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Lokales PZ
09.08.11 10:01 Uhr

Gemeinsam für Windkraft

Von: Pegnitz-Zeitung

NÜRNBERGER LAND — Die größte regionale Wertschöpfung aus der Windkraft und die meisten Vorteile für Menschen im Nürnberger Land erwartet sich die Pro-Windkraft-Initiative Landkreiswind beim Betrieb von Windrädern durch eine Genossenschaft.

Darin jedenfalls war man sich bei der ersten Vollversammlung der Bürgerinitiative in Lauf einig. Noch nicht entscheiden konnte man sich, ob eine eigene sogenannte Bürgergenossenschaft gegründet werden soll oder ob man sich mit der Juraenergie im Landkreis Neumarkt (ebenfalls eine Genossenschaft) zusammenschließen soll.

Die BI Landkreiswind war erst im April dieses Jahres gegründet worden und hat sie sich seitdem intensiv damit beschäftigt, wie die Windkraft auch im Landkreis Nürnberger Land möglichst effektiv umgesetzt werden kann. Man sei überzeugt, dass die Windkraft auch bei uns einen erheblichen Anteil des Strombedarfs decken kann. 20 Windkraftanlagen im Landkreisgebiet, so die Berechnungen der Initiative, können über die Hälfte des Haushaltstrombedarfs im Nürnberger Land decken.

Die Frage sei also nicht ob, sondern wie dieses Ziel erreicht werden kann, sodass möglichst viel an regionaler Wertschöpfung geschaffen wird, meinte eine Sprecherin. In den von der ersten Vollversammlung nach der Gründung der BI verabschiedeten Leitlinien ist daher schon festgehalten, dass möglichst schnell eine Bürgergenossenschaft gegründet werden soll.

Unabhängig davon soll durch Öffentlichkeitsarbeit und Gespräche mit Verbänden, Kommunen und Politikern um mehr Akzeptanz für die Windkraftanlagen geworben werden. Kein Verständnis, so der Sprecherrat der Initiative, habe man in diesem Zusammenhang dafür, dass drei Monate nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima die Windkraftgegner eine Schlepperdemo vor dem Laufer Rathaus abhalten.

Breiten Raum nahm auf dieser Vollversammlung die Information darüber ein, ob im Landkreis eine eigene Bürgergenossenschaft gegründet werden soll oder ob man sich mit der bereits existierenden Juraenergie im Landkreis Neumarkt zusammenschließen soll. Mit dieser Thematik hatte sich der Sprecherrat der BI im Vorfeld eingehend beschäftigt.

Uli Kretschmer legte zunächst die Argumente für eine eigene Genossenschaft im Nürnberger Land dar, indem er vor allem die besseren Möglichkeiten für die eigene Entfaltung und die höhere Akzeptanz und Unterstützung bei Bürgern und Politikern hervorhob. Nicht weniger überzeugend erläuterte Manfred Liebel die Vorteile eines Zusammenschlusses mit der Juraenergie. Man könne von den Erfahrungen profitieren, Risiken minimieren, die Größe der gemeinsamen Genossenschaft ermögliche einen hauptamtlichen Geschäftsführer und man habe mehr politisches Gewicht in der Region.

Viele der über fünfzig Teilnehmer beteiligten sich an der lebhaften Diskussion oder fragten einfach nach. Da aber an dem Abend auch deutlich wurde, dass bei beiden Möglichkeiten die Unterstützung des Landratsamtes Nürnberger Land und der persönliche Einsatz von Landrat Kroder dringend erforderlich sind und hierzu in nächster Zeit Gespräche geführt werden, war eine Abstimmung über den bevorzugten Weg zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Dass aber die meisten Anwesenden bereit sind, sich an einer Genossenschaft zu beteiligen, wurde an diesem Abend durch Handzeichen eindeutig belegt.

Bereits kurze Zeit nach der Vollversammlung traf sich der Sprecherrat erneut. Erfreut nahm er dabei zur Kenntnis, dass nun auch Altdorf als zweite Kommune im Landkreis neben Offenhausen eine Konzentrationszone für Windkraftanlagen ausweist. Dass dies Signalwirkung für weitere Kommunen im Landkreis hat, hofft der Sprecherrat sehr.




Kommentare

Matze Rensle, Speikern, 24.08.2011 22:17:
Das wurde unter einem anderen Artikel ausgiebist diskutert.
Für ein oder zwei Windräder braucht man keine Überlandleitungen.
Der Strom wird über ein Erdkabel abtransportiert und in die nächstgelegene Leitung eingespeißt.
A. Meier, Bullach, 24.08.2011 09:40:
Wurde bei diesem ganzen hin und her das Thema, wie der Strom von dem Windrad wegtransportiert werden soll, beleuchtet? Überlandmasten, die eine zusätzliche Verschandelung der Landschaft mit sich bringen?
Luxus Jammern, 91224, 22.08.2011 20:32:
Ich nehme lieber ein Windrad in Kauf vor der Haustüre bevor ich einen Handymasten hingesetzt bekomme hat an sowas mal jemand gedacht???
Die schaden dem Menschen den Tieren nicht der Umwelt!
Mal Nachdenken liebe DEUTSCHE Moserer!!!
Mal passt das nicht...dann das und das und das Hauptsache mosern. Hoffentlich setzten sich die Gerichte und VERNÜNFTIGE Menschen durch!!
Florian Geis, Lauf, 16.08.2011 19:28:
Hallo Hr. Rduch, sie sollten mal darüber nachdenken, ob Sie und ihre grüne Partei nicht die Hauptschuld an dieser verkorksten Debatte hat. Hr. Bisping spricht vom Bürgerdialog, lebt diesen aber keineswegs. Das Thema Bürgerwindrad ist nach der beschlossenen Klage gegen die Genehmigung sowieso Makulatur. Ein "echtes" Bürgerwindrad soll von den betroffenen Bürgern gestützt werden, davon kann in Bullach/Neunhof nicht die Rede sein.
Peter Rduch, Lauf, 11.08.2011 13:08:
Möge der Leser sich seine eigene Meinung bilden.
Die Komentare der Herren Huber, Bräuning sowie von Frau L. sind jedoch leider beispielhaft für die in Lauf vorherschende "unsachliche und vergiftete Diskussionsgrundlage"
Doris L., Lauf, 11.08.2011 08:49:
Schämen Sie sich Hr. Rduch.
Allein das Sie Fukushima erwähnen spricht für Ihre Art der Politik- und Diskussionskultur. Sie sind eine Schande für jeden grünen Laufer.
Heinz Bräuning, Lauf, 10.08.2011 21:44:
Glückwunsch H. Rduch, sie machen Ihrem grünen Parteigenossen Thomas Schneider alle Ehre. Fördern Sie die Windkraft wo es sich lohnt und nicht nur an Standorten an denen nur der Initiator gewinnt. Es gibt inzwischen 2 Gutachten, die belegen, daß das Windrad in Neunhof absoluter Blödsinn ist. Nehmen Sie das endlich zur Kenntnis bevor Sie immer wieder den gleichen Müll schreiben. Gottseidank gibt es ja auch in Ihrer Partei Mitgleider, die den Argumenten der Neunhofer folgen und nicht nur laierkastenmäßig Windräder fordern, sondern bereits begriffen haben, daß man an den bisherigen Standorten im Stadtgebiet aufgrund der fehlenden Effizenz nur Geld verbrannt wird und keineswegs einen Beitrag zur absolut notwendigen Engergiewende erreicht wird. Es ist auch bemerkenswert, wie sie sich für Ihren Bürgermeister ins Zeug legen, wollen sie damit von den tatsächlichen Wahrheiten Aablenken? Und denken Sie dran: falsche Argumente werden dadurchnicht besser, wenn man Sie laufend zitiert.
Franz Huber, Luaf, 10.08.2011 14:27:
Hallo Hr. Rduch, die von Ihnen genannten kleinen Gruppierungen lassen durch ihren Protest durchaus aufhorchen und werden in ganz Bayern und darüber hinaus gehört.
Wie ich der PZ entnahm, waren bei der ersten Veranstaltung "pro Windkraft" 80 Personen anwesend, beim 2. Treffen 50 Personen. Da kann man ja mal von einem positiven Trend sprechen !
was plant denn ihre BI ? Abstände zu Wohngebieten 0 Meter ?

Windkraft ja, aber mit Verstand ! Haben sie denn Nichts aus der falschen Politik des Hr. Bisping gelernt, sie machen schon wieder so weiter.
Peter Rduch, Lauf, 10.08.2011 14:17:
Diese BI ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg hin zur Energiewende im Landkreis Nürnberger Land und daher sehr zu begrüßen.
Zu Bedauern ist es dagegen, das unsachliche Proteste kleiner Gruppierungen, das Thema innerhalb der Laufer Stadtgrenzen derart vergiftet haben, das eine Genossenschaftsgründung, und somit eine Bürgerbeteiligung für alle Bürger im Stadtebiet Lauf unmöglich erscheint.
Auch völlig unverständlich ist die Tatsache das angesichts der Katastrophe von Fukoshima aktuell anstehende Genehmigungsbescheide für Windkraftanlagen im Laufer Stadtgebiet vom Landratsamt bzw. dem Landrat offenbar unnötig verzögert werden.
Schorsch Huber, Lauf, 10.08.2011 06:38:
Hallo ich bin es, der Huber Schorsch.Da bin ich voll dafür. Wenn ich mir das Schnaittachtal anschaue wie da der Wind pfeift, einfach grandios.Der kommt herein von Schnaittach und weht bis Ittling. Wobei der Ort Ittling der beste Standort wäre für 5 - 6 Windräder da weht es am meisten.Die Bevölkerung ist hier meines Erachtens sehr aufgeschlossen. Der ganze Hinberg könnte mit einen Windpark zugebaut werden.

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