Neubürgerempfang in Schnaittach

Willkommen in der Marktgemeinde

Zahlreiche Neubürger und Flüchtlinge waren zum Empfang gekommen.
Zahlreiche Neubürger und Flüchtlinge waren zum Empfang gekommen. | Foto: Schuster2016/01/neuburger-schnaittach-alle.jpg

SCHNAITTACH — Zum zweiten Neubürgerempfang im Markt Schnaittach konnte Bürgermeister Frank Pitterlein von den rund 70 Zuzügen im vergangenen Jahr einen Großteil dieser Neubürger im Badsaal willkommen heißen. Nicht gezählt die ebenfalls eingeladenen und vermutlich nur kurz in Schnaittach untergebrachten Asylbewerber. Mehrere Schnaittacher wurden für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt.

Ein großes Lob für die Veranstaltung zollten die Neubürger, wie auch die Schnaittacher, die im Saal einem örtlichen Verein vertraten, dem Bürgermeister. Dieser stellte Schnaittach mit seinen 8495 Einwohnern in acht Ortsteilen als „liebenswerten und lebenswerten“ Ort vor. Der Gemeindechef stellte in seiner Ansprache auch heraus, dass nicht alle derzeitigen Schnaittacher Bürger völlig freiwillig hier wohnen, und sprach indirekt damit die Asylbewerber an, von denen auch viele in den Badsaal gekommen sind.

Im Rückblick auf 2015 freute sich der Bürgermeister, dass man in Schnaittach noch immer menschenwürdig Flüchtlinge unterbringen konnte und nicht auf Turnhallen ausweichen musste. „Diese Menschen brauchen unsere Hilfe“, erklärt Pitterlein. Er sei stolz darauf, dass es im Markt Menschen mit offenen Herzen gebe – Menschen, die helfen und nicht Parolen schreien.

Auch deshalb wurden stellvertretend vier Mitglieder der Flüchtlingshilfe für ihr Engagement geehrt. Petra Rupp, Elisabeth Reinhardt, Helmut Fischer und Samy Abdel Kader der unverzichtbar bei Sprachbarrieren als Dolmetscher zur Verfügung steht. Pitterlein bezeichnete den Helferkreis als Verbindungsglied. In diesem Zusammenhang prägte er auch den Begriff der Verpflichtungskultur. Neben der viel diskutierten Willkommenskultur muss auch eine Art Verpflichtungskultur eingefordert werden – Verpflichtung auf unsere Werte, Kultur und Tradition. Er nannte Beispiele wie den Händedruck, den Augenkontakt und eben auch die Gleichberechtigung. Dies seien wichtige Bestandteile unserer Werte. Genauso wie man den Ratsch und Tratsch im Ort „genießen“ sollte – „das ist ländliche Kultur und unterscheidet uns von der anonymen Großstadt“.

Für sein Bürgerengagement wurde auch Andi Kühnl gelobt. Kühnl ist nicht nur stellvertretender Kommandant der Schnaittacher Wehr, er hilft auch immer, wenn es um Technik geht und hat so dem Markt auch schon zu etlichen Einsparungen verholfen.

„Sie sind hier in Schnaittach gut aufgehoben“, dies waren die Worte an die Neubürger und Bürgermeister Frank Pitterlein erklärte auch gleich ausführlich, warum dies denn so sei. Er berichtete nicht nur von der äußerst günstigen Verkehrsanbindung und den gut markierten Wanderwegen, sondern auch von den Einkaufsmöglichkeiten im Ort.“

Zwischen den Reden des Bürgermeisters umrahmte die Sing- und Musikschule Schnaittach den Nachmittag. Während des geselligen Teils, bei dem sich die Neubürger bei den vielzähligen Vereinen informieren konnten und zu einem Imbiss eingeladen wurde, spielte Mohamed, ein Flüchtling, spontan mit seiner Mundharmonika ein paar Lieder, auch aus seinem Heimatland Iran.

Diese Schnaittacher wurden von Bürgermeister Frank Pitterlein (2. v. r.) für ihre ehrenamtliches Engagement vor allem für Flüchtlinge ausgezeichnet.
Diese Schnaittacher wurden von Bürgermeister Frank Pitterlein (2. v. r.) für ihre ehrenamtliches Engagement vor allem für Flüchtlinge ausgezeichnet. | Foto: Schuster2016/01/neuburger-schnaittach-ehrungen.jpg

In den letzten sechs Jahren sind Carola und Richard Schmidt schon dreimal berufsbedingt umgezogen. Ihr vorletzter Wohnort war schon einmal Schnaittach und damals hatten sie ein Gartengrundstück bewirtschaftet. Den Gemüsegarten haben sie aber nie aufgegeben, „da weiß ich, was ich ess“, selbst als sie ihren Wohnort für zwei Jahre nach Kalchreuth verlegt hatten. Neu in Schnaittach wohnen nun neben vielen anderen Bürgern auch Waltraut und Konstantinus Koukius. Das ältere Ehepaar suchte schon seit längerer Zeit eine kleinere Wohnung in Schnaittach, weil auch ihr Sohn hier verheiratet ist und lebt. Beide sind sich einig: „Man wird hier herzlich aufgenommen und die Schnaittacher sind freundlich und aufgeschlossen.“ Nach über 40 Jahren Stadtleben fällt dem Mann mit griechischen Wurzeln, das Landleben noch etwas schwerer. Seit 1964 sind sie ein Paar.

Vera Kindermann ist nach Schnait­tach gezogen, weil sie in der Schule für Erziehungshilfe eine Stelle als Referendarin erhielt. Im Nachhinein ist die junge Frau froh, Schnaittach als Arbeitsstelle zugewiesen bekommen zu haben. „Man ist gleich in der Natur“, sagt die Frau, die nun seit September den Markt kennt und sich bei den Vereinsständen für den Bogensport interessierte.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster
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