Überregionales Symposium im Krankenhaus Rummelsberg

Experten diskutierten über Weiterentwicklung der Pflege

Experten für die Pflege der Zukunft: Sabine Brase (2.v.re.) versammelte für ihr Symposium hochrangige Referenten aus Praxis, Wissenschaft und den Verbänden, unter anderem Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (3. v.re.).
Experten für die Pflege der Zukunft: Sabine Brase (2.v.re.) versammelte für ihr Symposium hochrangige Referenten aus Praxis, Wissenschaft und den Verbänden, unter anderem Prof. Christel Bienstein, Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (3. v.re.). | Foto: Sprung2016/03/Referenten-Pflegesymposium.jpg

RUMMELSBERG – Beim ersten überregionalen Pflegesymposium im Krankenhaus Rummelsberg diskutierten über 140 Teilnehmende über die Zukunft der Pflege. Vortragende plädieren für neue praxisorientierte Ansätze und für interdisziplinäre Zusammenarbeit, um Pflege der Patienten auf hohem Niveau zu sichern.

Vielfältige Herausforderungen haben in den letzten Jahren Einzug in den Pflegeberuf gehalten. Die pflegerische Fachexpertise und die Versorgungsqualität tragen maßgeblich zu einer exzellenten medizinischen Versorgung bei. Unter diesem Motto fand erstmals das Rummelsberger Pflegesymposium des Krankenhauses Rummelsberg statt. Mehr als 140 Interessierte aus Kliniken und Pflegeeinrichtungen der Metropolregion Nürnberg fanden sich ein, um mehr über aktuellste Konzepte und wissenschaftliche Untersuchungen zur Pflege zu erfahren.

Als besonderer Gast referierte Fr. Christel Bienstein, Prof. an der Universität Witten/Herdecke und Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK). „Die Gesunderhaltung der Gesellschaft könne nicht allein durch die 760.000 examinierten Pflegenden allein bewerkstelligt werden“, stellte die erfahrene Wissenschaftlerin die derzeitige Situation in Deutschland dar. Neben der zunehmenden Bedeutung von geringer ausgebildetem Assistenzpersonal bei der Unterstützung der täglichen Arbeit am Patienten hob Sie vor allem die Notwendigkeit hervor, die Akademisierung der Pflege zu fördern. Dadurch können unter anderem die Entstehung von Wunden, Anzahl der Sturzereignisse sowie die Verweildauer für die Pateinten reduziert werden.

Komplexität meistern

Interessante Einblicke bot auch Fr. Petra Bourkia aus der Schweiz. Sie leitet das Ressort Internationales und Soziokulturelle Kompetenz am Berner Bildungszentrum Pflege und forderte, dass die Pflegepraxis mehr Spezialisten benötige. „Die Gesellschaft wandelt sich in einem immer schnelleren Tempo und die Pflege muss sich diesen immer komplexeren Herausforderungen stellen“, betont die Expertin ihre Aussage.

Daher bilde das Berner Bildungszentrum die Pflegenden intensiv im Rahmen der soziokulturellen Erfahrungen aus. Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung besteht darin, in Interaktion und Kommunikation zu kommen, was in der Schweiz mit Simulationspatientinnen und -patienten durchgeführt wird. Frau Bourkia führte weiter aus, dass damit das Bewusstsein für sich selbst und seine Erwartungen, sowie die Selbstreflexivität gestärkt wird.

Weitere Referierende berichteten unter anderem über die sogenannten „Magnetkrankenhäuser“ aus den USA, in welchen beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen Pflegenden und Medizinern vollkommen anders als hierzulande definiert wird. Auch die Berufspolitik nahm einen großen Raum auf dem Pflegesymposium ein. So informierte ein Vortrag über die Landespflegekammer in Rheinland-Pfalz und zeigte auf, dass die Pflegekammer ein Instrument für die Selbstbestimmung beruflich Pflegender durch die eigene Berufsvertretung darstellt.

Symposium fördert Austausch

Neben den Vorträgen boten die Pausen den anwesenden Pflegenden und Führungskräften, die bis aus ganz Deutschland kamen, viele Möglichkeiten, sich untereinander auszutauschen und Netzwerke auszubauen. Die Pflegedirektorin des Krankenhauses Rummelsberg, und gleichzeitig Organisatorin des Symposiums, Fr. Sabine Brase zeigte sich am Ende des Tages sehr erfreut: „Die heutige Veranstaltung berührte die verschiedensten Funktionen innerhalb der Gesundheitseinrichtungen; es konnten so die Impulse aus und für die wissenschaftliche Entwicklung gesetzt werden, ebenso wie für den Managementbereich und die unabdingbare Pflege an Patientinnen und Patienten. Auch der Austausch untereinander war äußerst erkenntnisreich und gewinnbringend für alle Anwesenden. Dementsprechend freuen wir uns schon auf das dann 2. Rummelsberger Pflegesymposium 2017 und weitere Ideen für die Pflege der Zukunft!“

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