Röthenbacher will "Men's Health"-Model werden

Training und Thunfisch für den Traum vom Cover-Foto

Mit diesem Foto hat sich Thomas Gerner letzten September bei der „Men‘s Health“ beworben. Inzwischen hat er noch einmal deutlich an Muskelmasse zugelegt.
Mit diesem Foto hat sich Thomas Gerner letzten September bei der „Men‘s Health“ beworben. Inzwischen hat er noch einmal deutlich an Muskelmasse zugelegt. | Foto: Privat2016/01/gerner-men´s-health1.jpg

RÖTHENBACH — Er ackert viermal pro Woche im Fitnessstudio, frühstückt zurzeit nur Thunfisch und das alles für ein Ziel: Thomas Gerner aus Röthenbach will auf die Titelseite der „Men‘s Health“. Morgen steht er mit 20 anderen durchtrainierten Mitbewerbern im Finale des großen „Cover Model Contests“ der bekannten Fitness-Zeitschrift.

Ein Sixpack? Natürlich. Fettpölsterchen? Fehlanzeige. Dafür Oberarmmuskeln, die selbst Profisportler vor Neid erblassen lassen, und eine Brust, auf der sich die Sehnen abzeichnen. Ob Thomas Gerners Körper nun schön ist, ist Geschmackssache, eindrucksvoll ist er auf jeden Fall. Bis zur letzten Muskelfaser ist der 32-Jährige austrainiert, und das muss er wohl auch sein. Denn in Hamburg steht er im Finale des „Cover Model Contests“ der Zeitschrift „Men‘s Health“, die im gesamten deutschsprachigen Raum erscheint und so etwas wie die Bibel fitnessbegeisterter Männer ist.

Einmal im Jahr lobt das Hochglanzmagazin den Wettbewerb aus, dieses Mal haben sich rund 300 Beaus aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beworben. Thomas Gerner wurde von einer Jury unter die letzten 21 gewählt, die morgen in der Hansestadt einen Tag lang vor professionellen Fotografen posieren dürfen. Der Sieger schmückt die Titelseite der ­April-Ausgabe und gewinnt außerdem einen Werbevertrag mit einem Rasierklingenhersteller. Ins Heft hat es der Röthenbacher auf jeden Fall schon geschafft, denn dort werden Bilder aller Finalisten zu sehen sein.

„Sport war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens“, erzählt Thomas Gerner. Fußball, Snowboarden, Canyoning, Laufen und seit über zehn Jahren eben auch Fitnesstraining. Doch seit die Einladung fürs Finale ins Haus flatterte, ist sein Ehrgeiz erst recht geweckt. Viermal pro Woche hat er zuletzt im Röthenbacher Fitnessstudio an den Geräten geschwitzt, dazu läuft er zweimal pro Woche zehn Kilometer. Und hält eine strenge Diät. Maximal 30 Gramm Kohlenhydrate und 30 Gramm Fett nimmt er täglich zu sich, „eine Breze hat schon 70 Gramm Kohlenhydrate“, rechnet Thomas Gerner vor. Die ist also nicht drin, stattdessen gibt es viel Eiweiß, Pute, Hühnchen, Gemüse … und zum Frühstück Thunfisch. Das alles, damit die Muskulatur sich aufbaut und möglichst gut zur Geltung kommt.

„Meine Frau unterstützt mich total, kocht extra für mich und wiegt alle Nahrungsmittel ab“, sagt der Familienvater, der zwei kleine Kinder hat. Eine Fitnessuhr samt App am Handgelenk ist Gerners ständiger Begleiter. Sie berechnet die Kalorienzahl seiner Mahlzeiten und wie viel er davon durchs Training wieder verbraucht. Bei 1,72 Meter Körpergröße wiegt Thomas Gerner zurzeit 67 Kilogramm und hat einen Körperfettanteil von gerade mal sechs Prozent. Zum Vergleich: Der Durchschnittsmann kommt auf 18 Prozent.
Ob seine eher geringe Körpergröße ein Nachteil beim Wettbewerb ist? „Kann sein“, meint Thomas Gerner, „allerdings ist das bei Fotos nicht so entscheidend wie beispielsweise auf dem Laufsteg. Und Sylvester Stallone ist zum Beispiel auch nicht besonders groß.“ Deshalb geht der Röthenbacher mit einer guten Portion Selbstbewusstsein in die Konkurrenz: Unter die ersten fünf möchte er auf jeden Fall kommen.

Als Quälerei sieht er das Training im Fitnessstudio nicht, im Gegenteil: „Ich brauche das, beim Sport kriege ich den Kopf am besten frei. Wenn ich auf der Couch liege, habe ich ein schlechtes Gewissen.“ Weil er als Laborant bei der Firma Diehl im Schichtbetrieb arbeitet, bekommt er Job, Familie und Training unter den Hut.

Ist er eitel? „Ja klar, ich achte schon auf mein Äußeres“, gibt der 32-Jährige offen zu, der sich, egal wie das Finale ausgeht, am Sonntag auf eines freut: auf ein Stück Kuchen. „Meine Frau backt nämlich so gut.“

Zum Update vom 18.1.16 geht es hier.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger