Ein kleiner Windpark bei Oberwindsberg?
SIMMELSDORF — Während die Gemeinde Simmelsdorf noch damit beschäftigt ist, Windradstandorte am Hienberg abzuwenden, möchte ein Investor aus Berg mindestens drei 186 Meter große Anlagen auf die Oberwindsberger Höhe bauen. Angeblich hätten die Bürger nichts dagegen. Der Gemeinderat nahm diese Voranfrage zur Kenntnis und überlegt, als Gegenmaßnahme einen Photovoltaikpark auf dem Platz der ehemaligen Hienberg-Raststätte zu errichten.
Simmelsdorf wird immer mehr zu Entscheidungen in der offenen Windradfrage gedrängt. Wie von Verwaltung und Gemeinderat befürchtet, liegt jetzt eine weitere Investorenvoranfrage vor. Es ist nicht die erste. Aber wie es aussieht, muss sich Simmelsdorf näher damit befassen als bisher. Es reicht nicht mehr, strikt gegen die „Verspargelung“ der Landschaft zu sein, die zum Naturpark Veldensteiner Forst gehört. Zu groß ist der Druck der Regionalplaner, die zumindest eine gewisse Ordnung in der mittelfränkischen Landschaft zu bewahren suchen. Ohne ihr Konzept dürfte – bundespolitisch so gewollt – jeder Investor prinzipiell überall dort bauen, wo er Grund bekommt.
Der Vorschlag der Regionalplaner, zwei Standorte am Hienberg rechtlich haltbar als vorrangig auszuweisen, stößt vor Ort auf null Gegenliebe. Bürger arbeiten gemeindeübergreifend in der Initiative Gegenwind dagegen, der Schnaittacher Marktrat und der Simmelsdorfer Gemeinderat lehnen das Gebiet rundwegs ab. Beide Kommunen wollen nur 1500 Meter Mindestabstand akzeptieren und fordern nun, die Flächen am Hienberg wegen falscher Basisdaten aus dem Regionalplan zu nehmen. Begründung: Die 800 Meter Mindestabstand zum allgemeinen Wohngebiet in Osternohe sind nicht mehr einzuhalten.
Die Bürgerinitiative hat herausgefunden, dass der Schnaittacher Flächennutzungsplan nicht mehr stimmt. Darin ist der betreffende Ortsrand noch Mischgebiet, zu dem 500 Meter Abstand genügen würden. „Wir können die Windräder da oben hin- und herrücken, einmal sind sie zu nah an Diepoltsdorf, einmal zu nah an Osternohe“, sagte Simmelsdorfs Bürgermeister Perry Gumann.
Die Simmelsdorfer Räte sind sich – bei zwei Gegenstimmen – einig, dass trotz der Anfrage für Oberwindsberg zuerst einmal die Hienberg-Standorte verhindert werden müssen. Tenor: Die Schotterlaster der Steinbrüche und der Autobahnlärm sind genug Belastung für die Anwohner. Dazu müssten nicht noch wenige hundert Meter entfernte Windkraftanlagen kommen.
Was aber in der Gemeinderatsitzung deutlich wurde: Wenn die Bevölkerung nichts dagegen hat, wäre ein Tausch im Regionalplan – Oberwindsberg für den Hienberg – zumindest denkbar. Bisher ist nur klar, dass der Investor mindestens drei Windräder von je 3,0 Megawatt Leistung bauen will. Sein Argument: Die Bevölkerung auf der Höhe sei aufgeschlossen dafür, ein Rad könne 3000 Haushalte mit Strom versorgen.
Heinz Siegl (Unabhängige) und Dietmar Kreißl (FW) äußerten starke Zweifel. Siegl hält nach wie vor die Wirtschaftlichkeit im gesamten Gemeindegebiet für fraglich. Für Oberwindsberg sind im Windatlas durchschnittlich sechs Meter/Sekunde ausgewiesen. Er glaubt, dass sich ein Rad dort oben für einen Investor nur wegen der Zuschüsse lohnt und fürchtet, dass irgendwann ausrangierte Ruinen an diese Fehlentscheidung erinnern. Kreißl hält die gesamte Wirtschafts- und Umweltpolitik im Land für verfehlt. Solange genügend taugliche Stromspeicher fehlen, hätten Windräder wenig Sinn – zumindest bei sechs Metern/Sekunde Windgeschwindigkeit und in einem Naturpark. Oberwindsberg sei immerhin das geringste Übel, weil alle Orte im Umkreis weiter als eineinhalb Kilometer entfernt wären. Abgesehen von Oberndorf, von wo ein Windrad wegen des Steilhangs aber kaum zu sehen sein dürfte. Das gelte aber nur bei einer Anlage, ab der zweiten werde es zu eng.
In der Diskussion gab es auch Argumente dafür. Zum Beispiel fragte Karl Hans Daut (Unabhängige), warum Offenhausen einen Windpark errichtet, wenn es sich in unseren Breiten nicht lohnt. Barbara Penkwitz (CSU) erinnerte daran, dass die Oberwindsberger Höhe in der Einflugschneise des zwei Kilometer entfernten Lillinghofer Flugplatzes liegt.
Einen Beschluss gab es nicht. Die Räte sind sich aber einig, dass zuerst die betroffenen Bürger befragt werden müssten und die genauen Standorte benannt werden müssten. Das Gremium schloss sich damit Josef Langhans (FW) an, der auch erst einmal abwarten möchte, was der Planungsverband zum Hienberg sagt.
Einen interessanten Anstoß der Bürgerinitiative Gegenwind griff der Gemeinderat auf: Sich über weitere Alternativenergien Gedanken zu machen, die Windkraft unnötig machen könnten. Ein Vorschlag ist ein Photovoltaikpark am Hienberg, zum Beispiel im Bereich des ehemaligen Rastplatzes.
Der Vorteil für die Gemeinde: Sie trägt bei zum Ausbau der Alternativenergie im Land, möglicherweise ein Argument gegen Windräder, und sie hätte mehr Mitspracherechte.




nicht bei mir - nicht ehrlich ist zu wenig.. unkonsequent
Die Redaktion
u.Co in Simmelsdorf verloren ? Verstehe ich nicht, aber Sie werden mich bestimmt gerne aufklären.
Danke im voraus.
Gruß Margrit Thom
Wenn es in Lauf schon nichts wird, gehe ich mit Bisping /Kern/Grand/Spannring(Nagel) nach Simmelsdorf !
Die Aussagen von Herrn Huber möchte ich nicht weiter kommentieren.
Ich möchte ihm aber empfehlen sich die Sendung über erneuerbare Energien mit Maybritt Illner, dem Umweltminister Herrn Röttgen und Diskussionsteilnehmern
aus der Energiewirtschaft und dem Wifo-Institut am 18.02.11 aus dem Internet herunterladen.
In dieser Sendung kommt auch eine Dame aus dem Bremer-Umland zu Wort, welche grundsätzlich für erneuerbare Energie ist,deren Anwesen aber mit 4 Windrädern in Abständen von 400m-800m eingekreist wurde, aber durch die ständigen Geräusche und dem Discoeffekt es nicht mehr auszuhalten ist, sie ist krank geworden.
Sie verlangt eine bundeseinheitliche humane Abstandsregelung von mind. 1500m bezw.das 10-fache der Anlagenhöhe. Der Umweltminister Herr Röttgen hatte volles Verständnis dafür und wird sich im Parlament dafür einsetzen. Seiner Einschätzung sind auch nicht alle vermeintlichen Flächen dafür geeignet!!!
Ihre Freude sehr verehrter Herr Huber unter dem nun vielleicht entstehenden Windrad den Picknickkorb auszupacken möchte ich ihnen nicht nehmen,ob sie das aber 24h tagtäglich ertragen wollen,wage ich zu bezweifeln. Den Menschen deren Behausungen den geforderten humanen Abstand zu den Windrädern nicht haben, muten sie dies aber zu, sie wohnen ja weit genug entfernt.
Osternohe / Diepoltsdorf / Simmelsdorf und Umgebung
Langes Steinach 17, 91220 Schnaittach
Gedanken zum PZ Bericht „Entsteht bei Oberwindsberg ein kleiner Windpark?“
Vorneweg ein dickes Kompliment an den Verfasser (mz). Neutral und Informativ, im Detail stimmig und nichts zwischen den Zeilen versteckt. So sollte es immer sein. – Danke --.
Bis jetzt ist das nur eine Voranfrage, entschieden wird da noch lange nichts. Auch für dieses Gebiet ist der Regionalplan in seiner Fassung nach der letzten, der 14. Änderung planungsrechtlich bindend. In diesem Regionalplan ist für die Gemeinde Simmelsdorf kein Vorbehalts- oder Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen. Hier wurde eine Voranfrage für ein „Ausschlussgebiet“ gestellt. Das ist Status quo und bleibt auch mindestens so lange, bis der Planungsverband die zurückgestellte 15. Änderung rechtskräftig beschließt.
Für die Gemeinde ist das jetzt eine wertvolle Gelegenheit, die betroffenen Bürger rechtzeitig, umfassend und ehrlich zu informieren. Abwarten, was der Planungsverband entscheidet, den Bürgern dann eine fertige Planung vorlegen, wäre ein grober Fehler. So macht man aus „Mitmachdemokraten“ ganz schnell „Wutbürger“. Am Beispiel Lauf, Bullach und Neunhof haben doch alle gelernt, wohin das führt.
Ein Weg, den wir als Bürgerinitiative gerne unterstützen wollen ist die umfassende, ehrliche Pro und Contra – Information und eine nachfolgende Befragung der wohnortnahen Bürger im festgelegten Umkreis. Die Bürger, die dort wohnen und mit den Windrädern in ihrer unmittelbaren Umgebung leben müssen, haben ein Recht darauf gefragt zu werden.
Peter P. Kraus
Datum : 21.Juli 2011
Richtige Abstandsflächen und zusammen mit den Bürgern...so gefällt mir das.
Die Räder machen wenigstens Sinn im Gegensatz zu den sinnlosen Flugplatz. Da fliegen ein paar Leute sinnlos mit einem Papperdeckel rum und einmal im Jahr donner Sie mit alten untauglichen Flugzeugen herum ( bald wieder ).
Angst essen Seele auf.
Ich freue mich jedenfalls, kann bald unter den Windrädern mein Picknickkorb auspacken.
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