Bürgerversammlung Altensittenbach

‚Sittenbächern‘ fehlt ein Saal

Vor gut einem Jahr fand im Gasthaus Scharrer noch die Bürgerversammlung statt. | Foto: M. Scholz2017/02/7890184.jpeg

ALTENSITTENBACH / KÜHNHOFEN – Zum ersten Mal fand die Bürgerversammlung für Altensittenbach nicht dort, sondern in Kühnhofen statt. Die „Sittenbächer“ kamen trotzdem. Aber ein Thema war der fehlende Versammlungsort für sie schon.

Der Saal im „Grünen Baum“ war gut gefüllt, außer Stadträten und Rathausmitarbeitern trafen sich etwa 80 Bürger im Nachbarort, dessen Themen ebenfalls behandelt wurden. Bürgermeister Robert Ilg stellte erst die Gesamtsituation Hersbrucks dar (wir berichteten) und kam dann auf die speziellen Ortsteil-Belange. Dazu zählte die Information, dass die neue ASB-Kinderkrippe am Hirtenbühl sichtlich wächst.

Und der Arbeiter-Samariter-Bund wird sogar noch etwas heimischer dort: Während er im Krippengebäude nur Mieter ist, hat er das leere 2000 Quadratmeter große Grundstück daneben gekauft. Was daraus wird, ist noch offen. Für den Krippen-Neubau soll schon in zwei Wochen Richtfest gefeiert werden.

Im Zusammenhang mit diesem neuen Betreuungsangebot spricht Ilg gerne von einem „positiven Druck“. „Druck“, weil die Nachfrage da ist, aktuell mehr für das Kindergartenalter, „positiv“, weil dies zeige, dass Hersbruck attraktiv ist. Was gleich zum nächsten Thema überleitet: die leicht steigende Einwohnerzahl insgesamt. Zum 16. Februar gab es 12.698 Hersbrucker, das sind 136 mehr als im Vorjahr. Eine Rolle spielt dabei die Integration von Flüchtlingen — 151 Ausländer mehr als noch 2016 zählen zur Bürgerschaft.

Der Bürgermeister blieb thematisch im Hirtenbühl. Das Baugebiet West dort sei bis auf eine kleine Ausnahme verkauft. Jetzt prüft der Bauausschuss, ob im Norden noch Flächen möglich wären oder anderswo. Bis zur Jahresmitte soll dies klar sein.

Dann meldeten sich die Bürger zu Wort. Adolf Loos kam auf das Problem, dass in Altensittenbach keine Versammlung mehr stattfinden könne, mangels geeignetem Ort. „Das zerstört langsam die Dorfgemeinschaft“, befürchtet er. Weil das Gasthaus Scharrer („Planken“) zu ist, musste schon der Kirchweihverein in die Fuchsau ausweichen und auch insgesamt fehle ein Veranstaltungsraum. Bürgermeister Ilg sagte, er sehe dies auch „mit Sorge“, die Politik könne aber nur Rahmenbedingungen schaffen für private Investoren und Betreiber. In Ellenbach zum Beispiel sei viel von den Vereinen gekommen.

Hans Grötsch sprach das Dauerthema an: die seit langem fehlende Radwegverbindung zwischen Unterkrumbach und Kühnhofen. Stadtbaumeister Lothar Grimm erklärte: Für eine erste, verworfene Variante habe ein Grundstück gefehlt, eine Alternative sei zu teuer gewesen, jetzt aber werde eine weitere, einfachere Lösung geprüft. Knackpunkt war bisher die aufwendige Überbrückung des Sittenbachs.

Hans Peter Eberhard bat um eine bessere Beleuchtung an der Kühnhofener Straße vor Geru Plast. Im Dunkeln würden Autofahrer Fußgänger dort kaum erkennen. Ilg sagte zu, sich das anzuschauen.

Werner Schwarm fragte nach einem zweiten Spiegel an der Ecke Altensittenbacher Straße/Pegnitzstraße, schräg gegenüber des Hirschbühlwegs. Dort dürfen Radler gegen die Einbahnstraße Richtung Sigmund-Faber-Heim fahren, allerdings könnten Autofahrer, die von der Pegnitzstraße einbiegen wollen, wegen einer hohen Hecke nicht weit genug nach links schauen, ob gerade ein Zweirad kommt. „Das ist brandgefährlich, gerade auch für Kinder“, sagte er. Die Stadt prüft die vorgeschlagene Lösung mit einem Spiegel auch in diese Fahrtrichtung.

Ein weiteres Thema war das Internet. Während der neue Funkmast auf dem Großviehberg Kühnhofen keinen besseren Handy-Empfang brachte, soll die Breitbandversorgung noch dieses Jahr so gut wie im Rest der Stadt sein. Die Telekom arbeitet daran.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz