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Lokales PZ
01.02.12 16:36 Uhr

Ein Windpark für drei Gemeinden?

Von: Michael Scholz

Striche durch die Rechnung: Das Luftamt ist gegen den Windpark, der genau in der An- und Abflugzone des Flughafens Lillinghof läge. Und zwar im orangenen Feld, der sogenannten Platzrunde, die absolut tabu ist, und im blauen Bereich, in dem Einzelprüfungen durchgeführt werden müssten. Der rosa schraffierte Halbkreis um Lillinghof sollte nicht höher bebaut werden.Skizze: Luftamt
Striche durch die Rechnung: Das Luftamt ist gegen den Windpark, der genau in der An- und Abflugzone des Flughafens Lillinghof läge. Und zwar im orangenen Feld, der sogenannten Platzrunde, die absolut tabu ist, und im blauen Bereich, in dem Einzelprüfungen durchgeführt werden müssten. Der rosa schraffierte Halbkreis um Lillinghof sollte nicht höher bebaut werden.Skizze: Luftamt

FREIRÖTTENBACH (mz) — Im benachbarten Landkreis Forchheim sind derzeit sechs Windradstandorte im Gespräch. Einer davon befindet sich direkt an der Grenze zur Marktgemeinde Schnaittach, bei Freiröttenbach. Deren Bürgermeister Georg Brandmüller wäre sogar einem gemeinsamen interkommunalen Windpark dort – auch zusammen mit Simmelsdorf – nicht abgeneigt. Dagegen spricht der nahe Flugplatz Lillinghof.

„Das wäre eine tolle Geschichte“, sagt Brandmüller klar gegenüber der PZ. Und das aus gutem Grund. Denn eine Konzentrationszone dort könnte das leidige Thema Hienberg oder Bondorfer Höhe möglicherweise beenden, die für den mittelfränkischen Regionalplan als Standorte noch nicht aus dem Rennen sind, trotz teils heftiger Bürgerproteste. Mit einer Bündelung östlich von Oberrüsselbach (nordwestlich von Lillinghof) – die Rede war bisher von 40 Hektar – hätte das Schnaittachtal seinen Beitrag zum Regionalplan womöglich geleistet, in dem – wie berichtet – genügend potenzielle Windrad­standorte aufgeführt sein müssen.

Bei einer Informationsveranstaltung informierte der Igensdorfer Bürgermeister Wolfgang Rast Grundstücksbesitzer über die Gedankenspiele der Regionalplaner. Er wolle sich das Steuer nicht aus der Hand nehmen lassen, erläuterte er im Gespräch mit der PZ. Denn das Problem ist: Windräder sind grundsätzlich überall erlaubt, sodass Investoren beliebig mit Grundeigentümern ins Geschäft kommen könnten. Igensdorf wolle aber planmäßig vorgehen, auch Bürgerwindräder sind offenbar ein Thema. Über weitergehende Fragen aus der Versammlung, etwa nach einer etwaigen Organisationsform, konnte Rast aber noch keine Auskunft geben. Denn bisher steht nichts weiter fest, als dass kein allgemeines Kriterium, wie genügend Abstand zu Wohnhäusern, gegen Windräder an der östlichen Gemeindegrenze steht. Zu klären wäre erst noch, ob genug Wind weht, ob die Infrastruktur geeignet wäre und wie der Naturschutz das Gebiet einschätzt. Auch beginnt die öffentliche Anhörung erst noch, am 27. März – ab da wäre das Verfahren offiziell.

Ob der Standort zwischen Oberrüsselbach und Freiröttenbach dann überhaupt noch im Rennen ist, scheint aber fraglich. Denn das Luftamt Nordbayern ist klar dagegen. Deshalb haben die mittelfränkischen Regionalplaner diesseits der Bezirksgrenze das Gebiet nie ins Auge gefasst für Windkraft. Sachbearbeiter Frank Pierdzig erklärte der PZ, warum: Die Platzrunde, das standardisierte An- und Abflugverfahren, des Lillinghofer Flugplatzes, liegt genau in dem fraglichen Gebiet, laut Pierdzig „ein absolutes K.-o.-Kriterium“. Andere Flugzeugrouten seien nicht möglich, Lillinghof ist ohnehin schon eingeschränkt durch den nahen Nürnberger Flughafen und die Sperrzone des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr.

Auch die übrige Fläche im Umkreis von knapp zwei Kilometern um Lillinghof scheint wenig geeignet. Dieser Radius „sollte nicht durch Hindernisse durchdrungen werden“, meintPierdzig. In Einzelverfahren wären eventuell Ausnahmegenehmigungen möglich, davon rät er aber ab. Am Ende bleibe so vom ursprünglichen Windradplan „nur ein Prozent übrig“, schätzt der Experte vom Luftamt.

Die für Westoberfranken zuständige Regionalplanerin Christiane Odewald kennt diese Probleme natürlich. Der PZ wollte sie aber nicht einmal den genauen Standort oder die Flächengröße bei Oberrüsselbach verratem, weil es sich lediglich um „Überlegungen“ handle. Allgemein bekannt sind aber bereits die Mindestmaße: zehn Hektar oder Platz für mindestens drei Windräder.

Laut der Regionalplanerin ist noch offen, was sie zu Beginn des öffentlichen Verfahrens am 27. März präsentiert. Sie wolle derzeit keine „Spekulationen“ nähren. Fakt ist aber, dass Odewald das Forchheimer Landrats­amt und Gemeinden im Vorfeld über mögliche Standorte informierte,verbunden mit der Aufforderung, schon einmal bei den Grundeignern vorzufühlen. Igensdorfs Bürgermeister lud darauf betroffene Bürger aus seiner Gemeinde und aus Freiröttenbach nach Oberrüsselbach ein. Wie zu hören war, bestand Interesse, freilich in der noch gebotenen Zurückhaltung.




Kommentare

Schorsch Huber, Lauf, 05.02.2012 13:38:
Herr Kraus,
ich sehe und schreibe es mit Humor.
Aber letztentlich sind in den Berichten von der PZ auch schlimme Sachen, die ich auch nicht kommentiere.
Die Politiker sollen unsere, unter der Gürtellienie Gedanken, ruhig mal lesen.
Schadet nicht, früher gabs mal einen Klaps auf den Hinterkopf.
Ich der Huber Schorsch sag und schreib jenes, was sehr viele denken.
Nur die alten Leute haben kein Internet und können sich keine Zeitung mehr leisten.
Den jungen Leuten ist es egal was mit dem Landkreis geschieht.
Das Forum passt, ich geb mei Gschmarri dazu, von Menschen die in dem Landkreis leben.
Ich kenne da genügent.
Das geht von Eurem Wittmann Schorsch bis zum Brandmüllers Schorsch ,die trinken gern ein Seidler mit mir.
Mei Nachbar ist sogar der Geschäftsführer vom Arbeitsamt.
Da hörrst Sachen, ist ja schon fast wie Wikliks, oder wie des Glamp heist.
Franziska Huber, Lauf, 04.02.2012 18:50:
Peter Kraus,
im Prinzip haben sie nicht unrecht. Ich nehme das ganze hier eigentlich mit Humor, denn vieles hier ernst zu nehmen, wäre sicher nicht sinnvoll, wobei man trotzdem sagen muss, dass doch hinter fast jedem noch so niveaulosen Beitrag hier, wohl ein Fünkchen Wahrheit steckt. Ich denke, dass Problem ist einfach, nahezu egal wo wir hier im Landkreis hinschauen gibt es von den "Regierenden" Entscheidungen die viele Bürger (mich eingeschlossen) nicht so verstehen. Und dem Luft zu machen, ist dieses Forum hier denke ich nicht schlecht, weil ich weiß, das viele höherrängige Politiker aus dem Landkreis hier mitlesen. Deswegen ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall sinnvoll mit guten Argumenten zu diskutieren, da ich es nicht ausschließen möchte, dass man auf diese Art hier auch die Politiker zum nach und umdenken bewegen kann.
Peter Kraus, Osternohe, 04.02.2012 10:43:
@ Franziska Huber,

Gut gekontert, zugegeben. Aber Ihre Beiträge waren ja auch nicht gemeint, im Gegenteil, die finde ich immer sehr engagiert und seriös. Aber mal ehrlich, lässt Sie manchmal nicht auch die Ausdrucksweise und das Niveau so mancher Beiträge erschaudern?
Franziska Huber, Lauf, 03.02.2012 21:56:
Herr Kraus,
nur weil die hier geäusserten Meinungen nicht den ihrigen entsprechen, heißt das noch lange nicht, dass diese ansttößig oder beleidigend sind.
Die Redaktion nimmt es mit dem Entfernen von Beiträgen sehr genau, die brauchen Sie nicht, um zu entscheiden, was anstößig ist und was nicht.
Im Übrigen könnte man genauso der Meinung sein, dass ihre gebetsmühlenartigen Wiederholungen bzgl. Windkraft, sicher auch ihren Teil zum Niedergang beitragen, wenn es diesen denn überhaupt gibt.
Hier wurde doch nie reger diskutiert, als zur Zeit.
Peter Kraus, Osternohe, 03.02.2012 11:06:
Mit diesem Kommentar wende ich mich an die Verantwortlichen in der Redaktion:

„Beleidigende oder anstößige Kommentare werden gelöscht“, ist unten zu lesen. Warum lassen Sie schwachsinnige Beiträge einfach so stehen? Primitive und schwachsinnige Kommentare beleidigen die gesamte Leserschaft. Das ist nicht mehr mit der viel zitierten Meinungsfreiheit zu rechtfertigen. Wenn Sie solchen Mist weiter im Netz stehen lassen, machen Sie sich mitschuldig am Niedergang dieses Forums.
Schorsch Huber, Lauf, 02.02.2012 11:42:
Liebe Franziska,
des Gschlamp da kann man schon nützen als Flugplatz.
Die alten Männer sollen ja auch Ihren Spass haben
Aber entweder als Flugplatz oder als Windanlagegelände
Ich habs ja mitbekommen wei die wie Verückten am Himmel am dem Unglückstag rumgeflogen sind.
Um , ich mein so um 14.30, war Schluß damit.
Die Piloten meinen mit Ihrer Fliegerei üben`s einen Sport aus.
Für mich ist Sport Triatlon oder etwas mit Seinem Körper zu erreichen.
Ich bin ja auch kein Sportler wenn ich bsoffen die Treppen no flieg.
Jou werkli
Franziska Huber, Lauf, 02.02.2012 09:51:
Also einen Hobbykleinflugplatz als gewichtiges Gegenargument zur Energiewende hinzustellen, ist ja schon mehr als zynisch und spätestens nach dem Unfall am Flugtag durch nichts mehr zu rechtfertigen. Den Flugplatz braucht kein Mensch!
Schorsch Huber, Lauf, 02.02.2012 07:00:
Na hoffentlich bauens das nicht in Lillinghof. Bei den Bruchpiloten dort.
Wenn ich bei mein Kumpel bin sehe ich wie die sich schwer tuen in der Luft zu bleiben.
Die kreisen wie Geier in der Luft herum.
Da kracht mit Sicherheit mal einer in so ein Windrad hinein.
Warum bauens nicht in Ittlig so ein Windpark.Gleich 10 Stück.
Soviel ich weis ist doch dort sogar der Sitz vom BDS.
Der Häupling würde dass bestimmt befürworten und sich angagieren. Der hat ja sonst wenig zu tun.Ausser mal beim SV Achteltal die Leut rumschicken um ein Ballerle einzufangen.
Der macht bestimmt gerne die Beratung. Der kann des ganz gut. Ich kenn den noch als Bürgermeisteranwärter von der Gemeinde in Simmelsdorf. Top Manager. Brandmüller Schorsch frag in mal.

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