Brandanschläge von Vorra

Verdächtige wieder frei

Norbert Ditzel von der Soko Vorra erklärte bei der Pressekonferenz im Juni, wie der Verdacht auf die beiden Männer fiel. | Foto: Michael Scholz2016/11/DSC_2434.jpg

VORRA – Die beiden Männer, die wegen des Verdachts auf Brandstiftung im Asylheim in Vorra in Untersuchungshaft saßen, sind schon einen ganzen Monat wieder auf freiem Fuß. Es bestehe kein dringender Tatverdacht mehr, sagte Justizpressesprecher Friedrich Weitner auf Anfrage der HZ. Offen ist allerdings weiterhin, ob ein Hauptverfahren am Landgericht eröffnet wird.

Der Vorwurf der Brandstiftung, Sachbeschädigung und Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole gegen den 50-jährigen Chef einer Baufirma und dessen 42-jährigen Mitarbeiter besteht freilich nach wie vor. Wie Weitner erläuterte prüft Richter Dieter Seyb in den nächsten Wochen, ob noch eine Wahrscheinlichkeit besteht, dass die beiden doch die Täter gewesen sein könnten. Nur dann gäbe es überhaupt die Möglichkeit zu einem Prozess, der sich nach derzeitigem Stand lediglich auf Indizien stützen würde.

Bei einer Pressekonferenz im Juni hatte die Polizei zusammen mit der Staatsanwaltschaft die Überlegungen der Ermittler vorgestellt. Hinweise auf „Wutbürger“ oder Rechtsextreme habe es keine gegeben, abgesehen von Schmierereien, die aber auch als falsche Fährte gedeutet werden könnten.

Die Frage, wer von dem Brand profitierte, habe zu den beiden Männern geführt. Denn die Baufirma habe sehr viele Mängel zu beheben gehabt, was sie — ohne Versicherungsgeld — wirtschaftlich ruiniert hätte. Die Nachricht der Entlassung aus der U-Haft kam aus Vorra selbst. Dort haben die beiden am Asylheim im Auftrag des Eigentümers Restarbeiten erledigt, was sich herumsprach.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz