Am Sonntagnachmittag bei Unterhaidelbach

Heißluftballon landet in einer Stromleitung

Am Südhang des Moritzberges hatte sich der Heißluftballon in der Stromleitung verfangen. Helfer eilen hinzu, um die Hülle aus der Leitung zu ziehen. Verletzt wurde bei dem Unglück niemand. Allerdings war in Unterhaidelbach für mehrere Stunden der Strom weg
Am Südhang des Moritzberges hatte sich der Heißluftballon in der Stromleitung verfangen. Helfer eilen hinzu, um die Hülle aus der Leitung zu ziehen. Verletzt wurde bei dem Unglück niemand. Allerdings war in Unterhaidelbach für mehrere Stunden der Strom weg2012/10/53027_ballonunfallfreileitungleinburg0002_New_1351521364.jpg

UNTERHAIDELBACH — Glück im Unglück für alle Beteiligten: Nach der Landung eines Heißluftballons am Sonntagabend gegen 16 Uhr auf einer Wiese bei Unterhaidelbach (Gemeinde Leinburg) wurde der Ballon in eine 20-Kilovolt-Hochspannungsleitung geweht.

Zwei Leitungen berührten sich, es gab einen Kurzschluss, ein Lichtblitz war zu sehen, wie Augenzeugen schildern, und dann war der Strom in der ganzen Umgebung weg. Verletzt wurde bei dem Unglück niemand. Helfer zogen den in Velden im oberen Pegnitztal gestarteten Ballon schließlich aus der Freileitung.

Vor Ort waren auch Polizei, Rettungskräfte und Mechaniker des Stromversorgers N-Ergie. Durch den Defekt war es nämlich in Unterhaidelbach und Weihersberg sowie zahlreichen anderen Orten der Umgebung zu einem Stromausfall gekommen. Das heißt, mit einbrechender Dunkelheit saßen die Menschen ohne Licht zu Hause. Der Fernseher ging nicht, der Kühlschrank fiel aus und der Herd ging natürlich auch nicht. Und in den meisten Häusern funktionierte auch die Heizung nicht mehr.

Nach etwa einer Stunde konnten noch vor einer Reparatur, allein durch Umschaltmaßnahmen, die Orte Gersdorf, Entenberg, Oberhaidelbach, Winn, Weißenbach und Ernhof wieder an das Netz gehen. Etwa drei Stunden später, die Mechaniker arbeiteten inzwischen unter Flutlicht, waren auch die durchgeschmorte Klemme und der Trennschalter am Masten wieder repariert und Unterhaidelbach, Weihersberg und Heiligen Mühle hatten auch wieder Strom.

Augenzeugen des Unglücks wurden  Harald Nazarenus aus Unterhaidelbach und seine Tochter, die am Sonntagnachmittag vor dem Haus standen. Sie sahen zunächst, wie schon öfter auf der Fläche zwischen Unterhaidelbach und Weihersberg am Südhang des Moritzberges, den leuchtend roten Ballon. Dann konnten sie beobachten, wie die aufgeblähte Hülle direkt in die Stromleitung getrieben wurde und sich der Ballon regelrecht um einen Mast wickelte.

Sehr schnell waren Helfer von Polizei und Rettungsdiensten vor Ort, so Nazarenus, und auch die Helfer des Ballonfahrunternehmens waren schon da, um die Hülle aus der inzwischen stromlosen Leitung zu ziehen. Und weil ja keine Personen verletzt wurden, sondern nur erheblicher Sachschaden entstand, wie gestern auch die Polizei mitteilte, konnte die Familie Nazarenus den Stromausfall auch mit Humor nehmen, wie offensichtlich viele Unterhaidelbacher. „Weil man nicht kochen konnte, hatte der Pizza-Service aus Leinburg offensichtlich besonders viel zu tun, es gab lange Wartezeiten.“

Viele Einwohner nutzten den Stromausfall und die fernsehlose Zeit zu einem Spaziergang, wie Nazarenus erzählt. Und seine Frau Beate ergänzt: „Da merkt man erst mal wieder, was alles mit Strom betrieben wird und wie wenig funktioniert, wenn der Saft einmal weg ist.“ Zum Glück für alle war der Strom schon um 19.30 Uhr wieder da.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer