Selbsthilfegruppe trifft sich am Dienstag

Verstoßene Großeltern

Nicht jeder Großvater darf Zeit mit seinem Enkel verbringen. Foto: joserpizarro – Fotolia
Nicht jeder Großvater darf Zeit mit seinem Enkel verbringen. Foto: joserpizarro – Fotolia2016/02/AdobeStock_69658977.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Geschenke kommen nicht an, der früher gute Kontakt wird plötzlich verboten, Enkel werden regelrecht als Waffe gegen Oma und Opa eingesetzt: Das alles erleben mittlerweile deutschlandweit Millionen Männer und Frauen – viele auch in der Metropolregion. Sie treffen sich am Dienstag, 23. Februar, um 18 Uhr bei Kiss in Hersbruck.

Vor einigen Jahren haben Betroffene die regionale Selbsthilfegruppe „Ein Kind darf auch ein Enkel sein“ ins Leben gerufen. Dort sind neue Großeltern, die bisher im Stillen leiden, jederzeit herzlich willkommen. Am Dienstag um 18 Uhr tauschen sich die Männer und Frauen, die oft aus Scham ihre Erfahrungen verschweigen, in den Räumen von Kiss (Unterer Markt 2, 2. OG, Eingang im Posthof) über Ursachen und Lösungen aus.

Die Gründe für den abrupten Kontaktabbruch reichen von innerfamiliären Konflikten bis hin zur Scheidung. „Derjenige, der kein Sorgerecht bekommt, hat eh wenig Zeit mit den Kindern. Da kippen seine Eltern einfach hinten über“, weiß ein Betroffener. Da jedes Jahr rund 150 000 neue Scheidungskinder dazukommen, kann von Einzelfällen verstoßener Großeltern, wie die Politik es nennt, laut der Selbsthilfegruppe nicht die Rede sein.

Dieses Image ins rechte Licht zu rücken, darum bemüht sich die Gruppe ebenfalls. Und sie macht klar: Nicht nur Opa und Oma leiden, sondern auch die Enkel.

Weitere Infos unter Tel. 09151/9084494.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch
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