Ottensoos lenkt ein, Investor überlegt aber noch

Asylunterkunft kann kommen

Auf diesem Gelände im Gewerbegebiet am Bräunleinsberg könnte ein Asylbewerberheim für bis zu 106 Flüchtlinge entstehen. Die Gemeinde Ottensoos hat jetzt eingelenkt.
Auf diesem Gelände im Gewerbegebiet am Bräunleinsberg könnte ein Asylbewerberheim für bis zu 106 Flüchtlinge entstehen. Die Gemeinde Ottensoos hat jetzt eingelenkt. | Foto: PZ-Archiv/Kirchmayer2017/02/Ottensoos-Asyl-Unterkunft-Braunleinsberg-1a-2.jpg

OTTENSOOS— Dem Bau des Asylbewerberheims im Ottensooser Teil des Gewerbegebiets am Bräunleinsberg steht nichts mehr im Weg. Die Gemeinde Ottensoos hat sich dazu entschlossen, keine Klage gegen die Baugenehmigung einzureichen. Die Entscheidung liegt jetzt beim Investor.

Lange hat sich Ottensoos gegen ein geplantes Asylbewerberheim im Gewerbegebiet am Bräunleinsberg gewehrt (die Pegnitz-Zeitung berichtete). Doch mittlerweile hat das Landratsamt dem Investor die Baugenehmigung erteilt. Der Gemeinderat hat sich jetzt einstimmig dazu entschieden, dagegen keine Klage einzureichen.

Die Erfolgsaussichten vor Gericht seien sehr gering, sagt Bürgermeister Klaus Falk (CSU) im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung. Außerdem rechne die Gemeinde nicht mehr mit einer Vollbelegung. Die geplante Einrichtung ist für bis zu 106 Flüchtlinge ausgelegt. Eine Zahl, die der Gemeinderat stets als unverhältnismäßig hoch ablehnte.

Weniger Flüchtlinge

Doch mittlerweile kommen weit weniger Asylbewerber nach Deutschland als noch 2015, viele bereits bestehende Heime sind nach Auskunft des Landratsamts Nürnberger Land nicht mehr voll belegt. Es besteht also eigentlich gar kein großer Druck mehr, die Unterkunft zu bauen.

Der Vertrag mit dem Investor ist allerdings geschlossen. Noch bevor sich abzeichnete, dass sich die Lage in Deutschland entspannen würde, was im Frühling 2016 zu einem Anmietestopp seitens der Regierung von Mittelfranken führte, wurden die Vertragsdetails geregelt.

Miete ist zugesichert

Konkret heißt das: Sollte sich der Investor dazu entschließen, das Objekt am Bräunleinsberg in ein Flüchtlingsheim umzubauen und sollte das Gebäude brandschutzrechtlich abgenommen werden, bekommt der Investor die vertraglich zugesicherte Miete. Und zwar unabhängig davon, ob die Unterkunft voll belegt ist oder ob dort nur wenige Asylbewerber untergebracht werden. Das bestätigte Wolfgang Röhrl von der Abteilung Sozialwesen des Landrats­amts der Pegnitz-Zeitung auf Nachfrage.Die Entscheidung des Investors steht allerdings noch aus. Röhrl erwartet, dass sie diesen Monat fällt.

Kommt das Asylbewerberheim in Ottensoos, würden dort vermutlich 50 bis 80 Flüchtlinge untergebracht. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Situation in den Heimen entspannter ist, wenn sie nicht voll belegt sind“, so Röhrl.

Dass anderswo im Landkreis eine Asylbewerberunterkunft geschlossen wird, ist laut Landratsamt keine Option. Erstens liefen 2017 keine Verträge aus. Zweitens sei unklar, ob nicht doch wieder mehr Flüchtlinge nach Deutschland kämen – etwa, weil die Türkei das Flüchtlingsabkommen mit der Europäischen
Union aufkündige. Nach Ottensoos kämen also Flüchtlinge aus anderen Heimen im Nürnberger Land, die aktuell überdurchschnittlich belegt sind.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer