Fest der Kulturen in Hersbruck war ein Publikumsmagnet

Offen für „Neue“

Heimliche Stars unter den Musikern war eine kurdisch-iranische Gruppe, die spontan auftrat und einen Ziegen-Dudelsack dabeihatte. | Foto: Jürgen Ruppert2016/07/orighight130t7932275813851877081img.jpg

HERSBRUCK (jr) – Es war ein Glücksfall, dass der Sänger „Bird Berlin“ das Fest der Kulturen eröffnet hat. Dank des Besuchermagnets strömten schon zum Auftakt die Gäste zum Hersbrucker Bahnhofsgelände rechts der Pegnitz. Sinn der Veranstaltung war, dass sich Einheimische und Neubürger aus Afrika oder Asien besser kennen und verstehen lernen konnten.

Herzstück des Festes war die Musikbühne mit ganz unterschiedlichen Darbietungen. Die Gruppe „Feel the Gang“ glänzte durch weitgehenden Verzicht auf Technik, „Driptorch“ bot etwas für die Fans der härteren Töne. Ganz spontan traten dann noch einige Kurden mit einer Ethno-Gitarre und einem Dudelsack auf und sorgten für ausgelassene Stimmung. Bürgermeister Robert Ilg schaute vorbei, ebenso sein Happurger Kollege Bernd Bogner. Wie es für eine „bunte“ Stadt selbstverständlich ist, hat der Hersbrucker Bauhof die Aufbauarbeiten des Festes tatkräftig unterstützt.

Unterbrochen wurden die Auftritte von Reden. „Ein ganz herzliches Willkommen all denen, die neugierig auf Menschen aus anderen Kulturen sind, Integration als gegenseitiges Lernen und Respektieren begreifen und das oft hochemotionale Gerede um die deutsche Leitkultur gründlich leid sind“, sagte Mitorganisatorin Erdmute Lipper. Robino Mettbach stellte den Helferkreis Hand in Hand vor, Asyl-Sozialberater Norbert Ploss sprach über „Amal“ – zu deutsch Hoffnung – und die Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich aus Nürnberg äußerte sich zu politischen Fragen.

Währenddessen konnten die Besucher einen Abstecher zum Beautystand mit Zöpfe flechten und Tattoo-Bemalung machen, am Fotostand Kriegsbilder anschauen und sich über die Helferkreise für Flüchtlinge in Hersbruck und Happurg informieren. Die Küche versorgte die Gäste mit Blaubeer-Muffins, Falafel und Tabulé.

„Das Fest der Kulturen und das Paul-Pfinzing-Gymnasium liegen gar nicht so weit auseinander“, betonte PPG-Direktor Klaus Neunhoeffer. Die Schule vermittelt Werte wie Toleranz, Achtung der Menschenwürde, Offenheit, Neugier und Respekt. Konkrete Projekte sind Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlingskinder durch Hersbrucker Gymnasiasten und die Fahrradwerkstatt, denn ein Drahtesel bedeutet für die Migranten Mobilität.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert