Wenige Wortbeiträge bei Röthenbacher Bürgerversammlung

Kaum Fragen offen

Rekordverdächtig: Fast zwei lange Stunden dauerte der Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Klaus Hacker in der Karl Diehl-Halle.
Rekordverdächtig: Fast zwei lange Stunden dauerte der Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Klaus Hacker in der Karl Diehl-Halle. | Foto: Brinek2016/02/burgerversammlung-roth-publikum.jpg

RÖTHENBACH (bri) — Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker hatte sich (zu) gut auf die Bürgerversammlung in der Karl-Diehl-Halle vorbereitet. Fast zwei Stunden dauerte sein Rechenschaftsbericht zu allen relevanten Themen der Stadt, und anscheinend informierte er die Bürger so umfassend, dass es bei der anschließenden Aussprache nur wenige Wortmeldungen gab.

Hacker unterlegte seine Ausführungen mit einem neu gedrehten Film über die Stadt und vielen Fotos von den Aktivitäten des vergangenen Jahres. Den Jahresbericht 2016 eröffnete er mit einem Überblick über die Finanzlage der Stadt. Sie sei zwar angespannt, aber im Großen und Ganzen auch ohne Kreditaufnahme beherrschbar. Trotz notwendig gewordener Aufstockung des Kita-Personals seien Einsparungen im Personaletat durchgeführt worden. Insgesamt könne die Stadt mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 453 Euro eigentlich gut leben. Nach der endgültigen Abrechnung der Sanierungskosten für die Conradty-Siedlung durch den Träger, die Regierung von Mittelfranken, blieb für die Stadt Röthenbach allerdings eine Summe von 2,3 Millionen Euro übrig. Das bedeutet, dass der Schuldenstand auf 705 Euro pro Einwohner ansteigen wird.

Anhand von Fotos präsentierte Hacker verschiedene, im vergangenen Jahr abgeschlossene Projekte wie beispielsweise die Fertigstellung der Gartenstraße, die Dorferneuerung Haimendorf und den barrierefreien Ausbau des Bahnhofes Röthenbach, der noch andauert. Seit September 2015 ist auch der neue Kinderhort Am Eichenring in Betrieb und bietet Platz für 37 Kinder. Der Breitbandausbau in der Stadt ist im Gange. Wesentlichste „Großbaustelle“ ist die Generalsanierung der Geschwister-Scholl-Mittelschule, die momentan noch voll im Gange ist.

Baubeginn an der Vogelwiese

Beim Baugebiet „Vogelwiese“ am Schumacherring erfolgt der Spatenstich voraussichtlich am 9. März 2016. Dort werden 30 Wohneinheiten und acht Reihenhäuser entstehen, die sich nach Hackers Worten schon gut verkaufen. Um den Wohnungsbedarf der Stadt abzudecken, werden im neuen Baugebiet Steinberg II weitere Reihenhäuser und Wohnungen mit unterschiedlichster Nutzung entstehen. Bei Steinberg II sind außerdem eine Seniorenwohnanlage mit Betreutem Wohnen, ein Kindergarten und ein Blockheizkraftwerk geplant. Auch bei der Marktplatzbebauung in der Innenstadt sei man so weit, dass voraussichtlich nach dem Genehmigungsverfahren im Jahr 2017 der Baubeginn eines fünfstöckigen Wohn- und Geschäftsgebäudes erfolgen kann.

Nach Informationen zur Schließung des Hallenbades, zum Ausbau der Himmelgartenkreuzung mit einem Kreisverkehr sowie zu Beleuchtungsmaßnahmen in der Karl-Diehl-Halle, kam Hacker auf die Asylsituation in Röthenbach zu sprechen. Demnach wird die derzeitige Erstaufnahmeeinrichtung am Friedrichsplatz ab März 2016 zu einer dezentralen Unterkunft für künftig 130 Flüchtlinge umgestaltet. Hacker dankte in diesem Zusammenhang den Unterstützerkreisen für ihre aktive Hilfe. Über die Themen „Birkensee“ und die Schließung der Sparkassenfilialen sei bereits umfassend in der PZ berichtet worden. Hacker versicherte in diesem Zusammenhang, dass das Trinkwasser der Stadt überprüft wurde und sich darin keinerlei Schadstoffe befinden.

Besonders freute sich Hacker über den Erfolg der letzten Ausbildungsplatzbörse. 57 Aussteller lockten über 3000 Jugendliche in die Karl-Diehl-Halle. Stolz kündigte er außerdem an, dass der diesjährige Tag der Regionen des Landkreises am 9. Oktober 2016 in Röthenbach stattfinden wird.

Nach seinen Ausführungen stellte sich der Bürgermeister den Fragen der Besucher. Ein Bürger regte an, dass die Stadt Praktika für künftige Auszubildende anbieten sollte, er fragte ob die geplante Stromtrasse Röthenbach tangiere und warum man beim Baugebiet Steinberg II 100 bis 130 Stellplatze für die Karl-Diehl-Halle eingeplant habe. Hacker erwiderte, man werde selbstverständlich solche Ausbildungsmöglichkeiten schaffen, die Stromtrasse tangiere Röthenbach nicht und die neuen Parkplätze rund um die Halle würden mit Sicherheit auch die Parksituation für die Anwohner entschärfen.

Hohe Gaspreise

Zwei Besucher beschwerten sich beim Leiter der Stadtwerke, Waldemar Munkert, dass die Gaspreise noch immer auf hohem Level stünden, obwohl die Heizölpreise stark gesunken seien. Munkert erwiderte, dass die Lieferanten derzeit noch keine Gaspreisreduzierung vorgenommen hätten und somit auch die Stadtwerke ihren Preis halten müssten, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Er versprach, dass eventuelle Preissenkungen selbstverständlich unverzüglich an die Kunden weitergegeben werden.

Ein Bürger regte an, am Fuß des „Kinobergs“ einen Kreisverkehr einzurichten, da es hier immer wieder zu längeren Rückstaus auf der Grünthalstraße komme und das Einfädeln in die Rückersdorfer Straße manchmal nicht risikofrei sei. Auch die Parksituation an der Renzenhofer Straße wurde angesprochen und für problematisch erachtet, wobei die unterschiedlichen Zuständigkeiten für die Straße die Sache weiter komplizieren.

Müllhalde unter Steg

Nach Meinung eines Bürgers sei der Geschwister-Scholl-Platz bei Stark­regen immer wieder ein einziger See. Auch hier sollte die Stadt überlegen, was getan werden könne. In der Kirchhoffstraße sind die Gehwegplatten locker, das ist nach Meinung eines Anwohners ein Unfallrisiko. Weiter beklagte eine Anwohnerin, der Platz an der Bahnstrecke unterhalb des Stegs würde immer mehr zu einer Müllhalde. Ein Anwohner am Schumacherring schlug in die gleiche Kerbe und bat die Stadt, für die Müll­entfernung im angrenzenden Wäldchen zu sorgen, nachdem ihr nunmehr das Grundstück gehöre.

Einige Besucher empfanden die Markierungen bei der Ausfahrt aus dem Gewerbegebiet auf Höhe der Agip-Tankstelle als sehr unglücklich. Hier wurde von Hacker eine Überarbeitung versprochen. Das versprach er auch bei den anderen Reklamationen und wies gleich in der Versammlung seine Mitarbeiter an, dahin gehend tätig zu werden.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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