) als auch Nachwuchsstar Florian Walter (2083) an Brett 2 gegen Jaroslav Illetsko (2095) zeigten von der Eröffnung an, wer Herr am Brett sein sollte. Leopold gewann schließlich durch eine sehenswerte Mattkombination mit Damenopfer, während Walter erst im Turmendspiel mittels zweier Randmehrbauern triumphierte. Einen weiteren Sieg holte Christoph Kuhlmann (2057) gegen Miroslav Kalous (2035). Kuhlmann zerpflügte den Königsinder seines Gegenüber nach gewonnenen Bauern im Mittelspiel mit einem Kombinationsfeuerwerk. Der Turmgewinn und das anschließende undeckbare Matt konnten nicht einmal mehr Racheschachs verhindern. Nachdem an den weiteren Brettern Friedrich Hanisch, Andreas Zach, Puschak Oliver, Georg Petersammer und Götz Giering, allesamt gegen deutlich stärkere Gegner remisierten, stand ein 5,5:2,5 Sieg zu Buche.

Derby zur Saison-Halbzeit

Im Derby gegen den SV Altensittenbach zur Halbzeit wurde nun die Devise ausgegeben, sich einen direkten Abstiegskonkurrenten vom Leib zu halten und zugleich einen Prestigeerfolg zum Gedenken an den unerwartet im Dezember gestorbenen Spitzenspieler Wolfgang Hauernherm einzufahren. Dementsprechend motiviert ging das Team in Bestbesetzung an den Start, während Altensittenbach auf den an Brett 5 spielenden Hans Albrecht verzichten musste und auf den starken Nachwuchsspieler Dominik Ammon zurückgriff.

Mit gutem Beispiel ging Teamchef Andreas Zach (1809) gegen den Senior der Altensittenbacher, Otto Rösch (1892) voran, indem er seinen Gegenüber genüsslich einen Bauern am Damenflügel nehmen ließ, um ihm dann mit einem Bauernvorstoß im Zentrum auf die völlig unterentwickelte Stellung ein Ende mit Schrecken in Form einer Mattkombination zu bereiten. Angesichts der Führung und wiederum leichter Vorteile an den Spitzenbrettern, einigten sich Marius Bayer (1932) mit Günther Auer (2017) sowie Oliver Puschak (1938) mit Tobias Ammon (1977) und Jürgen Fischer (1904) mit Dominik Ammon (1583) auf eine Punkteteilung.

Bayer hatte mit den schwarzen Steinen im Damengambit die Ragosin-Verteidigung gewählt und damit auch leichte Vorteile erzielt, jedoch nach Damenabtausch die Turmlinie nicht in Besitz, so dass er auf das Remisangebot von Auer einging. Puschak hingegen erkämpfte sein Remis mit den schwarzen Steinen, nach gedrückter Stellung und überstandenem Königsangriff, wo Ammon seinen Läufer für drei Bauern opferte, durch Dauerschach. Fischer nahm das Remisangebot seines Kontrahenten nach einem Generalabtausch im Turmendspiel in ausgeglichener Stellung an.

Eine weitere Punkteteilung verzeichnete Friedrich Hanisch (2013) gegen Fidemeister Frank Röder (2137), nachdem er ein vermeintliches Bauernopfer seines Kontrahenten verschmähte und stattdessen eigene Drohungen aufstellte. Dadurch wuchs der Druck auf den verbliebenen Brettern 1, 2 und 4 insbesondere auf die Altensittenbacher Spieler weiter.

Leopold gewinnt erneut

Seine unglaubliche Saison am Spitzenbrett setzte Christian Leopold (1984) mit einem Sieg gegen Fidemeister Gerd Röder (2095), immerhin auch amtierender bayerischer Seniorenmeister, fort. Leopold blieb unbeeindruckt von einem Bauernrückstand in der Eröffnung und machte stattdessen mit seinen Türmen Druck auf der offenen d-Linie und den unrochierten König des Fidemeisters, ehe er diesen zu einem Springeropfer für zwei Bauern zwang. Röder gelang es nicht mehr, den Materialverlust wettzumachen und Leopold konnte mit einem Tempovorteil seinen Randbauern zur Damenumwandlung treiben und den Sieg davontragen.

Am zweiten Brett baute Nachwuchsstar Florian Walter (2083) seine Siegesserie auf vier Siege aus, indem er Manfred Wallinger (2142) nach der Aufstiegssaison ein weiteres Mal bezwang. Walter gewann bereits früh in der Eröffnung nach 14 Zügen eine Qualität (Turm für Springer), benötigte dann aber bei aktivem Gegenspiel von Wallinger noch bis zur Zeitkontrolle, um die Ernte einzufahren, als dieser dann im 40. Zug endgültig kapitulierte. Damit war der Mannschaftssieg komplett.

Die einzige Brettniederlage des Tages leistete sich Christoph Kuhlmann (2057) gegen Christian Endres (2049), nachdem er einen Bauernverlust in der Eröffnung sowie im Mittelspiel nicht wie gewohnt mit aktivem Figurenspiel kompensieren konnte und daher im Turmendspiel mit zwei Minusbauern chancenlos war. Die Niederlage war jedoch am Ende nur Ergebniskosmetik für den Gegner.

Bei jetzt sieben Punkten (Vorjahr acht Punkte am Saisonende) auf der Habenseite könnte nun mit einem Punktgewinn in der nächsten Runde beim SK Schwandorf schon der Klassenerhalt gesichert werden, während für die Altensittenbacher als derzeitiges Schlusslicht in der Regionalliga die Luft langsam dünner wird.

Zweite Mannschaft unter Druck

Weniger gut läuft es derzeit für die zweite Mannschaft des SV Lauf in der Bezirksliga 2. Gegen Aufstiegs-Mitfavorit SG Mühlhof-Reichelsdorf gab es erneut eine 1:7 Klatsche. Lediglich Jörg Lange an Brett 2 und Jugendspieler Andre Simon an Brett 8 erreichten gegen die im Schnitt 260 Wertungspunkte stärker eingestuften Gegner eine Punkteteilung.




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