Mentalkünstler Christoph Kuch in Dehnberg

Kombinierer mit magischer Kraft

Zauberer Christoph Kuch (Mitte) lässt eine Besucherin im DHT Berührungen spüren, die er dem anderen Bühnengast mit einer Feder beibringt.
Zauberer Christoph Kuch (Mitte) lässt eine Besucherin im DHT Berührungen spüren, die er dem anderen Bühnengast mit einer Feder beibringt. | Foto: Grzesiek2015/12/pz-112708_MagierChristophKuchimDHT.jpg

DEHNBERG — Einen Abend zum Staunen bot das Dehnberger Hof Theater. Der Zauberer Christoph Kuch trat gemeinsam mit dem Kabarettisten Bernd Regenauer auf – und hinterließ ein angeregtes und verblüfftes Publikum.

Völlig verdattert verließen viele Besucher diesmal das Theater. „Wie macht er das nur?“, war die häufigste Frage am Nachhauseweg. „Er“ ist der beste Mentalmagier der Welt (Titel 2012), kommt aus Stein und verzaubert seine Mitmenschen, indem er ihre Gedanken errät.

Eigentlich ist Christoph Kuch Diplom-Kaufmann. Aber seit er im zarten Alter von fünf Jahren bei „Stars in der Manege“ sah, wie Rainer Werner Faßbinder seine Hanna Schygulla durch die Luft schweben ließ, fragte er sich: „Wie macht er das nur?“ Und entschied sich dann selbst für die Zauberei, allerdings die mit dem Köpfchen.

Kuchs Geschick ist es, die Gedanken seiner Mitmenschen zu erraten – oder zu beeinflussen. Aus der Zögerlichkeit oder Bestimmtheit der Antworten zieht er seine Schlüsse, fragt nach, kombiniert. Trotzdem bleibt bei jeder seiner verblüffenden Vorführungen im Dehnberger Hof Theater am Schluss die Frage: Wie geht das? Hat der Magier reihenweise Leute im Publikum eingekauft? Aber dann dürfte nicht Kabarettist Regenauer die Besucher als Mitspieler aussuchen. Und so wie die Auserwählten agieren, scheinen sie durchaus nicht freiwillig auf der Bühne zu stehen.

Wie kann Kuch die zweistellige Zahl erraten, die sich das Gegenüber ausgedacht hat – und dann für diese Zahl in Blitzgeschwindigkeit noch diverse Addierungen niedergeschrieben haben? Wie weiß er, unter welchem der vier Hütchen die Dame aus dem Publikum einen gefährlichen Hufnagel versteckt hat? Wie platzieren sich vier Mitspieler zufällig so auf vier Stühle, dass der bunte Papierstreifen im von ihnen gezogenen Kuvert hinterher farblich zur (verdeckten) Rückenlehne ihrer Stühle passt?

Wie kann Kuch die Karten dreier Spieler vorhersagen und ihre Spielzüge dazu? Warum glaubt eine Besucherin bei geschlossenen Augen eine Berührung an dem Körperteil zu spüren, an dem der Magier mit einer Feder eine ganz andere Person streift?

Weil so viel Spannung auf Dauer nicht auszuhalten ist, lockert Kabarettist Bernd Regenauer das Programm mit seinem Blick durch die Welt auf. Das Internet, die Flüchtlinge und die neuesten deutschen Kriegseinsätze analysiert er – wobei sein Standpunkt schon mal zwischen dem Mitgefühl für die Geflohenen und wohlfeiler Kritik am Gutmenschentum schwankt.

Ganz bei sich ist Regenauer, wenn er sich in Richtung seines „Nützels“ bewegt und die fränkische Seele analysiert. Wie zwei Paare im Wirtshaus am Aufteilen der gemeinsamen Rechnung verzweifeln, das hat Tempo und Originalität.

Der ganze Abend war, wie Theaterleiter Ralf Weiß dankbar anmerkte, ein Benefiz fürs Dehnberger Hof Theater, das damit seine Kinder- und Jugendarbeit stärkt. Seit fünf Jahren tritt Bernd Regenauer dafür schon kostenlos auf. Magier Christoph Kuch könnte die Geldprobleme des Theaters übrigens ganz einfach lösen. Verriet er doch einem der verblüfften Besucher dessen eigene PIN. Wie macht er das nur? Walter Grzesiek

N-Land Pegnitz-Zeitung
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