Ball und Umzug am Samstag und Dienstag

Zwei Frauen sind die Ober-Narren der FG Närrschbruckia

„Wir sind schon faschingsverrückt“: Gabriele Loos und Kathrin Kellner leiten erst seit einem halben Jahr die FG Närrschbruckia. Foto: J. Wild2016/02/6976668.jpg

HERSBRUCK – Es war für beide ein Sprung ins kalte Wasser: Seit gut einem halben Jahr steuern Kathrin Kellner und Gabriele Loos die Närrschbruckia. Und damit keine geringere Faschingsgesellschaft, als die, die seit 17 Jahren den „Rummzug“ am Faschingsdienstag und seit einiger Zeit den Kinderfasching und großen Ball kurz davor organisiert. Die Frauen haben aus dem Stegreif den 145 Mitglieder starken Verein neu aufgebaut.

„Ich war in einer Weinlaune“, erzählt Kathrin Kellner, die Närrschbrucker Faschingsprinzessin vom vergangenen Jahr. An Silvester 2014 sei sie gefragt worden, ob sie Roland Winkler nach sechs Jahren an der Spitze der FG beerben wolle. Der Obernarr wollte schon längst seine Kappe abgeben, es fand sich bis dahin nur niemand. „Ich hab’s gemacht, damit es weitergeht, zuerst für die Kinder und auch für die Stadt“, sagt die 36-Jährige. Gab es hinterher ein böses Erwachen? Das Nein kommt sofort. Sie habe nur eine Bedingung gestellt: Nicht alleine wollte sie Vorsitzende werden, sondern nur zusammen und gleichberechtigt mit ihrer Freundin Gabi Loos (47).

So kam es auch. Ende Juni war die Wahl, bis heute halten die Altensittenbacherinnen zusammen. Das war auch nötig, wie im Gespräch mit ihnen überdeutlich wird. Unterstützung im Verein haben sie, aber es brauchte einiges an Willens- und Durchsetzungskraft, sich einen Überblick über die Aufgaben zu verschaffen und dann auch eigene Vorstellungen gegen Altgewohntes durchzusetzen.

„Wir sind wirklich reingeworfen gewesen“, sagt Kellner, sie hätten keine Ahnung von dem Job gehabt. Und erst recht keine Vorstellung von der jetzigen „heißen Phase“: mit dem „Organisieren nicht nur der beiden Garden und der Showtanzgruppe mit ihren über 30 Aktiven, sondern auch dem „Rummzug“ und noch viel mehr dem Faschingsball, der nicht mehr wie früher am Rosenmontag, sondern am Samstag davor stattfindet. „Der Tag bräuchte 48 Stunden“, stellen sie fest.

Aber alle spielen mit und „unsere Männer müssen das aushalten“, sagen sie. Es ist sogar so, dass die Männer und viele weitere „stille Helfer“ im Hintergrund kräftig mitarbeiten am Erfolg, „sonst funktioniert sowas überhaupt nicht“. Schließlich habe Torsten Kellner, der Faschingsprinz 2015 auch immer gesagt, „Hersbruck ohne Fasching geht ja gar nicht.“

Die Gefahr bestand durchaus, hätten die beiden Frauen sich nicht nach vorne gestellt und sich selbst mehr zugetraut als der eine oder andere Außenstehende. „Jetzt ziehen aber alle den Hut“, das sei schon mal erreicht – Kinderfasching, Ball und „Rummzug“ finden statt, jetzt gehe es nur noch darum, wie gut es läuft. Entscheidend ist für beide, „dass die Leute wirklich Spaß haben können.“

Aufregung, Anspannung, aber auch Begeisterung lassen sich bei den Vorsitzenden nicht verleugnen. Alle zögen an einem Strang „und so schaffen wir das auch“. Und übrigens, es ist nicht nur Arbeit für andere, „wir sind schon faschingsverrückt“, bekennen die Frauen. Wie heuer ihre Kostüme nach dem offiziellen Teil aussehen, also nach dem Ablegen von Ornat und Hütchen der Vorsitzenden, verraten sie nicht. Voriges Jahr gingen sie als Flintstones – auch eine lustige Familie, die zusammenhält.

Die Termine: Sa., 6.2., Aula der Grete-Schickedanz-Grundschule Kinderfasching von 13 bis 16 Uhr und Faschingsball ab 19.11 Uhr (Karten unter Tel. 0173/8820717); Die., 9. Februar „Närrschbrucker Rummzug“, um 14 Uhr.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz