Einzug von 40 Asylbewerbern in der ehemaligen „Wolke“

Hersbruck: Helfer brauchen Unterstützung

Links neben dem ehemaligen Firmengebäude in der Ostbahnstraße hat der Helferkreis flugs einen kleinen Spielbereich für die Kinder der Asylbewerber aufgebaut. Foto: M. Scholz2016/06/Wolke.jpeg

HERSBRUCK – Vor knapp zwei Wochen haben 40 Asylbewerber, darunter zwölf Kinder und Babys, das ehemalige Gebäude der Firma „Wolke“ an der Ostbahnstraße in Hersbruck bezogen. Die ehrenamtlichen Helfer brauchen nun Unterstützung bei der Betreuung der Flüchtlinge. Ein Bericht von Marion Koch („Hand in Hand in Hersbruck“) über den Einzug.

Die Hausmeister des Gebäudes hatten den Einzug der neuen Bewohner aus den Notunterkünften Schwaig und Altdorf gut vorbereitet. So ging es nach dem Eintreffen zügig voran. Die Gruppe „Hand in Hand in Hersbruck“, die sich in der Stadt um die Asylbewerber kümmert, stellte zwei ehrenamtliche Frauen, die Ansprechpartner für die „Neuen“ sind. Diese bezeichnet die Initiative als Hauspaten.

Die Töchter der einen Hauspatin kümmerten sich in der Einzugsphase um die Kinder. Nach dem Bezug der Zimmer und der Einführung in die Räumlichkeiten führte eine Hauspatin die neuen Bewohner zum nächsten Supermarkt, damit diese sich für das anstehende Wochenende mit dem für sie Nötigen versorgen konnten.

Die Sprachbarriere wurde erst gemindert, als am Nachmittag die Mitarbeiter der Asylsozialberatung mit einem Dolmetscher eintrafen. Bis dahin halfen Englischkenntnisse sowie Hände, Füße und Fantasie. Die Mitarbeiter der Asylsozialberatung, Susanne Müller und Norbert Ploss, informierten die Bewohner über die örtlichen Gegebenheiten und die nächsten Schritte.

Dabei ging es um allerlei formale Dinge, zum Beispiel, dass Schulkinder zurzeit nicht eingeschult werden können, weil Hersbruck keine Übergangsklasse anbietet und Happurg überfüllt ist. Eine Anmeldung in Lauf sei nicht ratsam, weil niemand das Fahrgeld bezahlt. „Hand in Hand in Hersbruck“ will versuchen, den Bewohnern kurzfristig Deutschkurse anzubieten, bis die Integrationskurse besucht werden können.

Am nächsten Morgen organisierten die fleißigen Helfer einen gemeinsamen Gang zum Bürgerbüro, um allen Bewohnern die Anmeldung zu ermöglichen. Besonders groß war das Engagement der Hauspatinnen. Eine machte sich vor allem Sorgen um die Kinder. Sie kennen derart von Lkw viel befahrene Straßen nicht. Da die Neubürger und besonders die Kleinen mit vielen Dingen, wie der Straßenverkehrsordnung, noch nicht vertraut sind, malte die Patin mit Straßenkreide zusammen mit Kindern und Eltern große „STOPP“-Schilder in die Ausfahrt.

Sandkasten organisiert
Auch ein kleiner Sandkasten für die Kleineren wurde schnell von ihr organisiert. Nun braucht es noch etwas neuen Sand und die Kinder können unbeschwert unter freiem Himmel spielen. Etwas, was viele von ihnen schon lange nicht mehr konnten oder überhaupt noch nie kennenlernen durften.

Es gab aber natürlich auch Probleme und ungeklärte Fragen am ersten Tag: Wo ist Putzmittel für die Küche zu finden? Wo gibt es einen Erste-Hilfe-Kasten, falls mal einer gebraucht wird? Und Ähnliches mehr. Viele Fragen werden sicher auch noch auftauchen, wenn sich die Asylbewerber erst einmal etwas eingewöhnt haben.  Es wird noch viel Unterstützung nötig sein, damit sie sich in der Fremde gut aufgehoben fühlen. Nach langer Zeit der Unsicherheit und Ungewissheit, die wegen des laufenden Asylverfahrens ja immer noch nicht beendet ist, können sie jede Hilfe des Helferkreises brauchen.

Wer Interesse hat, dabei mit anzupacken: Er trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 18 Uhr im Selneckerhaus in Hersbruck. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren, alle Talente werden gebraucht und jede Hilfe wird gerne angenommen. Kontakt über Telefon 0157/807 707 43.

Kontakt über das Internet unter www.hand-in-hand-in-hersbruck.de oder über Facebook.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz