Junge Weltstars aus Wien

RÖTHENBACH (bri) — Praktisch ausverkauft war das Konzert der Wiener Sängerknaben, das den krönenden Abschluss des Röthenbacher Festjahres zum 700. „Ortsgeburtstag“ bildete. Der berühmteste Knabenchor der Welt kam mit seinem Haydn-Chor in die Stadt und faszinierte mit einem beeindruckenden Repertoiredas Publikum in der Karl-Diehl-Halle.
Kapellmeister Kerem Sezen, der den Chor dirigierte und am Klavier begleitete,stellte ihn auch vor. Heute gibt es rund 100 Wiener Sängerknaben, alle zwischen zehn und vierzehn Jahren, aufgeteilt auf vier Konzertchöre. Diese absolvieren jährlich rund 300 Auftritte vor fast einer halben Million Zuschauern und sind oft zehn Wochen und länger auf der ganzen Welt unterwegs. Von Sezen stammt der Satz: „Jeder Knabe soll seine Stimme voll entwickeln, dann kann der Chor jedem Stück gerecht werden.“
Im ersten Teil des Konzerts sangen die Wiener Werke aus fünf Jahrhunderten. Nach festlichen Liedern und Psalmen ertönte Guiseppe Verdis„Laudi“. Mit„O Fortuna/Fortuna Imperatrix Mundi“ von Carl Orff (aus „Carmina Burana“) setzten die Sänger einen ersten Höhepunkt. Der Chor steigerte sich zu einem kraftvollen Klangkörper und es erstaunte die Zuhörer, dass die jungen Sänger schon der Mächtigkeit dieses Werks gerecht wurden. Spontaner Beifall belohnte die Knaben, die sich artig mit einer tiefen Verbeugung bedankten.
Die Lacher auf ihrer Seite hatten sie mit dem Lied von „Ottos Mops“, das zeigte, was man mit einem einzigen Vokal – dem O – alles ausdrücken kann. Bekannte Werke von Josef und Johann Strauss,die „Feuerfest- und die Tritsch-Tratsch-Polka“ beklatschten die Zuhörer ebenfalls begeistert, zumal hier auch Aktion auf der Bühne zu sehen war. Die Knaben hämmerten, juchzten und knallten.
Im zweiten Teil ging es dann weihnachtlich zu – von „O Heiland, reiß die Himmel auf“ bis zum „Jingle Bell Rock“ reichte das Repertoire. Kapellmeister Sezen und sein Chor rutschten dabei nie ins Sentimentale ab.
Nach Tourneen durch Amerika und Asien sind die Sängerknaben nun in Deutschlandunterwegs. Weihnachten wollen alle wieder bei ihren Familien in der Heimat verbringen. Noch drei Konzerte stehen an, bis es soweit ist. Die Röthenbacher jedenfalls haben an diesem Abend ein musikalisches Highlight erlebt, das sie nicht so schnell vergessen werden.



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