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18.07.12 18:41 Uhr
Pläne für neues Fußballfeld

Kicken die Laufer demnächst auf Kunstrasen?

Von: Pegnitz-Zeitung

Die Jugendfußballer des SK-Lauf und des SK-Heuchling auf dem Kunstrasenplatz in Bad Wiessee: Nach dem Test auf dem rund 400000 Euro teuren Feld war klar: So ein Platz sollte auch in Lauf gebaut werden. Foto: Alfes
Die Jugendfußballer des SK-Lauf und des SK-Heuchling auf dem Kunstrasenplatz in Bad Wiessee: Nach dem Test auf dem rund 400000 Euro teuren Feld war klar: So ein Platz sollte auch in Lauf gebaut werden. Foto: Alfes

LAUF/BAD WIESSEE — Weil alle Theorie nur grau ist, machte die Stadt Lauf in Zusammenhang mit der Planung eines Kunstrasen-Fußballplatzes vergangenen Samstag den Praxistest. Auf Einladung von Bürgermeister Bisping fuhren zwei Juniorenfußballmannschaften des SK-Lauf und des SK-Heuchling mit Vereins-Funktionären und Vertretern der Stadtratsfraktionen zu einem Testspiel nach Bad Wiessee in Oberbayern. Dort hatte man erst vor drei Jahren ein solches hochmodernes Spielfeld gebaut, mit kräftiger finanzieller Unterstützung durch die Kommune. Aus erster Hand erhielten die Laufer Informationen vor allem über Kosten (mindestens 400000 Euro), Unterhalt, Qualität und Probleme eines solchen Platzes.

Hintergrund der Erkundungstour waren Überlegungen des Sportklubs Lauf schon im letzten Jahr, selbst ein solches Kunstrasenfeld zu bauen. Weil einfach die beiden Hauptfußballfelder sowie der C-Platz durch die über 20 Jugend-Fußballmannschaften des Vereins ständig überstrapaziert sind. Durch Training und Spiele.Diese Überbeanspruchung war nicht zuletzt auch der Grund, weshalb derzeit der B-Platz generalüberholt wird. Eine Sanierung, die die Stadt Lauf mit rund 17000 Euro fördert.

Ein Kunstrasenplatz, so die Überlegung, ist wesentlich belastbarer, länger und häufiger bespielbar und könnte deshalb viel Druck von Rasenplätzen nehmen. Weil aber der SK-Lauf allein den Bau eines solchen Platzes niemals stemmen könnte, trat man an Stadt und Stadträte heran, um diese für das Projekt zu gewinnen. Natürlich könnte und müsste ein solcher mit vielen öffentlichen Geldern geförderter Platz dann Vormittags auch den Schulen zur Verfügung stehen und auch von anderen Vereinen mitbenutzt werden können.

In Bad Wiessee traf man vom TSV Bad Wiessee Clemens Engel, der sich als Vorsitzender intensiv mit der Materie Kunstrasenplatz beschäftigte, bevor die Stadt Bad Wiessee und der Fußballverein sich diesen anschaffte. Clemens Engel, den Bürgermeister Bisping persönlich kennt und so auch den Kontakt herstellen konnte, berichtete, dass auch er sich viele Angebote angesehen habe. Vor allem aber habe er sich von einem Architekten beraten lassen, um herauszufinden, welche Substanzen z.B. als Untergrund dienen, wie lange die Kunstrasenhalme sind und welches Granualt das beste ist. Der Aufwand aber habe sich gelohnt, sagte Clemens Engel: Seit drei Jahren ist der Verein mit seinen neun Mannschaften hoch zufrieden mit dem Platz. „Man kann bei Wind und Wetter trainieren, ja sogar befreundeteund auch Profivereine mieten den Platz, so dass man die Kosten für den laufenden Unterhalt auch daraus bestreiten kann.“ Selbst im Winter könne man durchtrainieren und auch spielen. Außerdem gingen Verletzungen der Spieler spürbar zurück, wobei man wissen muss, dass des TSV Bad Wiessee schon seit zehn Jahren auf Kunstrasen spielte, mit den Qualitäten dieses alten Platzes aber gar nicht zufrieden war. All dies, vor allem aber die Kosten von mindestens 400000 Euro, notierten sich die mitgereisten Vereinsvorstände Michael Braun (SK Lauf) und Günter Kraus(SK Heuchling) ebenso wie die Stadträte Erika Vogel, Günter Zeltner und Christian Mayer, um zu Hause in ihren Gremien das Thema diskutieren zu können.

Auf die Theorie folgte dann in die Praxis, denn die zwei Juniorenmannschaften der Laufer Vereine (vor allem C-Jugendliche) durften auf dem Kunstrasenplatz ein Spiel austragen. Dies nutzten die Jungs auch eifrig und zeigten ein flottes Spiel. Es fielen zwar einige Tore, doch wichtiger war für die mitgereisten Zuschauer, von den jungen Spielern zu erfahren, wie sie sich auf dem Kunstrasen fühlten, wie das Ballgefühl ist, wie sie kombinieren und schießen konnten.

Fast alle waren begeistert vom Kunstrasen und verglichen den Platz mit einem „guten Rasenplatz“. Und deshalb wünschten sie sich bei der Abschlussbesprechung von ihrem Bürgermeister und ihren Stadträten, dass so ein Platz auch in Lauf möglichs bald gebaut wird.

Dabei geht es aber neben den Kosten vor allem um die Standortfrage, wie in der Besprechung deutlich wurde. Natürlich würde man es beim SK-Lauf gerne sehen, wenn der bisherige C-Platz, auf der anderen Straßenseite des SK-Vereinsgeländes an der Schützenstraße, zu einem solchen Kunstrasenplatz ausgebaut würde. Weil dann der Platz vom Verein mit den meisten Fußballmannschaften auch am besten genutzt werden könnte. Und selbstverständlich könnten dann Schulen oder andere Vereine auch die SKL-Umkleiden mitbenutzen. Im Gespräch sind aber auch ganz andere Flächen. So etwa die Schulsportanlagen an der Kunigundenschule oder an der Bertleinschule. Grundsätzlich hätte auch der SKL mit diesen Standorten kein Problem, wie ein Vereinsvertreter sagte. Zumal man derzeit wegen der B-Platz-Sanierung zu Spielen und zum Training sowieso schon beispielsweise an die Bertleinschule, an die Bitterbachhalle oder nach Rudolfshof ausweichen muss.




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