Der amtierende Bürgermeister gewinnt mit 55,66 Prozent

Bisping regiert in Lauf weiter

Ein strahlender Sieger: Benedikt Bisping zwischen Frau Lydia und  Mutter Christa. Rechts Mathias Jackson, Nachrücker der Grünen
Ein strahlender Sieger: Benedikt Bisping zwischen Frau Lydia und Mutter Christa. Rechts Mathias Jackson, Nachrücker der Grünen2014/03/bisping_bu__rgermeister_1.jpg

LAUF — Benedikt Bisping wurde für weitere sechs Jahre zum Bürgermeister der Stadt Lauf gewählt. Wie schon im Jahr 2008 gewann der Grüne die Stichwahl gegen den Kandidaten der CSU, diesmal Norbert Maschler. Bisping konnte 55,66 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, sein Herausforderer kam auf 44,34 Prozent.

Sein Sensationsergebnis von vor sechs Jahren konnte Benedikt Bisping damit zwar nicht  wiederholen – damals kam er auf 63 Prozent –, das tat seinen Glücksgefühlen und dem der vor zwei Wochen so erfolgreichen Fraktion der Grünen aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, nachdem die anfängliche ex­treme Spannung von Bisping abgefallen war, ließ er sich blumenstraußschwenkend und mit minutenlangem Beifall im Sitzungsaal feiern.

Um dann aber sofort im Stil des Siegers und des Chefs in der Runde allen zu danken und vorauszuschauen. Seinen Sieg werte er als klare Bestätigung der Arbeit in den letzten sechs Jahren, so Bisping. Jetzt gelte es, „im breiten Dialog und im demokratischen Wettbewerb der besten Ideen aller politischen Kräfte zusammenzuarbeiten. So kommt unser Lauf voran“, sagte der Sieger.

Er jedenfalls wolle jetzt sein Wahlversprechen einlösen, nämlich, dass keine Stimme verloren gehe, dass er ein Bürgermeister für alle Laufer sein werde. Ausdrücklich dankte und lobte Bisping seine drei Herausforderer: „Im Sinne unserer Demokratie zolle ich allen meine Hochachtung, die in den Ring gestiegen sind“. Ganz persönlich, so Bisping gegenüber der PZ, sei er einfach nur glücklich und fühle sich wie beim Zieleinlauf nach einem Marathon.

„Das ist einfach nur sensationell“, kommentierte der Fraktionssprecher der Grünen, Martin Grand, den Sieg in der Stichwahl. Nach dem tollen Ergebnis von vor zwei Wochen sei er zwar schon zuversichtlich gewesen, dennoch war die Anspannung noch hoch. „Ich wünsche mir jetzt eine gute Zusammenarbeit mit allen Kräften, auch wenn es wohl keine Allianz wie vor sechs Jahren mehr geben wird.“ Weil jeder aber doch mitgestalten wolle, werde man auch vorankommen. Der Bürgermeister müsse halt jetzt die Stadträte noch mehr mitnehmen, „und da müssen wir ihn auch von der Grünen-Fraktion vielleicht manchmal bremsen, wenn er mit zu viel Energie und Tempo anpackt.“

Bispings Mutter Christa hat da ganz andere Wünsche für ihren Sohn: Dass ihm „die Arbeit für die Stadt Lauf weiter Spaß macht“ und er neugierig bleibe und den Menschen weiter zuhöre.

Nein, enttäuscht sei er angesichts seines Ergebnisses von  44 Prozent keinesfalls, so der unterlegene Kandidat der CSU, Norbert Maschler. Schade sei allerdings, dass die Wahlbeteiligung mit 55 Prozent einfach zu niedrig gewesen sei. CSU-Fraktionssprecher Mayer nannte Maschlers Ergebnis respektabel, das Abschneiden Bispings sei für einen amtierenden Bürgermeister aber nicht besonders. Wichtig sei für  ihn (Mayer), dass es im Stadtrat eine eindeutige bürgerliche Mehrheit gebe und man entsprechende Gespräche führe.

„Die Arbeit im Rat wird nicht einfacher“, glaubt SPD-Mann Schweikert, weil Bisping über keine eigene Mehrheit verfüge. Frank Ittner (SPD) erwartet einen künftig offeneren Diskurs im Rat, ist aber auch überzeugt davon, dass Bisping die Sacharbeit gut hinbekomme.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer