Nächtlicher THW-Einsatz in Unterachtel

Scheune drohte nach Unfall einzustürzen

Der dunkle BMW war so heftig mit der Scheune kollidiert, dass das THW deren Standsicherheit nicht mehr garantieren konnte. Die Folge: ein nächtlicher Einsatz.
Der dunkle BMW war so heftig mit der Scheune kollidiert, dass das THW deren Standsicherheit nicht mehr garantieren konnte. Die Folge: ein nächtlicher Einsatz. | Foto: Schuster2015/12/auto-scheune-unterachtel.jpg

UNTERACHTEL — Zu einem nicht alltäglichen Einsatz ist das Laufer THW in der Nacht auf Mittwoch gerufen worden. In Unterachtel drohte eine Scheune einzustürzen, deren Eckmauerwerk durch einen Aufprall eines BMW stark beschädigt worden war. Der Einsatz dauerte die ganze Nacht.

Ein Unfall, der schon in der Nacht auf Dienstag geschehen war, hatte einen Tag später weitreichende Konsequenzen. Der 32-jährige Fahrer einer BMW-Limousine der 7er Baureihe war von Diepoltsdorf in Richtung Ittling unterwegs gewesen und dabei mit großer Wucht aus bislang ungeklärter Ursache in eine denkmalgeschützte Scheune gekracht, die wohl etwa 150 Jahre alt ist, wie der Eigentümer vermutet.

Der Mann nahm am späten Dienstag telefonisch mit seiner Gebäudeversicherung Kontakt auf; wegen der Verkehrssicherungspflicht erhielt er den Rat, sich erst einmal mit der Feuerwehr in Verbindung zu setzen. Daraufhin kam die Diepoltsdorfer Wehr zum Einsatz. Michael Zeug als Einsatzleiter konnte aber auch nicht einschätzen, ob das Gebäude, an dem ein Gehweg vorbeiführt, ein Briefkasten montiert ist und vor dem sich eine Bushaltestelle befindet, nun einsturzgefährdet ist oder nicht. Also musste das THW her. In Lauf hatte man aber keinen Baufachberater mit der entsprechenden Qualifikation und erhielt deshalb Unterstützung aus Forchheim.

Der Forchheimer Experte sah eine deutliche Gefahr, insbesondere dann wenn das Unfallauto von dem Mauerwerk weggezogen wird. Und so kamen nach der Begutachtung nach und nach weitere Fahrzeuge vom Ortsverband des THW in Lauf. Einsatzleiter Florian Seitz: „Das Abstützen und Aussteifen ist eine ureigene Aufgabe der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk.“

Drei große Geräte- und Materiallastkraftwagen sowie ein Teleskoplader mit Arbeitskorb, einige Mannschafts- und Mehrzweckfahrzeuge rollten in den kleinen Ortsteil von Simmelsdorf. 25 Helfer arbeiteten an der Abstützung des Gebäudes und klopften vorsichtig mit viel Handarbeit Öffnungen in das beschädigte Eckmauerwerk der Scheune, um Balken einzuziehen.

Die Absicherung der Einsatzstelle übernahm zunächst die Diepoltsdorfer Feuerwehr, bis die Straßenmeisterei des Landkreises eine Vollsperrung mit Umleitung einrichtete.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster
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