Röthenbach braucht wieder eine Schwimmhalle

Neues Bad bis 2020?

Im März 2015 musste das Röthenbacher Hallenbad von heute auf morgen geschlossen werden, weil die Decke akut einsturzgefährdet ist. Seither ist das Wasser abgelassen.
Im März 2015 musste das Röthenbacher Hallenbad von heute auf morgen geschlossen werden, weil die Decke akut einsturzgefährdet ist. Seither ist das Wasser abgelassen. | Foto: Sichelstiel2016/03/hallenbad-rothenbach.jpg

RÖTHENBACH — Bis spätestens 2020 soll Röthenbach wieder ein Hallenbad haben, das ist der Plan von Bürgermeister Klaus Hacker. Die Schulen in der Stadt sind darauf ebenso angewiesen wie die Vereine. Doch ein Ersatz für das wegen akuter Einsturzgefahr geschlossene Gebäude aus dem Jahr 1977 kommt teuer – erste Schätzungen liegen bei neun bis zehn Millionen Euro. Jetzt laufen die Verhandlungen zwischen den Geldgebern.

Das Wasser ist abgelassen, die Geländer aus Edelstahl sind abmontiert und von einst fünf Startblöcken sind nur noch zwei übrig. Nachdem das Hallenbad am Röthenbacher Schulzentrum vor genau einem Jahr geschlossen wurde, ist es in dem Gebäude ruhig geworden. Von heute auf morgen war der Betrieb eingestellt worden, nachdem eine Überprüfung der Hallendecke massive Schäden an Betonträgern zutage gebracht hatte.Fazit des Statikers: Das 1977 fertiggestellte Gebäude könnte jederzeit einstürzen. Zwei Monate später stand zudem fest, dass nur ein Neubau wirtschaftlich ist.

Während in der benachbarten Geschwister-Scholl-Mittelschule seither die Generalsanierung angelaufen ist, liegt das Hallenbad noch immer im Dornröschenschlaf. Bürgermeister Klaus Hacker wiederholt zwar bei jeder Gelegenheit, dass Röthenbach das Bad dringend brauche, doch einfach ist der Weg zum Neubau nicht. Bezahlen müssen dafür nämlich neben der Stadt der Landkreis und die Nachbarkommunen Schwaig, Rückersdorf und Leinburg. Sie alle sind zuständig für die Schulen, deren Klassen das Bad in erster Linie nutzen: die Mittelschule und das Gymnasium, neben den beiden kommunalen Grundschulen. Hinzu kommt der Freistaat als Zuschussgeber. Offen ist, wer am Ende welchen Anteil zahlt – eine heikle Frage, weil Röthenbach längst Schulden machen muss, um überhaupt noch investieren zu können. Das gilt auch für den Kreis, der ohnehin viel Geld in die Sanierung seiner Schulen steckt.

„Die politische Entscheidung“, sagt Hacker, „wäre leicht, aber zuerst muss die Finanzierung geklärt sein“. Die Fraktionen sitzen ihm dabei im Nacken. Die SPD beantragte während der Haushaltsberatungen, in diesem Jahr schon einmal Planungskosten vorzusehen, auch wenn die Verhandlungen noch laufen, „sonst passiert nichts“. Die CSU will möglichst schnell eine Regelung über die Kostenverteilung erzielen. Die Röthenbacher vermissen ihr Bad, das außerhalb des Schulbetriebs von Vereinen wie der Wasserwacht, dem DAV und der Rheuma-Liga genutzt wurde. Die Stadtverwaltung schätzt die Zahl der Besucher zwischen September 2014 und März 2015, also bis zur Schließung, auf 13 000.

Grünes Licht vom Schulverband

Immerhin: Im Schulverband der Mittelschule, dem neben Röthenbach auch Schwaig, Rückersdorf und Leinburg angehören, ist der Neubau kein Streitthema. „Da gab es keine Kontroverse“, sagt Hackers Schwaiger Amtskollegin, Bürgermeisterin Ruth Thurner. Schwaig hilft derzeit aus und lässt die Mittelschule im Hallenbad „Pegnitzaue“ trainieren, doch das ist nur eine provisorische Lösung. „Vor allem während der Schulzeiten“, sagt Thurner, „staut es sich“. Solange die Röthenbacher kein Spaßbad wollten, werde sie zustimmen, „Schwimm­unterricht für Schüler ist wichtig“.

Der Hersbrucker Architekt Norbert Thiel soll nun die Kosten eines Neubaus ermitteln. Bisher wollte er noch keine Zahlen nennen. Dabei ist erst im Herbst 2014 ein Bad eingeweiht worden, das größenmäßig gut nach Röthenbach passen würde. Es steht in Altdorf und hat rund sieben Millionen Euro gekostet. Doch in Röthenbach kämen noch der Abriss des bestehenden Gebäudes und die Integration in das Schulzentrum hinzu. Bürgermeister Hacker geht von etwa neun Millionen Euro aus, der CSU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Pröbster spricht von zehn Millionen.

Der Bürgermeister gibt auch gleich einen Zeitplan vor: „Ich will, dass das Hallenbad bis 2019 oder 2020 fertig ist.“

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel
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