In Hersbruck untergebrachte Tiere leiden unter vielen Krankheiten

Hundewelpen kämpfen um ihr Leben

Putzig sind sie die Welpen, die seit vier Wochen im Hersbrucker Tierheim aufgepäppelt werden. Foto: privat
Putzig sind sie die Welpen, die seit vier Wochen im Hersbrucker Tierheim aufgepäppelt werden. Foto: privat2016/01/6938530.jpg

HERSBRUCK – Das Schicksal von einigen aus Osteuropa eingeschmuggelten Hundebabys, die Anfang Dezember bei einer Kontrolle an der österreichischen Grenze entdeckt und gerettet wurden, nimmt kein gutes Ende. Bereits 49 – drei davon in Feucht – der 217 Welpen sind verstorben. Auch die drei kleinen Hundekinder, die das Hersbrucker Tierheim seit dieser Rettungsaktion aufpäppelt, kämpfen um ihr Leben.

Unklar ist, was genau den kleinen Vierbeinern fehlt. Es laufen noch immer verschiedene Tests – sowohl Blut- als auch Schleimhautproben wurden genommen – die derzeit im Labor ausgewertet werden. Tierheimleiterin Martina Höng hofft, dass bis Mitte der Woche Klarheit über das gesamte Krankheitsbild geschaffen werden kann. So wie es aussieht, leiden die Kleinen an einem ganzen Cocktail von Hundekrankheiten. Zwei Hündchen aus der Aktion sind gar an Staupe gestorben. Bis dahin bleiben ihre Schützlinge weiterhin in der Quarantänestation.

Zudem belastet die Mitarbeiter des Tierheims die Frage, ob die drei Hundekinder nun doch wieder den Transporteuren übergeben werden. „Sie lassen nicht von ihrer „Ware“ ab. Nur einer der drei Lieferanten hat bis jetzt aufgegeben. Die anderen wollen die Hunde unbedingt an die Händler bringen“, sagt Höng. Obwohl sich bereits hunderte Menschen an das Tierheim gewandt und sich für die Hunde interessiert haben, ist es Höng derzeit nicht möglich genaue Auskunft zu geben. Ob die Welpen hier bleiben können – wenn sie überhaupt durchkommen – ist fraglich.

Herbert Sauerer, Vorsitzender des Tierheims Feucht, stimmt in den Tenor von Höng ein: „Es ist absolut verantwortungslos, wie die Produzenten und Händler mit den Tieren umgehen. Hier werden fühlende Lebewesen als Ware betrachtet, die nur die Geldgier der Welpenmafia befriedigen sollen. In den Welpenfabriken ist ein gewisser Schwund als Ausschussware einkalkuliert. Gedankenlos sind aber auch die Käufer, die meinen, hier ein Schnäppchen machen zu können. Wie man an der Sterberate in diesem Fall sieht, kaufen sie oft ein Tier, das derart krank ist, dass es nicht überlebt.“

Die Hundebabys, die viel zu früh ihren Müttern entrissen wurden, werden durch die skrupellosen Hundehändler direkt vor dem Transport fit gespritzt, so dass sie die Fahrt schaffen und beim Verkauf munter wirken. Die Papiere der Welpen sind oft gefälscht.

Die „Produktionskosten“ eines Welpen betragen im Herkunftsland ca. 30 bis 50 Euro. Verkauft werden die Welpen für 400 bis 700 Euro. Ein deutscher Züchter, der ordentlich zu regulären Bedingungen arbeitet, verlangt mindestens das Doppelte.
Doch nicht nur dieses Wissen macht den Hersbrucker Mitarbeitern große Sorgen: Auch die immer weiter ansteigenden Kosten für die Behandlung der Hundewelpen – Medikamente, Antibiotika und Tests – bereiten Martina Höng zunehmend Bauchschmerzen: „Die Tierarztkosten fressen uns auf.“

Das Tierheim ist daher auf jegliche Art von Unterstützung durch seine Mitmenschen – seien es Sach- oder Geldspenden – angewiesen. Wer helfen will: Sparkasse Nürnberg, Kontonummer 190 034 017, BLZ 760 501 01.

Lisa Hufnagl

N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung