Zirkus-Debatte in Röthenbach

Statt wilder Tiere lieber Artisten

Die Löwen gehören beim Circus Krone zu den Stars der Manege. Tierschützer fordern allerdings, dass Wildtiere in Zirkussen generell verboten werden. Das Bild entstand beim Laufer Gastspiel 2005.
Die Löwen gehören beim Circus Krone zu den Stars der Manege. Tierschützer fordern allerdings, dass Wildtiere in Zirkussen generell verboten werden. Das Bild entstand beim Laufer Gastspiel 2005. | Foto: PZ-Archiv/Fischer2016/02/krone-lowen-2-1200x7871.jpg

RÖTHENBACH — Während in der Nachbarstadt Lauf im Herbst der „Circus Krone“ gastiert, soll Röthenbach Zirkussen, die mit Wildtieren arbeiten, künftig keine Flächen mehr zur Verfügung stellen. Das fordert die Fraktion der Freien Wähler (FW).

Die Freien Wähler wollen, dass Röthenbach keine öffentlichen Flächen für Zirkusgastspiele mit Wildtieren hergibt. In ihrem erst in dieser Woche gestellten Antrag berufen sie sich unter anderem auf Kommunen wie Erlangen oder Erding, wo es ein solches „Wildtierverbot“ bereits gibt.

Die Haltung von Elefanten, Bären oder Tigern im Zirkus sei weder ethisch noch moralisch vertretbar, die Tiere würden leiden. Das bewiesen Videos diverser Tierschutzorganisationen. „Jeder zur Empathie fähige Mensch“, heißt es im FW-Antrag wörtlich, „muss zu der Erkenntnis kommen, dass dieses auf Ausbeutung basierende System falsch ist und nichts in der heutigen Zeit zu suchen hat“.

Besonders brisant ist der Zeitpunkt des Vorstoßes: Die Laufer Verwaltung hat jüngst den „Circus Krone“ auf die Pegnitzwiese eingeladen. Trotz Kritik von Tierschützern hält der Bürgermeister der Nachbarstadt, Benedikt Bisping von den Grünen, an dem Gastspiel im Herbst fest. Bisping zur Pegnitz-Zeitung: „Die meisten Menschen sind begeistert davon, dass ,Krone‘ wieder nach Lauf kommt.“ Solange das Tierschutzgesetz dies erlaube, setze er sich dafür ein, dass der „Circus Krone“ in Lauf gastiere.

Für eine Petition gegen Auftritte von Wildtieren hatte auch der Röthenbacher Rathauschef Klaus Hacker, der ebenfalls den Freien Wählern angehört, auf seiner Facebook-Seite geworben.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel