Altstadtfest in Hersbruck

Tolle Festtage in der Stadt

In der Martin-Luther-Straße herrschte zwischen den Ständen großes Gedränge. | Foto: J. Ruppert2016/08/ASF7.jpg

HERSBRUCK – Es war der wohl ungewöhnlichste Auftakt, den das Altstadtfest je gesehen hat: Holz hacken, Schuhplatteln, Madln herumschwingen, im Takt der Musik auf einen Amboss hämmern und sogar eine Rauferei auf dem Kopfsteinpflaster. Am Oberen Markt sorgte eine Thalheimer Gruppe für diesen zünftigen Beginn der Veranstaltung im Herzen Hersbrucks.

Cheforganisator Jürgen Wild vom Altstadtfestverein musste neidlos anerkennen, dass die Schuhplattler-Show anstelle einer Band eine Superidee seines Stellvertreters Roland Winkler war. Bürgermeister Robert Ilg erhielt beim Bieranstich schlagkräftige Schützenhilfe seines Amtskollegen Paolo Menis aus Hersbrucks Partnerstadt San Daniele, dann konnte das Treiben rund um die sieben Bühnen losgehen.

Roland Winkler nutzte die Eröffnung, um auf einen Leserbrief zum Sicherheitskonzept einzugehen. „Der Schreiber darf seine Maß Bier aus medizinischen Gründen mitnehmen. Er muss bloß damit in der Altstadt bleiben“, sagte er.

„Es ist alles angerichtet für drei Festtage“, hatte Robert Ilg die Gäste begrüßt. Wer zunächst nicht mitspielte, war Petrus. Nach Einbruch der Dämmerung begann es am Freitag zu regnen. Bekanntlich findet zum Auftakt eher eine Light-Version des Events statt. Das Dauernass von oben vertrieb trotz der aufgestellten Zelte und Schirme außerdem viele Besucher.

Ohne Schirm war der Samstag wieder ein Toperfolg. Die Band Aeroplane begeisterte im übervollen Kratzers Biergarten die Massen. Der Platz vor der Bühne reichte für die Tanzbegeisterten schnell nicht mehr, die Bierbänke mussten als Tanzboden herhalten. Nachdem schon Rokit tags zuvor Publikumsmagnet Nummer eins gewesen war, pilgerten erneut Scharen zum Oberen Markt. Die Kick-Bühne wurde erst von Hillman’s Blues Band bespielt, dann gab es Ska bis Rock’n Roll der Formation Rapid.

Beim Gasthof Bauer spielten „Red bag’d Farmer 5“ auf einem Lkw-Anhänger zünftig auf. Gleich daneben sorgten die Altstadtfest-Dauerbrenner von Zhenil für Stimmung. Am Eisenhüttlein hatten die Disc Jockeys Housemeister und Tamzarian ein eigenwilliges Gefährt als Plattform für ihre Musik und heizten ein.

Vor der Spitalkirche war ein doppelstöckiger Partybus der Hingucker. Am Freitag suchte das Publikum von Lipstick darin Zuflucht, am Samstag hatten die Powerlordfans von dort einen tollen Blick auf ihre Band und den proppenvollen Platz.

Ob der Ansturm genauso groß wie in den vergangenen Zeiten war, lässt sich schwer sagen. Die Veranstaltungsfläche ist jedenfalls geschrumpft. Neben dem im Programm erneut fehlenden Schloss fällt vor allem die verwaiste Prager Straße auf. Für Musikbands ist die Verkehrsachse zu schmal. Jürgen Wild sieht angesichts der hohen Brandschutzauflagen der Stadt aber auch keine Chance, dass „fliegende“ Händler mit Verkaufsständen kommen wollen.

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N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert