Lauferin ist Moderatorin bei Super RTL und Pro Sieben

Vanessa Meisinger startet als TV-Star durch

Zum Krafttanken in der Kreisstadt: "Lauf ist meine Heimat", sagt Vanessa Meisinger. Nach vier Jahren in München wohnt die 24-jährige Moderatorin derzeit vorübergehend wieder bei ihren Eltern.
Zum Krafttanken in der Kreisstadt: "Lauf ist meine Heimat", sagt Vanessa Meisinger. Nach vier Jahren in München wohnt die 24-jährige Moderatorin derzeit vorübergehend wieder bei ihren Eltern. | Foto: Kirchmayer2016/01/Vanessa-Meisinger-Lauf-8.jpg

LAUF — Vor sechs Jahren gewann sie die Casting-Show „Popstars“. Heute ist Vanessa Meisinger aus Lauf Moderatorin bei Super RTL und „Galileo“-Reporterin bei Pro Sieben. Und damit soll noch lange nicht Schluss sein. Eine Abendshow zur „Prime Time“ ist der Traum der 24-Jährigen.

Ein Auftritt mit Rihanna, Tausende kreischender Teenager und überschwänglicher Jubel im Konfettiregen: „Vanessa schafft die Sensation: Lauferin ist Popstar“ titelte die Pegnitz-Zeitung im Dezember 2009. Doch was wie der Startschuss einer vielversprechenden Karriere als Sängerin klang, erwies sich im Nachhinein auch schon als deren Höhepunkt. Denn wenige Monate später war das frisch gecastete Duo „Some and Any“, das aus der Lauferin und dem Schweizer Leo Ritzmann bestand, schon wieder Geschichte.

„Sechs Jahre? Das ist unfassbar lange her. Die Zeit vergeht so schnell“, sagt die 24-Jährige im Gespräch mit der PZ bei einem Cappuccino in einem Laufer Café. Über ihre Teilnahme bei „Popstars“ kann sie heute schmunzeln. „Ich bin 2009 in die Medienwelt hineingestolpert, habe Bühnenluft schnuppern können.“

Das Singen hat sie aufgegeben, vor der Kamera aber fühlt sie sich heute wohler denn je. Vanessa Meisinger ist längst angekommen im Showgeschäft. Als Startschuss ihrer TV-Karriere sieht sie aber nicht „Popstars“, sondern „Project Style“. So hieß das Format, in dem sie 2012 in Internetvideos Modetrends vorstellte. Produzenten von „Super RTL“ wurden auf die Lauferin aufmerksam, luden sie zum Casting ein. Seitdem ist Meisinger dort im Kinderkanal „Toggo“ präsent. „Am Anfang war ich mir nicht so sicher, ob ich das wirklich kann“, erinnert sie sich. „Jetzt gibt es nichts Schöneres.“

Für „Wow – Die Entdeckerzone“ erklärt sie seit 2013 Kindern, wie aus Kaulquappen Frösche werden und wieso Kakteen in der Wüste nicht austrocknen. Seit 2014 steht sie auch für „Galileo“ bei Pro Sieben vor der Kamera, fliegt für Reportagen nach Malawi und verwandelt sich, wenn es sein muss, auch in eine menschliche Barbie-Puppe.

Das sollte der attraktiven, modebewussten Blondine nicht schwer fallen, doch ihrem Naturell, sagt sie, entspricht es nicht: „Ich bin eher der Kumpeltyp und kein Mädchen, das Angst davor hat, dass ein Fingernagel abbricht.“ Vor der Kamera sei es wichtig, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, trotzdem komme es natürlich auch auf das Äußere an. „Man muss sich bewusst sein, dass man im Showgeschäft nur ein Produkt ist. Natürlich hat man ein Produkt gern ansprechend verpackt, aber auch der Inhalt und die Leistung müssen stimmen.“

Vor allem bei den jungen Zuschauern von Super RTL kommt ihre Art gut an, häufig werde sie auf der Straße angesprochen, und das meist von Kindern.

Auftritte bei Stefan Raab

Einen kleinen Traum konnte sich die Lauferin auch schon erfüllen: Ende Mai war sie zu Gast in der Sendung ihres großen Vorbilds Stefan Raab. Schon als Kind war sie Fan des Moderators, den sie für „den besten Entertainer im deutschen Fernsehen“ hält. „Ich hätte nie gedacht, dass ich je selbst auf dem TV-Total-Sofa sitzen würde.“ Viel Zeit zum Reden mit ihrem Idol blieb zwar nicht, aber er habe sie nach der Aufzeichnung gelobt und dafür gesorgt, dass sie ein weiteres Mal in die Show kam.

Auch bei Raabs „TV Total Turmspringen“ trat sie zweimal an – mäßig erfolgreich zwar, aber das ist für die 24-Jährige nicht die Hauptsache. Vor einem Fernsehpublikum aus fünf Metern Höhe einen kunstvollen Kopfsprung zu machen traue sich schließlich nicht jeder: „Das war bis jetzt die größte Herausforderung meines Lebens. Ich habe vier Mal die Woche dafür trainiert und mir viele blaue Flecken geholt.“

Bei aller Bühnenerfahrung, die Vanessa in ihren jungen Jahren schon gesammelt hat: Ein wenig Lampenfieber habe sie immer noch vor der Kamera. „Ich bin oft selbst bei Studiomoderationen aufgeregt“, verrät Meisinger. Ihre Auftritte bei Galileo sieht sie sich selbst mit kritischem Blick im Fernsehen an, achtet darauf, wie sie vor der Kamera wirkt. „Man legt die Schüchternheit nie ganz ab, aber das ist alles eine Sache des Trainings.“

Im Netz auf Facebook und der Foto-Plattform Instagram gibt es von der 24-Jährigen auch private Eindrücke. Rund 9400 Fans freuen sich dort über Schnappschüsse in Drehpausen oder beim Rumblödeln mit ihrem Bruder. Zu viel möchte Meisinger aber nicht von sich preisgeben. „Ich trenne Privatleben und Beruf. Was man einmal hochlädt, ist für immer im Internet. Das finde ich gruselig. Daher ist es wichtig, dass man darauf achtet, was man öffentlich präsentiert, und sich darüber im Klaren ist, dass fast alles eben immer abrufbar ist.“ Ob sie einen Freund habe, gehe zum Beispiel niemanden etwas an.

Zurück im Kinderzimmer

Aktuell wohnt Meisinger übrigens wieder bei ihren Eltern in Lauf. Nach vier Jahren in München musste sie zum Dezember dort die Wohnung räumen. Bis sie eine neue Bleibe findet, hat sie sich zwischen vielen Umzugskartons in ihrem ehemaligen Kinderzimmer einquartiert. „Lauf ist meine Heimat“, sagt die 24-Jährige. „Ich habe meinen ganzen Freundeskreis hier.“ Bevor es noch im Januar beruflich wieder zu Drehs nach Köln oder Berlin geht, nutzt sie die Zeit in Lauf, um Kraft zu tanken und im Familienkreis „einfach mal die Seele baumeln zu lassen“.

Abgehoben ist die Blondine durch ihren TV-Erfolg nicht. „Ich bin nichts Besseres, nur weil man mich in diesem schwarzen Kasten sieht. Es ist einfach ein Job, den ich mir selbst hart erarbeitet habe“, sagt sie. Und wenn es nach Vanessa Meisinger geht, soll es 2016 noch weiter bergauf gehen. „Ich möchte mich auf jeden Fall weiterentwickeln, genauso wie bisher.“ Ihr Traumziel? Eine eigene Show zur besten Sendezeit. Aber die 24-Jährige weiß: Dazu gehört mehr als nur Ehrgeiz, sondern auch Glück und das Vertrauen der Produzenten. „Ich bin noch lange nicht angekommen.“

Auch privat hat sich Meisinger für das neue Jahr etwas Besonderes vorgenommen: den Besuch des Laufer Altstadtfests. In den vergangenen beiden Jahren war sie beruflich unterwegs, 2016 soll es endlich wieder klappen. „Das Altstadtfest ist Kult, da trifft man alle.“

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer